Berufsverband Deutscher Anästhesisten

Gefährdete Patientenversorgung durch das Versorgungsstärkungsgesetz?

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Einschränkung der freien Arztwahl

Damit schränkt der Gesetzgeber die freie Arztwahl für Patienten ein und Krankenhäuser stehen neuen Anforderungen gegenüber. Ein Teufelskreis, da den Krankenhäusern schon heute zur Erfüllung ihrer derzeitigen Aufgaben nicht genügend Personal zur Verfügung steht. Der Facharzt-Standard ist ebenfalls nicht mehr gesichert, da der Gesetzesentwurf vorsieht, dass die Behandlung im Krankenhaus nicht zwingend durch Ärzte mit einer abgeschlossenen Facharztweiterbildung zu erfolgen hat. Außerdem werden auch hier zur Erreichung eines zeitnäheren Termins weite Wege von Patienten in Kauf genommen werden müssen.

Der Gesetzesentwurf sieht weiterhin vor, dass Gemeinden Medizinische Versorgungszentren gründen dürfen, macht jedoch keine Vorschläge in Hinblick auf die Finanzierung des Personals (Stichwort: Fachärztemangel) und dass das Recht der Patienten auf eine Zweitmeinung gesetzlich verankert werden soll.

Das Recht auf eine Zweitmeinung existiert längst ...

Was viele nicht wissen: Dieses Recht existiert schon heute. Durch seine Verankerung im Gesetz wird die Inanspruchnahme von Fachärzten noch einmal deutlich gesteigert; die Wartezeiten steigen mit. Die Deutschen Anästhesisten sind nicht nur in ihrer Kernkompetenz der Gewährleistung der Patientensicherheit verpflichtet. Als fachübergreifend ausgebildete Fachärzte verstehen wir unsere soziale Verantwortung auch darin, Fehlentwicklungen im deutschen Gesundheitswesen aufzuzeigen, wenn wir die Bedürfnisse der Patienten eklatant gefährdet sehen.

Deshalb fordere ich in meiner Funktion als Präsident des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten e. V. den Gesetzgeber auf, diesen Entwurf nicht weiter in das Gesetzgebungsverfahren einzubringen. Der Entwurf geht von falschen Grundannahmen aus und beseitigt nicht die Krankheit des Gesundheitssystems, sondern vertuscht Symptome.

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