eGovernment als Wirtschaftsmotor

Gemeinden und Stadtwerke als Innovatoren

03.06.2009 | Autor / Redakteur: Hadi Stiel / Manfred Klein

Die Finanz- und Wirtschaftskrise engt die Bewegungsfreiheit privatwirtschaftlich geführter Unternehmen ein. Investitionen lohnen für die Entscheider nur, wenn sie mit Kosteneinsparungen verbunden sind. Die Kreditklemme und eine nicht absehbare wirtschaftliche Entwicklung bremsen Investitionen zusätzlich aus. Marktsektoren gibt es dennoch, in denen es sich lohnt, Investitionen anzustoßen, um in und für die Zeit nach der Krise gut gewappnet zu sein.

Die Breitbandkommunikation ist eine davon. Eine Unterstützungsinitiative der Bundesregierung, die Breitbandstrategie, bietet Spielraum für innovatives Handeln. Profiteure der staatlichen Fördermittel werden sowohl privatwirtschaftlich geführte Unternehmen als auch Öffentliche Verwaltungen sein. eGovernment Computing hat sich mit Thomas Schröder, Leiter Vertrieb FTTX in Deutschland bei Alcatel-Lucent, über die Chancen eines offensiven Ausbaus der Breitbandkommunikation unterhalten.

Können Sie die Eckdaten der Breitbandstrategie der Bundesregierung skizzieren?

Schröder: Die Bundesregierung will dafür staatliche Fördermittel von über 150 Millionen Euro bereitstellen, auf die dann die Länder und Kommunen zurückgreifen können. Die Zielsetzung des Dreistufenplans: Bis Ende 2010 sollen in Deutschland flächendeckend Breitbandanschlüsse zur Verfügung stehen. Bis 2014 sollen 75 Prozent dieser Anschlüsse mindestens 50 Mbit/s vorhalten. Bis 2018 sollen mindestens 50 Mbit/s flächendeckend bereitstehen. Diese ehrgeizigen Ziele antizyklisch zur Krise setzen hohe Investitionen in die Verkabelung nicht nur im Anschlussbereich voraus. Insider gehen von 50 Milliarden Euro für den Ausbau der Breitbandnetze und den Aufbau von Hochleistungsnetzen aus.

Nächste Seite: Warum die aktuelle Situation bei der Breitbandversorgung häufig beschönigt wird.

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