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Vernetztes Gesundheitswesen

Fünf Jahre nationale Patientenakte in Schweden

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Zusätzlich können Patienten und Ärzte über das erste öffentliche Gesundheitsportal in Brasilien die Befunde von Labortests direkt abrufen, mit enormen Folgen für den Behandlungsbeginn: Mussten Patienten früher auf die Ergebnisse eines HIV-Tests in der Regel 30 Tage warten, ist der Bericht heute in zwei (negativer Befund) bis sieben Tagen (positiver Befund) verfügbar.

In Südafrika stellt die landesweit größte Forschungseinrichtung National Health Laboratory Service die Ergebnisse aus 250 Laboren durch digitale Vernetzung schnell und direkt zur Verfügung. Die angeschlossenen rund 4.400 Kliniken können mit den Daten die Behandlung von Krankheiten wie AIDS schneller starten.

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Weltweit ist die Digitalisierung des Gesundheitswesens in voller Fahrt

Die Beispiele zeigen: Die Digitalisierung erobert auch den Gesundheitsbereich – zum Vorteil aller Beteiligten. Dadurch entsteht derzeit ein neuer Dienstleistungssektor. Die Beratung Arthur D. Little schätzt, dass 2020 rund 233 Milliarden Euro im eHealth-Markt umgesetzt werden.

Gut investiertes Geld, wenn man auf eine Untersuchung der Europäischen Union (EU) blickt, die zehn sektorenübergreifende eHealth-Projekte in europäischen Ländern evaluiert hat.

Alle untersuchten Projekte zeigen demnach ab dem zweiten Jahr ihren ökonomischen Nutzen – je nach Komplexität des Projekts und Erfahrung der Verantwortlichen. Die EU nennt als Erfolgsfaktoren dabei die Integration aller Betroffenen in den Entstehungsprozess, der zeitlich einen Großteil des Gesamtaufwands darstellt, die Teamarbeit aller Beteiligten sowie eine starke politische eHealth-Strategie.

„Wenn Deutschland bei der intersektoralen Vernetzung nicht bald nachzieht, werden die Patienten das einfordern oder einfach zu den Angeboten der freien Wirtschaft von Apple oder Google wechseln“, warnt Volker Hofmann.

Es drohe eine Selbstmedikation auf Basis selbst erfasster unvollständiger Daten. „Alle am Gesundheitssystem Beteiligten sind aufgerufen, sich im Interesse und zum Nutzen der Patienten zu vernetzen“, appelliert Hofmann.

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