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Interview

Gesucht: relevante eGovernment-Dienste

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Welche Auswirkungen werden Ihrer Meinung nach soziale Netzwerke auf Regierungen haben? Mit welchen Entwicklungen rechnen Sie in den entwickelten Ländern in den Bereichen eDemocracy und eParticipation?

Duffy: Seit Social Networking als Werkzeug zur Einbindung des Bürgers in das politische Geschehen erkannt wurde, vollziehen sich interessante Entwicklungen.

Es gibt jedoch Unterschiede, wie soziale Netzwerke zu administrativen Prozessen und demokratischen Aktivitäten beitragen können. In beiden Fällen haben Beamte und Politiker Bedenken, da es nur wenige Möglichkeiten gibt, den Informationsaustausch zu kontrollieren. Denn Umsatz (Anteil am Bruttoinlandsprodukt), Beschäftigungs- und Produktivitätswachstum. Mehr noch: Der Einsatz der Informationstechnologie als Allzweck-Technologie ermöglicht Innovation und Produktivitätswachstum in der gesamten Wirtschaft. Gleichzeitig wirkt sich der Einsatz der neuen Technologien immer mehr auf die soziale Interaktion und die Lebensqualität jedes Einzelnen aus.

Die Informations- und Kommunikations-Technologie ist Treiber der wirtschaftlichen Produktivität und des Wachstums durch technologischen Wandel und Innovationen, die die Basis neuer und effizienter Geschäftsprozesse bilden sowie Produkte und Dienstleistungen verbessern. Wie der Information Outlook 2008 der OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) berichtet, verspricht die bevorstehende neue Welle an Innovationen auf der Grundlage von Breitband, Internet und Web-Services weitere Produktivitätsverbesserungen.

Folgerichtig beinhaltet der im Dezember 2008 verabschiedete European Economic Recovery Plan das Ziel, Breitbandnetzwerke zu entwickeln, um so bis 2010 eine 100-prozentige Abdeckung mit High Speed Internet zu erreichen. Im Januar 2009 schlug die Europäische Union zudem vor, in die wichtigsten Internet-Breitband-Infrastruktur-Projekte bis zu einer Milliarde Euro zu investieren, um High Speed Internet in ländlichen Gemeinden auszubauen und zu erweitern.

Ob dieses Ziel erreicht wird, hängt natürlich von den Entscheidungen der einzelnen Mitgliedsstaaten ab. Das Hauptziel ist jedoch, die Lücken in der bestehenden Infrastruktur zu schließen. Neben der Unterstützung von nationalen Zielsetzungen muss Deutschland daher – wie auch andere Länder – bei der Entwicklung seiner IT-Strategie die Veränderungen in der europäischen Politik berücksichtigen.

Trotz der Wirtschaftskrise ist es unwahrscheinlich, dass die Informations- und Kommunikations-Industrie einen Rettungsplan benötigen wird. Sie wird weiterhin als Schlüsselindustrie das Wachstum, die Produktivität und den Wohlstand in Europa bestimmen. Auch wenn sie – wie alle anderen Wirtschaftszweige auch – unter der internationalen Konjunkturabschwächung in Folge der Wirtschaftskrise zu leiden haben wird.

Allerdings wird das langfristige Wachstum der Informations- und Kommunikationstechnologie von Regierungsrichtlinien profitieren, wenn sichergestellt wird, dass bei Plänen für Infrastruktur-Investitionen erkannt wird, dass Informationstechnologie das Fundament für jede moderne Infrastruktur darstellt. Daher ist sicherzustellen,

  • dass eine kontinuierliche Finanzierung für innovationsorientierte Unternehmen zur Verfügung steht,
  • Anreize für Unternehmen zu Investitionen in die Informations- und Kommunikationstechnologie geschaffen werden und
  • öffentliche Investitionen in Bildung und Forschung kontinuierlich unterstützt werden.

Die Verantwortlichen im IT-Sektor müssen also weiterhin auf die Notwendigkeit einer langfristigen europäischen und länderspezifischen Strategie hinweisen, welche die besondere Rolle und Bedeutung der Informationstechnologie bei der künftigen Sicherung von Europas Wohlstand unterstreicht.

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