Digitale Vernetzung von Polizei und Justiz

Gemeinsam stark

| Autor / Redakteur: Johannes Buchberger* / Susanne Ehneß

Big Data live

Der Autor: Johannes Buchberger
Der Autor: Johannes Buchberger (Bild: Unisys)

Die Notwendigkeit einer digitalen Integration machen die zahlreichen Möglichkeiten deutlich, die mit dieser einhergehen: So werden heute bereits von vielen Polizeibehörden sogenannte „Fallverwaltungssysteme“ eingesetzt, mit denen große Datenmengen über ­Tatverdächtige und Beweismittel digital gespeichert, verarbeitet und analysiert werden können.

Die ­Datenanalyse erfolgt dabei über komplexe Auswertsysteme und ­liefert innerhalb von Minuten oder Stunden aussagekräftige Ergebnisse, für deren Eruierung vorher ­Wochen oder Monate benötigt wurden. Big Data live!

Doch nicht nur bei der Aufklärung von Kriminalfällen profitieren Polizei und Justiz von einer großen Zeitersparnis. Dank digitaler Zusammenarbeit lässt sich auch die Justizverwaltung effizienter gestalten. Unterstützt wird der elektronische Austausch von Informationen durch die Methode der „Dokumentenverfolgung“, mit der Behörden Beweismaterial gegenseitig austauschen und damit für eine zügige und effiziente Ab­wicklung von Gerichtsverfahren sorgen.

Die digitale Integration muss sich aber nicht nur auf die Kommunikation zwischen Polizei und Justiz beschränken: Mit der zusätzlichen Einbindung etwa von Stiftungen oder sozialen Einrichtungen in digitale Arbeitsprozesse lassen sich versteckte Potenziale besser ausschöpfen. Soziale Studien liefern Polizei und Justiz wichtige Informationen über Täterprofile und helfen dabei, Verbrechen vorzubeugen. Denn 90 Prozent der Verbrechen werden von 10 Prozent der Bevölkerung begangen, und Alkohol, Drogen sowie psychische Erkrankungen sind häufig die Vorläufer oder mit ein Grund davon.

Deutschland und der Weg in eine digitalisierte Justiz

Die deutsche Politik scheint die Problematik einer ausbleibenden Digitalisierung erkannt zu haben und unterstützt Polizei und Justiz seitdem auf dem Weg in ein digitalisiertes Zeitalter. Sie wirbt mit einem neuen Leitbild für die IT von Polizei und Justiz in den deutschen Bundesländern und setzt auf eine weitgehend automatisierte Weiterleitung, Bearbeitung und Archivierung von Daten zwischen den einzelnen Behörden.

Ziel ist es, die Strafverfolgung effizienter, schneller und transparenter zu machen. Dazu müssen Behörden in der Lage sein, Daten und Informationen schnell und einfach auszutauschen und auszuwerten. Dem Problem der unterschiedlichen, behördenspezifischen IT-Systeme will man in Deutschland mit der Entwicklung von Apps in Modulbauweise begegnen. Das Prinzip erscheint zunächst einfach: Alle Nutzer erhalten dasselbe Ausgangsmaterial und können individuell entscheiden, welche konkreten Programme sie in Form von anwenderfreundlichen Apps nutzen und ergänzen möchten – ein Ansatz, der für deutsche wie europäische Behörden gleichermaßen gelten soll.

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