Positionspapier des Deutschen Landkreistages

Geodaten sinnvoll nutzen

01.10.2009 | Redakteur: Gerald Viola

Notfalleinsatz Hubschrauber: Ohne Geodaten geht nichts, denn Straßennamen allein helfen nicht weiter
Notfalleinsatz Hubschrauber: Ohne Geodaten geht nichts, denn Straßennamen allein helfen nicht weiter

Handlungsempfehlungen für die Verwaltungen

„Der Zeitpunkt für den Einstieg in den Aufbau kommunaler GDI ist günstig“, sagen die Experten und begründen dies wie folgt:

  • Verschiedene Kreise haben Geoinformationssysteme zum Einsatz gebracht. Zahlreiche positive Beispiele dokumentieren damit bereits in der praktischen Anwendung den Nutzen und zeigen, dass eine kommunale Umsetzung zielführend erfolgen kann.
  • Die Landkreise sollten handeln, bevor die kreisangehörigen Gemeinden eigene Lösungen aufbauen und damit die Möglichkeit einer gemeinsamen Landkreis-Lösung faktisch schwindet. Wenn eine Gemeinde ein eigenes GIS beschafft hat, wird ein Umstieg oder eine Integration in eine Landkreis-Lösung oft schon aus Gründen des Investitionsschutzes unterbleiben. Über ein GIS hinaus bietet sich aber in diesen Fällen eine beschriebene ganzheitliche Geodateninfrastruktur zwischen Kreis und Gemeinde an.
  • Zudem stehen hinsichtlich der konkret zur Anwendung zu bringenden Geodienste bereits weitgehend standardisierte Verfahren, beispielsweise durch das Open-GeoSpatial-Konsortium zur Verfügung. Sie stellen de-facto-Standards dar, die überwiegend auch in übergeordnete internationale und nationale Normen- und Standardvorgaben integriert sind.
  • Angesichts dessen bietet der Markt zahlreiche auf die Anforderungen auch kommunaler Geodienste ausgerichtete Software-Lösungen.
  • Nationale wie internationale rechtliche Anforderungen wie beispielsweise die INSPIRE-Richtlinie begründen für Anbieter von Geodaten die Verpflichtung, diese über das Internet bereitzustellen. Dies betrifft nach der erforderlichen Umsetzung durch ausgestaltende Bundes- und Landesgesetze mit den darin zu regelnden Finanzierungsfragen auch die Landkreise.

Für die konkrete Vorgehensweise bei der Einführung entweder von Geodateninformationssystemen oder darüber hinausgehend im Aufbau einer vollständigen Geodateninfrastruktur seien die Ausgangsvoraussetzungen und die Anforderungen von Fall zu Fall zu unterscheiden.

Voraussetzung bei der Einführung eines webbasierenden Geodienstes oder weitergehend im Aufbau einer Geodateninfrastruktur sei eine systematische Vorgehensweise im Rahmen eines Projekts. Damit seien zunächst die klassischen Aufgaben eines Projektmanagements zu klären. Dies betreffe insbesondere die Planungsphase, wobei eine Festlegung der inhaltlichen, zeitlichen und der benötigten finanziellen und personellen Rahmenbedingungen erfolgen müsse.

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