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Gesundheitsakte „Vivy“ geht an den Start

| Autor: Susanne Ehneß

Arzt und Patient sollten einen Überblick über die Gesundheitsdaten haben
Arzt und Patient sollten einen Überblick über die Gesundheitsdaten haben (© vege - stock.adobe.com)

Impftermin? Vorsorgeuntersuchung? Wechselwirkungen? Röntgen? Gesundheitsakten sollen Patienten und Ärzten zu einem besseren Überblick verhelfen. Für die App „Vivy“ haben sich 17 Krankenkassen zusammengetan.

Eine Forsa-Umfrage unter mehr als 1.000 Bürgern verdeutlicht, weshalb Gesundheitsakten dringend nötig sind:

  • Mehr als zwei Drittel der Deutschen (69 Prozent) wissen nicht, wann ihr nächster Impftermin ist.
  • 43 Prozent kennen die für sie empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen nicht.
  • Jeder vierte Befragte hat bereits Mehrfachuntersuchungen erlebt, weil Behandlungsergebnisse aus anderen Praxen und Kliniken nicht vorlagen.
  • Aus dem selben Grund wurde ein Fünftel der Deutschen sogar mehrfach geröntgt.

Eigenentwicklung bei der TK

Der Überblick scheint demnach sowohl bei Ärzten als auch bei den Patienten zu fehlen. Apps, die diese Schieflage beheben sollen, werden sukzessive entwickelt. Beispielsweise läuft bei der Techniker Krankenkasse die Lösung „TK-Safe“ seit Januar im Testbetrieb. Die Eigenentwicklung wurde gemeinsam mit der IBM Deutschland GmbH aus der Taufe gehoben (eGovernment Computing berichtete).

Kooperation bei „Vivy“

Außerdem haben sich nun mehrere gesetzliche und private Krankenversicherungen zusammengetan und die App „Vivy“ ins Leben gerufen. „Mit Vivy erschaffen wir eine intuitiv zu bedienende elektronische Gesundheitsakte, die aus jedem Smartphone einen Ort macht, an dem alle relevanten medizinischen Unterlagen gesammelt werden können“, heißt es auf der Vivy-Webseite. Auch ein digitaler Impfpass, ein persönlicher Medikationsplan mit Erinnerungsfunktionen, Notfalldaten sowie ein Gesundheits-Check sollen integriert sein.

Momentan sind 14 gesetzliche und zwei private Krankenversicherungen an Bord, die ihren Versicherten gemeinsam eine TÜV-geprüfte App zur Verfügung stellen: bei den Privaten die Allianz Private Krankenversicherung, Barmenia und ab Februar 2019 Goethaer, bei den Gesetzlichen die DAK-Gesundheit, die Innungskrankenkassen IKK classic, IKK Nord, IKK Südwest sowie die Betriebskrankenkassen Bertelsmann, Diakonie, Dürkopp Adler, Gildemeister, Heimat, HMR (Herford, Minden, Ravensberg), Melitta Plus, mhplus, Pronova, Stadt Augsburg.

BITMARCK, IT-Dienstleister von mehr als 90 Kassen, will weitere Krankenkassen dabei unterstützen, die App ihren Versicherten ebenfalls anzubieten.

Ab Ende 2018 soll Vivy zudem die Schnittstelle „KV-Connect Mobile“ für den verschlüsselten Datenaustausch mit Ärzten in Praxen, Krankenhäusern und Laboren nutzen. Und ab Anfang 2019 will der Praxissoftware-Anbieter Medatixx eine Schnittstelle zu Vivy in seine Software für Ärzte integriert haben. Für Medatixx-Geschäftsführer Jens Naumann bedeutet dies für Patienten „echte Hoheit über ihre Gesundheitsdaten“. „Es entsteht eine noch nie dagewesene Transparenz, die durch die Digitalisierung des Gesundheitswesens überhaupt erst ermöglicht wird“, so Naumann.

„Vivy ist die erste digitale Lösung im deutschen Gesundheitswesen, die für Millionen Versicherte verfügbar ist und Patienten mit ihren Ärzten vernetzt“, ist Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender, DAK-Gesundheit, überzeugt.

Startschuss für die Gesundheitsakte

Zusammenarbeit von IBM und Techniker Krankenkasse

Startschuss für die Gesundheitsakte

07.05.18 - Der Testbetrieb läuft erfolgreich, nun hat die Techniker Krankenkasse mit „TK-Safe“ ihre elektronische Gesundheitsakte öffentlich vorgestellt. Sie soll es ermöglichen, Gesundheits- und Krankheitsdaten übersichtlich an einem Ort zu speichern und zu managen. lesen

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