Preisträger des Wettbewerbs „Digitale Orte im Land der Ideen“ Gesichter der Digitalisierung

Von Nicola Hauptmann

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Digitaler Hochwasserschutz, eine Smart-Village-App oder ein „Makerspace“ mit neuesten Technologien – die Vielfalt der Ideen im Wettbewerb „Digitale Orte im Land der Ideen“ beeindruckte selbst die Jury. Ein Blick auf die Preisträger-Projekte.

„Digitale Orte im Land der Ideen“ 2022 – Preisverleihung im Berliner E-Werk
„Digitale Orte im Land der Ideen“ 2022 – Preisverleihung im Berliner E-Werk
(Bild: Deutschland – Land der Ideen / Bernd Brundert )

Der Online-Zugang zu Verwaltungsdienstleistungen ist ein wichtiges Ziel, Digitalisierung birgt aber noch weit mehr Potenzial – insbesondere für ländliche Kommunen. „Welche digitalen Antworten auf die drängendsten Fragen unserer Zeit haben die Menschen auf dem Land?“ Das wollten die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Glasfaser im Rahmen eines Projekt-Wettbewerbs herausfinden. Unter dem Motto „Digitale Orte im Land der Ideen“ waren Kommunen aufgerufen, erfolgreich umgesetzte digitale Lösungen vorzustellen, die auch als Vorbild für andere Kommunen dienen können. Aus über 200 Einreichungen wählte eine unabhängige Jury zehn Preisträger aus, die am 9.Juni in Berlin ausgezeichnet wurden.

Dieser Wettbewerb zeigt, wieviel Innovationskraft und Entwicklergeist auch in ländlichen Regionen Deutschlands steckt. Die Vielfalt und Vielzahl der eingereichten Pionier-Projekte hat mich sehr beeindruckt und beweist, dass Ideenreichtum und Umsetzungsstärke auch außerhalb der deutschen Metropolen zur Genüge vorhanden sind.

Jury-Vorsitzende Daniela Kluckert, Parlamentarische Staatsekretärin beim Bundesminister für Digitales und Verkehr

Tatsächlich sind die vorgestellten Lösungen sehr spezifisch, adressieren aber zugleich typische Herausforderungen wie etwa effizientere Verkehrsanbindungen, Bildungsangebote für Jugendliche in strukturschwachen Regionen oder Hilfe im Alter. So wurde etwa in Fürstenberg, einer strukturschwachen Havelregion, ein ehemaliges Bahnhofsgebäude zum Versteh-Bahnhof. Ein „Makerspace“ bietet dort besonders für junge Menschen vielfältige und durchaus außergewöhnliche Angebote wie Roboter bauen, Glasfasern spleißen oder 3D-Drucken.

Mit dem Traumjob Campus wurde eine digitale Plattform von Schülern für Schüler des Landkreises Südwestpfalz an Real-, Gesamt- und Berufsschulen entwickelt.

Das Projekt „Dein Haus 4.0“ der Hochschule Deggendorf richtet sich dagegen vorwiegend an ältere oder hilfsbedürftige Menschen. Unter dem Motto „Länger zu Hause leben“ werden leicht zu bedienende Assistenzsysteme wie digitale Medikamentenspender oder automatisch abschaltende Herdplatten in ihrer Nutzung erforscht.

Im KI-Hub Kronach, angegliedert an das KI-Kompetenzzentrum der TH Nürnberg, bieten wissenschaftliche Mitarbeiter den örtlichen Firmen Bestandsanalysen zu potenziellen KI-Anwendungen inklusive Prototyping an.

Smartdemography heißt ein internetbasiertes Demografieportal für das Kreisgebiet Recklinghausen. Hier werden Informationen zur Bevölkerung sowie zur bestehenden Infrastruktur digital gesammelt, aufbereitet und datenschutzkonform in einem Web-Portal für Unternehmen, Verwaltung, Forschung und Bürger bereitgestellt. So soll eine bessere Bedarfsplanung etwa bei Kindergärten, ÖPNV oder Elektro-Ladestationen gewährleistet werden.

Verbesserte Planung hat auch das Heidelberger Bürgerbus-Projekt zum Ziel: Mit einer speziellen Software können Bürgerbusvereine selbstständig Routen und Haltestellen planen und verwalten.

Die Volumap-App in Gütersloh vernetzt gemeinnützige Initiativen und ehrenamtliche Helfer. Über die Plattform können sich auch Menschen einbringen, die spontan oder nur zeitlich begrenzt helfen möchten.

Ein ganzer App-Baukasten wurde mit der Smart Village App in Bad Belzig entwickelt. Die Open-Source-Lösung wird inzwischen in mehr als 25 Kommunen zur Einführung eigener Bürger-Apps genutzt – für die Informationen, Vernetzung aber auch für den digitalen Zugang zu Verwaltungsleistungen.

Ganz im Norden, in Tarp an der Schlei, betreiben Ehrenamtliche frei zugängliche Netzwerke für Informationen zu aktuellen Pegelständen und Wasserqualität. Als digitaler Hochwasserschutz alarmiert das System bei Hochwasser zudem automatisch.

Unter dem Motto „Summer of Pioneers“ hat die Kommune Tengen in Südbayern Kreativ- und Digitalarbeiter zu einem mehrmonatigen Aufenthalt eingeladen. Im vormals leerstehenden Schloss konnten die Digital-Pioniere im Rahmen von Lesungen und Veranstaltungen ihr Wissen in die Kommune einbringen.

„Digitale Innovationen in Deutschland kommen insbesondere vom Land. Die Vielzahl und hohe Qualität der Projekteinreichungen hat uns das deutlich vor Augen geführt“, befindet Thorsten Dirks, CEO von Deutsche Glasfaser. Und Ute Weiland, Geschäftsführerin der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ resümiert: „Unser Ziel des Wettbewerbs war es, diesen Projekten eine breitere öffentliche Wahrnehmung zu bieten. Das ist uns gelungen.“

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