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Vernetztes Gesundheitswesen

Fünf Jahre nationale Patientenakte in Schweden

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Intersektorale Vernetzung bedeutet wesentlich mehr, als eine elektronische Patientenakte oder einen elektronischen Medikationsplan umzusetzen. Die Anwendungen durch die Vernetzung sind so vielfältig wie die Anforderungen eines Landes. Technisch sind den Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt. Das verdeutlichen weitere Beispiele.

England: Kindesmissbrauch erkennen

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Um ihre Straftaten zu verschleiern, bringen gewalttätige Eltern ihr Kind bei jedem Vorfall in eine andere Klinik. Die Vernetzung von Kliniken und Sozialfürsorge in England gibt den Sozialämtern einen Überblick über alle Behandlungen in allen Einrichtungen. Der Vorteil ist, dass das Sozialamt mehr Kontrolle über die Inanspruchnahme von Leistungen hat und somit das Kindeswohl besser kontrollieren kann.

Das System zur Aufdeckung von Kindesmissbrauch soll bis 2018 landesweit funktionieren und 1.230 Einrichtungen des bereits vernetzten National Health Systems (NHS) sowie 152 Kommunalverwaltungen miteinander verbinden.

Eine weitere Anwendung im englischen Gesundheitssystem ist die Coordinate My Care-Plattform, über die Behandlungsinformationen ausgetauscht werden. Dazu gehören auch die Wünsche schwerkranker Patienten.

Mit den nun verfügbaren Informationen wird sichergestellt, dass die Betreuung und Behandlung durchweg im Sinne des Patienten erfolgt – auch wenn dieser seine Wünsche und Bedürfnisse nicht mehr selbst äußern kann. Derzeit wird das System im Großraum London eingesetzt.

In Brasilen rufen Patienten ihre Krankenakten selbst ab

Um die Verwaltung effizienter zu machen und die Qualität der Behandlung zu verbessern, hat die Region rund um die brasilianische Hauptstadt Brasilia das größte Gesundheitsinformationssystem Südamerikas etabliert, an das heute rund 2,5 Millionen Bürger angeschlossen sind.

Niedergelassene Ärzte und Kliniken sammeln ihre Diagnosen und Informationen zu Behandlungen in zentralen elektronischen Patientenakten. Diese Akten können sich Patienten und Ärzte, die eine Gesundheitskarte besitzen, ansehen, nachdem sie ihre PIN zur Identifizierung eingegeben haben. Da in Brasilien jedoch nicht jede Praxis und schon gar nicht jeder Privathaushalt mit Internet ausgestattet ist, gibt es in der Region mehr als 6.000 Zugangspunkte: Hier holen sich die Patienten selbst die Daten ab, drucken sie aus und bringen sie mit zum Arzttermin.

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