Open Data in Bayern

Freistaat will sein eGovernment-Gesetz anpassen

| Autor: Manfred Klein

Auch in Bayern soll die Wirtschaft von Open Data profitieren
Auch in Bayern soll die Wirtschaft von Open Data profitieren (Bild: © crevis – stock.adobe.com)

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. (vbw) hat auf einem Kongress zum Thema gefordert, dass Open Data Wirklichkeit werden müsse. Der Freistaat wiederum nutzte die Diskussion dazu, seine Vorhaben bei Open Data vorzustellen.

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., erklärte dazu: „Daten sind der Rohstoff des Informationszeitalters und ermöglichen völlig neue Dienstleistungen, Anwendungen und Produkte. Zu den wichtigsten Datensammlern und -haltern gehören Bund, Länder und Gemeinden. Allerdings sind ihre Datenbestände oft noch nicht frei zugänglich und damit auch nicht für innovative Dritt-Anwendungen nutzbar.“

Brossardt betonte, dass mit Open Data Projekte besser geplant, Prozesse effizienter gestaltet und neue Dienstleistungen entwickelt werden können. Damit diese Möglichkeiten Wirklichkeit werden, forderte er, von der Verwaltung erhobene Daten zugänglich und nutzbar zu machen. Brossardt dazu weiter: „Open Government Data muss Wirklichkeit werden.“ Dazu sei es aus Sicht des vbw insbesondere auch notwendig, ein Umfeld zu schaffen, in dem junge Kreative Vorstellungen zu Geschäftsmodellen entwickeln, die auf Open Data beruhen, und diese auch umsetzen könnten.

Finanz- und Heimatstaatssekretär Albert Füracker ergänzte diese Aussage: „„Open Data erhöht die Transparenz staatlichen Handelns und fördert die Teilhabe und aktive Mitgestaltung der Bürgerinnen und Bürger an den demokratischen Entscheidungsprozessen. Die Zusammenarbeit von Bürgern und Verwaltung wird durch einen leichteren Zugang zu vorhandenen Daten und Informationen verbessert. Die öffentlich zugänglichen staatlichen Daten werden auf dem Open-Data-Portal Bayern übersichtlich gebündelt. Sie können mit einer zentralen Suchfunktion einfach und schnell recherchiert werden.“

Füracker weiter: „Über 800 Datensätze, oder mehr als 5 Millionen Seiten DIN A 4 Papier, bieten im Open-Data-Portal des Freistaats echten Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger, für Unternehmen und Wissenschaft.“ Auch stünden im Internet über 200 verschiedene Geodatensätze kostenfrei zur Nutzung zur Verfügung. Diese informierten unter anderem über Schutzgebiete, Lage von Leerrohren für den Breitbandausbau oder über Bauleitpläne von Kommunen.

Ein nutzerfreundlicher Zugang zu staatlichen Daten, Informationen und Services, wie ihn zum Beispiel auch das BayernPortal bereitstelle, sei aber mindestens genauso wichtig für Bürger und Unternehmen, unabhängig von Open Data. Sehr viele Informationen und Verwaltungsdienstleistungen in Bayern würden im BayernPortal bereits zur Verfügung gestellt und die Anzahl werde weiter steigen.

„Im BayernPortal finden sich über 150 Online-Services, über 600 Formulare, über 2000 Fachdatenbanken, mehr als 2000 digitale Merkblätter und rund 21.000 Ansprechpartner bei Kommunen und Behörden. Das BayernPortal deckt sehr viele verschiedene Themen ab, etwa zu Bevölkerung, Wirtschaft, Soziales und Bildung. Es existiert somit ein digitaler Datenschatz für neue Anwendungen und Apps“, hob Füracker hervor.

Füracker warb auf dem Kongress in München auch für den BayernAtlas: „Der BayernAtlas kann durch jeden Bürger und jede Firma kostenfrei genutzt werden.“ Im BayernAtlas würden nicht nur Geobasisdaten wie aktuelle Luftbilder, digitale Karten verschiedenster Ausprägungen oder 3D-Geländedarstellungen angezeigt. Auch Geodaten wie Naturschutzgebiete, Schulsprengel oder Verwaltungsgrenzen sowie Informationen aus dem Bereich Hochwasserschutz oder Rad- und Wanderwege könnten dort abgerufen werden.

Ergänzendes zum Thema
 
Open Data-Anwendungsfelder – Praxisbeispiele

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Daten verknüpfbar sein: Dann sollte Linked Data auch namentlich erwähnt werden. In der Hinsicht...  lesen
posted am 27.02.2018 um 08:42 von Unregistriert


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