eGovernment mit Kontinuität

Generationswechsel in Bremen

| Autor: Manfred Klein

Die Berufung Martin Hagens soll für Kontinuität in der Bremer Digitalisierungspolitik sorgen
Die Berufung Martin Hagens soll für Kontinuität in der Bremer Digitalisierungspolitik sorgen (Bild: eGovernment Computing)

Nicht nur im Bundesinnenministerium wechselt die Zuständigkeit für eGovernment, auch in Bremen übergibt der langjährige Finanzstaatssekretär und CIO Henning Lühr im Sommer an seinen Nachfolger Dr. Martin Hagen. Der Wechsel im Haus des Senators für Finanzen soll für Kontinuität und die Fortsetzung des begonnenen Digitalisierungs- und Verwaltungsreform­prozesses in Bremen sorgen.

Insider wird der Wechsel nicht überraschen. Martin Hagen war in den vergangenen Jahren gezielt – nicht nur von Henning Lühr selbst – zum Nachfolger aufgebaut worden. Zum anderen war klar, dass der dienstälteste Finanzstaatssekretär und CIO, Henning Lühr, nach bald 17 Jahren im Dienste des Landes Bremen, demnächst in Pension gehen würde. Nun wird es also bald so weit sein: Nach der geplanten Verabschiedung des Doppelhaushaltes 2020/21 zum 1. August 2020 wird Henning Lühr in den Ruhestand gehen.

Allerdings war die Berufung des Grünen Martin Hagen – der zur Zeit noch Abteilungsleiter für Zentrales IT-Management und Digitalisierung öffentlicher Dienste in Bremen ist und in dieser Funktion und seinen vorhergenden Aufgaben bereits viel Erfahrung in den Bereichen Haushalt und Verwaltungsorganisation sammeln konnte – nicht nur wegen der knappen Wahlen zur Bremer Bürgerschaft im vergangenen Jahr, die erstmals im Land zu einem Bündnis von SPD, den Grünen und Den Linken führte – keineswegs in Stein gemeißelt.

In Bremen verspricht man sich von der Personalie in Zukunft eine Fortsetzung des bisherigen, erfolgreichen Kurses der Bremer Haushaltskonsolidierung sowie der Modernisierung und Digitalisierung der Öffentlichen Verwaltung. Schon als Abteilungsleiter habe Martin Hagen Henning Lühr maßgeblich dabei unterstützt, Bremen im Konzert mit dem Bund und den Ländern zu einer bundesweit herausgehobenen Führungsrolle zu verhelfen, die sich zuletzt an Ergebnissen wie dem bundesweit einheitlichen Unternehmenskonto und dem Projekt ELFE – Einfach Leistungen für Eltern, gezeig habe, heißt es dazu aus Bremen.

In Bremen selbst hat Martin Hagen den Konsolidierungs- und Professionalisierungskurs der bremischen IT-Dienstleister, die Gründung von Dataport und die Einführung gemeinsamer IT-Betriebsmodelle und Rechenzentren mit den anderen Trägerländern von Dataport umgesetzt.

Martin Hagen ist übrigens Politologe und hat über eGoverment promoviert. Er hat mehrere Jahre in Amerika studiert und gearbeitet sowie an der Southern Illinois University at Carbondale und im Stab eines US-Senators gearbeitet.

Henning Lühr selbst erklärte gegenüber eGovernment Computing zum Wechsel: „Ich freue mich, dass der Finanzsenator Dietmar Strehl mit Martin Hagen einen Nachfolger für mich ausgewählt hat, der nun zum Schwerpunkt Digitalisierung auch die Verantwortung für Haushalt, Personal und Organisation übernehmen wird.“

Die hier nur kurz skizzierte Expertise von Martin Hagen und sein erweiterter Aufgabenbereich, wird dieser überigens auch brauchen: Denn in Bremen hat man in Sachen eGovernment und Verwaltungsdigitalisierung in den kommenden Jahren noch viel vor. So plant Bremen – wenn die Bekämpfung der Corona-Pandemie das Vorhaben nicht vereiteln sollte – unter anderem ein großes Investitionsprogramm, welches das Land in diesem Umfeld noch weiter nach vorne bringen soll.

Auch Henning Lühr wird dem Land Bremen glücklicherweise noch eine Weile erhalten bleiben. So wird Lühr im kommenden Jahr erneut das Digitalisierungskolloquium ausrichten.

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