Bürgerdienste beim eGovernment

Führerscheinanträge über Web Services

18.06.2010 | Redakteur: Gerald Viola

Erfassung eines Fahrschulantrags über das Internet (Quelle: DZBW)
Erfassung eines Fahrschulantrags über das Internet (Quelle: DZBW)

Wie können Organisationen aus Wirtschaft und Verwaltung miteinander verknüpft werden und dennoch ihre eigene Sicht behalten? LaIF-eBD perfektioniert die Abwicklung von Fahrerlaubnisanträgen zwischen Fahrschulen und Führerscheinstellen. Aus Sicht der Fahrschule verschwinden die Landkreisgrenzen; deshalb ist der eBürgerdienst auch für den Einsatz in Metropolregionen bestens geeignet.

Ein Blick in den Alltag von Fahrschule und Führerscheinstelle zeigt, dass die einzelnen EDV-Produkte überwiegend den Innenbereich im Blick haben. Daraus resultieren Insellösungen, die auf Papier geführt werden müssen. Daten werden ausgedruckt und erneut erfasst.

Die Fahrschule ist in einer Region tätig. Größere Fahrschulen besitzen oft Zweigstellen, sodass ihre Fahrschüler häufig aus unterschiedlichen Stadt- oder Landkreisen kommen. Der Antrag auf eine Fahrerlaubnis ist in der örtlich zuständigen Führerscheinstelle zu stellen, also in der Führerscheinstelle, in deren Kreisgebiet der Antragsteller wohnt. Je nach Antragsart – zum Beispiel Ersterteilung, Erweiterung oder Führerschein ab 17 – gibt es unterschiedliche Antragsvordrucke. Für den Bürger ist es sehr aufwendig, den richtigen Vordruck zu verwenden und alle erforderlichen ergänzenden Unterlagen beizubringen.

Deshalb bieten viele Fahrschulen als Service an, den „Papierkram“ mit zu erledigen. Die Folge ist, dass die Fahrschulen für jede Vorgangsart und für jede Führerscheinstelle Papieranträge in ausreichender Anzahl vorhalten und damit einen ganzen Aktenschrank füllen können. Diese Anträge werden von Hand ausgefüllt. Die erforderlichen Unterlagen werden angehängt. Die Vollständigkeit der beigebrachten Dokumente muss manuell sichergestellt werden. Zu den angeforderten Unterlagen gehört auch die Meldebestätigung der Gemeinde. Diese muss der Bürger vorab beim Rathaus seines Wohnortes beantragen.

Einmal pro Woche muss ein Mitarbeiter der Fahrschule jede Führerscheinstelle persönlich aufsuchen und die Anträge abgeben. Die Führerscheinstelle prüft jeden Antrag auf korrekt ausgefüllte Daten und vollständig angehängte Unterlagen. Anschließend werden die qualifizierten Daten von Hand erfasst. Falls eine Archivsoftware eingesetzt wird, werden die Papierunterlagen zum Antrag eingescannt.

Aus dieser gelebten Praxis ergeben sich spannende Aufgaben, die über bekannte eBürgerdienste weit hinausgehen. Zum einen müssen unterschiedliche räumliche Sichten für die Fahrschule und für die Führerscheinstelle angeboten werden. Zum anderen gehören nicht nur qualifizierte Daten zu einem Antrag, sondern auch Dokumente. Diesen Anforderungen wird LaIF-eBD mit praktikablen Lösungen gerecht, wie bereits im Echteinsatz in zwei Kreisen in Baden-Württemberg unter Beweis gestellt wird.

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