eGovernment in Thüringen

Freistaat setzt auf digitale Datennutzung

| Redakteur: Julia Mutzbauer

Der Freistaat Thüringen baut sein GIS-Angebot aus
Der Freistaat Thüringen baut sein GIS-Angebot aus (© profit_image - stock.adobe.com)

Bei einem Besuch im Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation (TLBG) stellte der Finanzstaatssekretär Dr. Hartmut Schubert das Ergebnis eines gemeinsamen Digitalisierungsprojektes der Thüringer Finanzveraltung und der Kataster- und Umweltverwaltung im Bereich Geo- und Umweltinformation vor.

Am vergangenen Dienstag hat der Staatssekretär im Thüringer Finanzministerium und CIO des Freistaats Dr. Hartmut Schubert gemeinsam mit dem Vizepräsidenten des Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformation Ulrich Püß über neue digitale Verfahrensweisen in der Verwaltung gesprochen. Schubert und Prüß sind sich einig: „Die Thüringer Verwaltung baut im Bereich der Geoinformation auf einen soliden und gut entwickelten digitalen Service. Die elektronischen Kartendaten sind Grundlage für viele andere Verwaltungsverfahren, so zum Beispiel für die Bauverwaltung, die Umweltverwaltung oder auch die Steuerverwaltung. Ebenso nutzen die Kommunen, die vom Land bereit gestellten Geoinformationen“.

Projekt zur Digitalisierung der Geodaten

Laut Dr. Schubert wurden in einem zehnjährigen Projekt im Bereich der Bodenschätzung 21.000 Feldschätzungskarten digitalisiert. Dabei wurden die kompletten Inhalte zur Bodenbeschaffenheit der vorhandenen Papierkarten elektronisch erfasst. Insgesamt umfasse die digitale Fläche in Thüringen circa 5,4 Millionen Punktobjekte und 893.000 Flächenobjekte der Bodenschätzung. Zudem soll das Projekt neben der Digitalisierung eine tiefgreifende Inventur des Datenbestandes mit sich gebracht haben.

Dabei hätten sich die eingeplanten Kosten in Höhe von rund 1,5 Millionen gelohnt. Der Finanzstaatssekretär merkt an, dass die Digitalisierung nicht kostenfrei ist. Er gibt an: „Im Rahmen des Projektes wurden exakt 1,77 Euro pro Hektar digitalisierter Thüringer Landwirtschaftsfläche eingesetzt.

Mithilfe der digitalen Technik stehen die genauen Abmessungen und Beschreibungen für Grundstücke den Behörden in wenigen Sekunden zur Verfügung. Zudem profitieren auch private Nutzer, Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen von den zahlreichen digitalen Möglichkeiten. Hierbei spielt der Online-Dienst, das Thüringer Open-Data-Portal für Geobasisdaten, Geoproxy eine wichtige Rolle. Das Portal soll dabei jährlich von 100.000 Nutzern verwendet werden.

Der Finanzsstaatssekretär erläutert: „Jegliche Strategie und Maßnahme zum Klimaschutz in Thüringen wird auf den von uns digitalisierten Karten und den aktualisierten elektronischen Daten aufbauen. Die Daten können beispielsweise Auskunft über Erosionsgefahren des Bodens geben, über mögliche Einträge in Grundwasser oder wo sich in Thüringen CO2-bindende Moorflächen befinden. Damit lassen sich ganz neue Modellrechnungen und Übersichten erstellen“.

Digitale Dienste

Die zentrale Verwaltung der Geodaten und der jeweiligen Dienste übernimmt das Thüringer Landesrechenzentrum (TLRZ). Das TLRZ setzt hierbei die von der EU festgelegten Verfügbarkeitsanforderungen für den Dienst Geoproxy um.

Auch beim Landesprogramm „Offene Geodaten“ werden die zentralen Speicher- und Backupfunktionen des zentralten Thüringer Rechenzentrums genutzt.

Ein weiteres Thema des Gesprächs war das in Thüringen verwendete selbstlernende System mit dem aus Satellitendaten des europäischen Programms Copernicus Änderungsinformationen zur tatsächlichen Nutzung für die Geotopographie und das Liegenschaftskataster ermittelt werden. Das Thüringer Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformtation entwickelt Methoden für eine einfachere Benutzung von Sattelitendaten der Landesverwaltung.

Personalverwaltung soll leistungsfähiger werden

Auch die Digitalisierung interner Verwaltungsverfahren im Landesamt (TLBG) sieht der Thüringer Finanzstaatssekretär positiv. Beispielsweise das eGoverment Verfahren PERSOS zur einheitlichen Personalverwaltung in der Landesverwaltung. Laut Dr. Schubert und Prüß soll in Zukunft die Thüringer Behörde mit dem zentral zur Verfügung stehenden Verfahren vom Thüringer Finanzministerium im Bereich der Personalveraltung leistungsfähiger aufgestellt sein. Auch soll im kommenden Jahr die elektronisch Akte im Landesamt eingeführt werden.

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