Digitalisierung an deutschen Schulen

Gewappnet für die digitale Zukunft

| Autor / Redakteur: Steve Johnson* / Regina Willmeroth

Um das Ziel des digitalen Lernens durch Innovationen wie intelligente Whiteboards und kollaborative Lerninstrumente realisieren zu können, bedarf es eines sicheren und stabilen WLAN-Netzwerkes
Um das Ziel des digitalen Lernens durch Innovationen wie intelligente Whiteboards und kollaborative Lerninstrumente realisieren zu können, bedarf es eines sicheren und stabilen WLAN-Netzwerkes (© Andrey Popov - stock.adobe.com)

Digitalisierung in deutschen Schulen soll stärker in den Fokus rücken. Das ist das Ergebnis des ifo Bildungsbarometers 2017. Laut der kürzlich vom Institut für Wirtschaftsforschung veröffentlichten Studie befürworten 63 Prozent der Deutschen, dass mindestens 30 Prozent der Unterrichtszeit für das selbständige Lernen am Computer genutzt werden soll.

Damit digitales Lernen überhaupt stattfinden kann, muss die entsprechende Infrastruktur vorhanden sein. So sind 80 Prozent der Befragten dafür, dass alle Schulen vom Bund mit Breitband-Internetzugang, WLAN und Computern ausgestattet werden. Nicht nur die schnelle technische Entwicklung stellt Bund und Schulen vor eine Herausforderung. Auch die Integration dieser Technologien in den schulischen Alltag überfordert viele Bildungseinrichtungen.

Neben digital kompetenten Lehrern und digitalem Lernmaterial mangelt es den Schulen an angemessener technischer Ausstattung und einem richtigen Konzept, wie digitales Lernen im Unterricht umgesetzt werden soll. Steve Johnson, Regional Director Northern Europe beim WiFi-Experten Ruckus, kommentiert die digitale Entwicklung im Klassenzimmer und erläutert, worauf Schulen achten müssen, wenn sie digital werden wollen:

„Digitales Lernen wird durch den technologischen Fortschritt immer wichtiger. Dabei wird Technologie effektiv eingesetzt, um die Lernerfahrung eines Schülers zu stärken. Um jedoch die Möglichkeiten des digitalen Klassenzimmers wahrnehmen und Innovationen wie intelligente Whiteboards, kollaborative Lerninstrumente und sogar virtuelle Exkursionen nutzen zu können, ist eine leistungsstarke WLAN-Verbindung ausschlaggebend. Bei der Einrichtung des WLAN-Netzwerkes sind folgende Punkte wichtig:

1. Ist das Netzwerk sicher?

Gerade im Bildungssektor nimmt Sicherheit einen hohen Stellenwert ein. Die allgemeine Annahme, dass ein passwortgeschütztes Netzwerk automatisch sicher ist, ist nicht unbedingt richtig. Passwörter können auch Störungen verursachen, die die Vorteile des Internetzugangs und der Klassenzimmertechnologien zunichtemachen. Stattdessen empfiehlt sich ein zertifikatbasiertes WLAN, das einen reibungslosen Service ohne Passwörter liefert, ohne die Sicherheit einzuschränken.

2. Deckt das WLAN-Netz das gesamte Schulgelände ab?

Schüler sollten überall WLAN-Empfang haben. Sie sollten von einem Klassenzimmer ins andere gehen können, ohne dass die Verbindung abbricht oder sie sich erneut einwählen müssen. Auch einer steigenden Nachfrage in Räumen mit vielen Menschen, wie Aulas, Sportsälen und Cafeterien, sollte das Netzwerk Stand halten. Bei der Errichtung der WLAN-Infrastruktur empfiehlt es sich, Experten zu Rate zu ziehen, die wissen, wo genau Access Points benötigt werden, um eine Hochgeschwindigkeitsverbindung zu gewährleisten.

Denn entgegen dem Mythos garantieren viele Access Points nicht automatisch eine starke Abdeckung. Zu berücksichtigen sind Parameter wie die abzudeckende Fläche und Baustoffe sowie die Anzahl der Geräte pro Raum und die von diesen Geräten verwendeten Apps.

3. Funktioniert das Netzwerk, wenn es viele Geräte nutzen?

Wenn Schüler ihre eigenen Geräte mitbringen, muss das Netzwerk in der Lage sein, mit der Menge und Vielfalt der verwendeten Geräte umzugehen und sie zu verwalten.

4. Wofür werden die Geräte benutzt?

Ein Leben ohne Internet ist nicht vorstellbar. Technologien durchdringen jeden Aspekt unseres Alltags und so auch die Bildung. Dieser verstärkte Einsatz digitaler Technik erhöht den Druck auf das Netzwerk der Schule. Egal ob Schüler auf das virtuelle Klassenzimmer zugreifen, den Stundenplan online einsehen oder Hausaufgaben auf eine digitale Plattform hochladen möchten, das Netzwerk muss den wachsenden Anforderungen gewachsen sein.

Steve Johnson
Steve Johnson (Bild: Ruckus)

Langsame Ladezeiten oder Schwierigkeiten, sich mit dem Internet zu verbinden, könnten Anzeichen dafür sein, dass das Netzwerk überlastet ist und die Infrastruktur verbessert werden muss.

5. Welche Anforderungen muss das Netzwerk in Zukunft erfüllen?

Benötigt wird ein Netzwerk, das über die nötige Flexibilität verfügt, um sich verändernden Anforderungen der Schule und den wechselnden Bedürfnissen von Lehrern und Schülern anzupassen. Im Grunde muss das Netzwerk zukunftssicher gemacht werden, damit es neue Entwicklungen in der WLAN-Technologie und in der Bildungssoftware unterstützt. Ein guter Provider wird eng mit den Schulen zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass das Netzwerk diesen Herausforderungen gewachsen ist.

Wenn Schulen und andere Bildungseinrichtungen diese Punkte beachten, steht einer stabilen, leistungsstarken WLAN-Verbindung nichts mehr im Wege – und diese ist die Grundlage, auf der alle anderen Technologien laufen.

* Der Autor: Steve Johnson ist Regional Director Northern Europe bei Ruckus.

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Digital ist mehr als Netzwerk!? Wann finden E-Books flächendeckend Einzug in deutschen Schulen?...  lesen
posted am 16.11.2017 um 10:25 von Unregistriert


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