Telematik Infrastruktur der Gesundheitskarte Gematik: Ärzte und Kliniken bereit für vernetztes Gesundheitswesen

Redakteur: Manfred Klein

Für die Erprobung des Kommunikationsnetzes im Gesundheitswesen, der Telematik-Infrastruktur, konnten bereits vor dem geplanten Termin alle 500 geforderten Testpraxen und -Kliniken in der Region Nord/West gewonnen und der erste Test zum Versicherten­stammdaten-Update einer elektronischen Gesundheitskarte (eGK) durchgeführt werden.

Test für elektronische Gesundheitskarte verläuft erfolgreich
Test für elektronische Gesundheitskarte verläuft erfolgreich
(Bild: Gematik GmbH)

Damit steht einer weiteren Erprobung zusätzlicher Funktionen der eGK sowie der Telematik-Infrastruktur als das künftig flächendeckende und sichere Kommunikationsnetz für das deutsche Gesundheitswesen nichts mehr im Wege. Der überaus erfolgreiche Verlauf der Gewinnung ist zum einen auf die kundennahen Vertriebs- und Servicestrukturen der CompuGroup Medical zurückzuführen, vor allem aber auch auf die Begeisterung der Ärzte, die Ihren Wissensvorsprung ausbauen und von den technologischen Vorteilen profitieren wollen.

Knapp ein dreiviertel Jahr nach dem Beginn der Kampagne zur Gewinnung von Teilnehmern für das größte Vernetzungsprojekt im deutschen Gesundheitswesen liegen bereits alle abgeschlossenen Verträge der insgesamt 500 benötigten Leistungserbringer für die Erprobung der Telematik-Infrastruktur in der Testregion Nord/West vor.

Die Gewinnung von niedergelassenen Ärzten, Zahnärzten und Psychotherapeuten, aber auch Krankenhäusern – sowie deren Ausstattung mit allen, für die Nutzung der eGK notwendigen Komponenten und Diensten, ist Teil des Ende 2013 von der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik) erteilten Auftrags an das Konsortium, bestehend aus CompuGroup Medical, Strategy& und KoCo Connector.

In einem ersten Live-Test konnten die für die Online-Nutzung der eGK notwendigen und neuentwickelten Komponenten und Dienste bereits erprobt werden. Dabei wurde das erste Versichertenstammdaten-Update einer elektronischen Gesundheitskarte in Zusammenarbeit mit einer Krankenkasse erfolgreich durchgeführt, womit der Nachweis erbracht wurde, dass die von dem Konsortium entwickelten Komponenten und Services perfekt harmonieren.

„Wir merken deutlich, dass wir in den Testregionen auf sehr positive Resonanz seitens der Ärzteschaft stoßen“, so Prof. Dr. Arno Elmer, Hauptgeschäftsführer der gematik.

„Die gewonnenen Ärzte, Zahnärzte und Krankenhäuser in der Testregion Nordwest stehen bereit, das Gesundheitswesen sektorenübergreifend zu vernetzen“, erklärt Prof. Dr. Arno Elmer, Hauptgeschäftsführer der gematik. Denn gerade das werde künftig die Patientenversorgung qualitativ weiter verbessern und den Arbeitsalltag aller Beteiligten im Gesundheits­wesen erleichtern. „Auch in der Testregion Südost – also Sachsen und Bayern – stoßen wir auf großes Interesse an unserem Projekt“, so Elmer weiter.

„Dies belegt ihr Interesse an einer sektorenübergreifenden Vernetzung des gesamten Gesundheitswesens zur weiteren Verbesserung der Patientenversorgung.“

„Wir haben in vielen Gesprächen den klaren Eindruck gewonnen, dass die Ärzte der zukünftigen Telematik-Infrastruktur und dem Projekt positiv gegenüberstehen“ so auch Uwe Eibich, Vorstandsvorsitzender der CompuGroup Medical Deutschland AG.

Die gematik hat die Liste der Erprobungsteilnehmer geprüft, die von dem beauftragten Industriekonsortium CompuGroup Medical AG, PwC Strategy& (Germany) GmbH und KoCo Connector AG für die Erprobung gewonnen werden konnten. Sämtliche Auswahlkriterien wurden erfüllt: Dazu gehört unter anderem, dass Praxen mit verschiedener Größe und unterschiedlichen IT-Verwaltungssystemen ausgewählt wurden.

Auch sollen Praxen mit mobilen Kartenlesegeräten und unterschiedlichen Internetanbindungen dabei sein. Damit wird sichergestellt, dass künftig alle Systeme an die Telematikinfrastruktur eingebunden werden können.

Bei der Erprobung des Online-Versichertenstammdatenabgleichs wird durch das Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte überprüft, ob ein gültiges Versicherungsverhältnis vorliegt und die im Praxissystem abgelegten administrativen Daten noch aktuell sind. Darüber hinaus werden Anwendungen wie die qualifizierte elektronische Signatur (QES) und die sichere Kommunikation der Leistungserbringer (KOM-LE) * erprobt.

Die schnelle Akquise der Teilnehmer ist aus Sicht von Uwe Eibich unter anderem dadurch zu erklären, dass ein über Jahre aufgebautes Vertrauen im Markt abgerufen und für die Anwerbung von Teilnehmern auf die bereits bestehenden Vertriebs- und Servicestrukturen der Produktlinien aus dem Hause CompuGroup Medical zurückgegriffen werden konnte. Auch die Vertriebs- und Servicepartner haben durch ihren regionalen Bezug besten und direkten Zugang zu den Anwendern.

Dieses Partnernetzwerk besitzt die optimale Beschaffenheit, um im Rahmen der Erprobung der Telematik-Infrastruktur in die Akquise, Installation, Hotline sowie dem technischen Service eng eingebunden zu werden.

„Dank gebührt auch den Kassen- und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen in unserer Testregion“, so Eibich, „sie haben durch wertvolle Hinweise und aktive Unterstützung zu diesem tollen Erfolg beigetragen.“ Auch die Ärztevertreter erwarten durch die kommende Telematik-Infrastruktur Impulse zur weiteren Verbesserung der medizinischen Versorgung, der Kooperation unterschiedlicher Fachrichtungen sowie einer langfristigen Finanzierbarkeit des hohen Versorgungsniveaus in Deutschland.

Nachdem die Teilnehmerakquise nun mehr als planmäßig und sehr zufriedenstellend verlaufen ist, steht einem erfolgreichen Online-Rollout zur Erprobung der ersten Stufe der Telematik-Infrastruktur in der Testregion Nord/West, laut Verantwortlichen, nun nichts mehr im Wege. Auch hier laufen bereits intensive Vorbereitungen zur Ausbildung und Zertifizierung von Technikern und Hotline-Mitarbeitern der Vertriebs- und Servicepartner.

(ID:43271967)