Digitale Vernetzung von Polizei und Justiz

Gemeinsam stark

| Autor / Redakteur: Johannes Buchberger* / Susanne Ehneß

Europäische ­Sicherheitsbehörden

Das Modell anpassungs- und ausbaufähiger Module, das eine einheitliche Kommunikation ermöglicht, sollte für Polizei und Justiz europaweit eine Vorbildfunktion erlangen.

Ob intern, regional oder europaweit – die digitale Integration und Zusammenarbeit bringt für Polizei und Justiz eine Reihe von Vorteilen mit sich. Dabei bedingen technologische Innovationen im „Kleinen“ den Erfolg für das große Ganze: Erst, wenn alle Beteiligten in allen Ländern von Grund auf innovativ denken, kann eine erfolgreiche europäische Zusammenarbeit gelingen.

Fünf Schritte zur erfolgreichen Strategie

Wie aber gelingt es Polizei und Justiz konkret, moderne Technologien zu implementieren und digitale Strategien im Alltagsgeschäft umzusetzen? Unter Berücksichtigung der folgenden fünf Schritte haben Entscheidungsträger und CIOs gute Aussichten auf Erfolg:

  • 1. Stufenweise Änderungen vornehmen: Um den Weg für ein ganzheitliches, branchenübergreifendes IT-Netzwerk zu ebnen­, müssen Behörden zunächst ihre internen Arbeits­prozesse schrittweise verändern. Bestimmte Bereiche eignen sich für den Ausbau digitaler Strategien besonders gut – diese gilt es daher zu identifizieren und von Grund auf digital umzugestalten.
  • 2. Zukunftsorientiert planen: Behörden sollten darauf achten, dass die neuen IT-Lösungen offen gestaltet sind und eine standardisierte Darstellung von Daten ermöglichen. Da nicht alle Abteilungen zur gleichen Zeit bereit für digitale Neuerungen sind, sondern erst nach und nach in das digitale Netzwerk integriert werden, sind skalierbare und standardisierte IT-Lösungen ein wichtiges Entscheidungskriterium für Sicherheitsbehörden.
  • 3. Vereinbarkeit mit bestehendem IT-System prüfen: Vor der Anschaffung neuer IT-Lösungen ist immer sicherzustellen, dass diese mit der bereits bestehenden IT-Infrastruktur kompatibel sind. So sollten etwa Polizeibehörden bei Investitionen in neue Aufnahmegeräte vorher immer auch prüfen, ob die ­großen Datenmengen an Video­aufnahmen auch auf den entsprechenden Servern gespeichert werden können.
  • 4. Frühzeitig die Bedürfnisse der Bürger kennen: Heutzutage erwarten Bürger einen umfangreicheren Service von Verwaltungs- und Sicherheitsbehörden. Entsprechend der digitalen Angebote etwa beim Einkaufen sehen Bürger von heute mobile Apps, Web-Portale und einen 24h-Zugang zu behördlichen Diensten und Informationen als Selbstverständlichkeit an.
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  • 5. Die passende Lösung finden: Bei einer Vielzahl von Möglichkeiten, die internen Arbeitsprozesse zu digitalisieren, kommt es für Behörden darauf an, die richtige zu wählen. Dabei erscheint es oftmals hilfreich, sich die ­Lösungen anderer Behörden als Vorbild zu nehmen. Erst dann kann es Sicherheitsbehörden ­gelingen, auf den Zug der Digitalisierung aufzuspringen und die Erwartungen der Bürger zu erfüllen.

* Johannes Buchberger ist Director Public Sector für Österreich und Deutschland beim IT-Unternehmen Unisys.

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