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Gesundheitswesen: Einsparpotenziale von 400 Millionen Euro pro Jahr

11.08.2008 | Redakteur: Gerald Viola

IT-Plattformen, über die Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte zusammenarbeiten, weisen für das deutsche Gesundheitswesen ein Einsparpotenzial von rund 400 Millionen Euro pro Jahr

IT-Plattformen, über die Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte zusammenarbeiten, weisen für das deutsche Gesundheitswesen ein Einsparpotenzial von rund 400 Millionen Euro pro Jahr auf. Außerdem rechnet sich die Einführung solcher Plattformen bereits für das einzelne Krankenhaus. Das ist das Ergebnis einer Studie von SAP mit dem Beratungsunternehmen Accenture. Anhand von 25 Einflussfaktoren ermittelten die Experten den klinischen und betriebswirtschaftlichen Nutzen von IT-Plattformen über die Fachärzte, Kliniken, Reha-Einrichtungen und Krankenkassen digital zusammenarbeiten können.80 bis 90 Prozent aller stationär behandelten Patienten werden im Zusammenhang mit einem Klinikaufenthalt vorher oder nachher ambulant behandelt“, erläutert Dr. Lutz Fritsche, Stellvertretender Ärztlicher Direktor der Charité, Berlin, und Teilnehmer der Studie. „Beim Informationsaustausch, zum Beispiel mit den einweisenden Ärzten, besteht heute noch erhebliches Optimierungspotenzial. Meist werden Informationen per Brief oder Telefon ausgetauscht, nicht selten wird der Patient selbst als ‚Briefträger’ eingesetzt.“Hier setzen moderne eHealth-Lösungen an: Über eine IT-Plattformen können beispielsweise einweisende Ärzte Termine in der Klinik buchen, Patientenunterlagen digital weiterreichen sowie Patientenakten für die Weiterbehandlung in beiden Richtungen austauschen. Durch die Nutzung solcher Plattformen ergibt sich nach Einschätzung der befragten Krankenhausmanager für das einzelne Krankenhaus pro Patient ein Nutzen von rund 100 Euro. Dieser Nutzen lässt sich weiter aufgliedern in einen klinischen und einen betriebswirtschaftlichen Nutzen. Zu den relevanten Einflussfaktoren gehören unter anderem die Vermeidung von Mehrfachuntersuchungen durch den verbesserten Austausch von existierenden Untersuchungsergebnissen zwischen Fachärzten und Krankenhäusern, die Verkürzung der Verweildauer durch den Wegfall von Eingangsuntersuchungen, die Vermeidung von Komplikationen durch erhöhte Informationstransparenz sowie die Reduktion administrativer Kosten durch verringerte papierbasierende Kommunikation.

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