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Gemeinden und Stadtwerke als Innovatoren

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Also besteht auf der WAN-Seite extrem hoher Handlungsbedarf, um einigermaßen mit der Entwicklung in den LANs gleichzuziehen?

Schröder: Ja, der Nachholbedarf ist groß. Anders als innerhalb der lokalen Netzwerke der Unternehmen und Verwaltungen ist im Anschlussbereich die Verlegung von Glasfaserverkabelung notwendig. Die beiden Varianten hier: FTTB (Fiber to the Building) und FTTH (Fiber to the Home), kurz: FTTX. Das liegt an der erheblich größeren Distanz, die im Vergleich zur Endgeräteverkabelung über Kupfer im LAN überbrückt werden muss. Nicht von ungefähr ist die Rede von der Last Mile.

50 Mbit/s-Anschlüsse flächendeckend bis 2018. Bis 2014 sollen immerhin 75 Prozent der Anschlüsse diese hohe Kapazität haben: Das ist doch über VDSL, also über Kupferverkabelung erreichbar – oder?

Schröder: Das ist genau das Problem: Mit VDSL über die Kupferverkabelung vom Kabelverzweiger ist bei 55 Mbit/s Schluss. VDSL bietet hier nach oben keinerlei Ausbaumöglichkeiten. Allein auf diese Zugangstechnologie zu setzen, wäre somit kurzsichtig. Die notwendigen Bandbreitenerweiterungen für die Zukunft eröffnen lediglich Zugangstechnologien wie P2P-FE/GE, GPON und NGPON, alles Glasfaser-basierende Technologien. Innerhalb von LANs liegt die Messlatte für die Endgeräteanschlüsse bei 1 Gigabit/s, dem 20-fachen von 50 Mbit/s. Deutlich mehr als 50 Mbit/s sollten also auch an den WAN-Anschlüssen möglich sein.

Welche Anwendungen und Dienste werden derart hohe Bandbreiten erfordern?

Schröder: Diese Frage wurde vor zehn Jahren für die lokalen Netzwerke auch gestellt. Heute sind 100 Mbit/s-, teils sogar 1 Gigabit/s-PC-Anschlüsse, in den LANs Realität. Vor allem Anwendungen und Dienste, die einen konstanten Übertragungsfluss voraussetzen, erfordern hohe Bandbreiten. Beispiele dafür sind Videokonferenzen sowie alle integrierten Echtzeit-Video- und Sprachströme mit hohen Synchronisationsanforderungen, aber auch zeitkritische, umfangreiche Datenströme, wie sie bei Online-Transaktionen oder bei der Zusammenarbeit von Mitarbeitern an verschiedenen Standorten anfallen. Auch Kundenservices, wie im Rahmen der zentralen Behördennummer 115, dürften davon profitieren. Ein weiterer Vorteil der Bandbreitenerhöhung auf der letzten Meile: Mit einer schnelleren Kommunikation in beide Richtungen fallen die Antwortzeiten erheblich geringer aus. So beim Abruf von Inhalten, Grafiken oder Videos aus dem Internet. Keiner kann heute vorhersagen, welche bandbreitenfordernden Anwendungen und Dienste noch ins Haus stehen. Deshalb ist es sinnvoll, vorausschauend in FTTX-Verbindungen zu investieren.

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