Deutsch-französische Zusammenarbeit Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und Künstliche Intelligenz

Von Chiara Maurer

Gemeinsam wollen Frankreich und Deutschland Impulsgeber für Künstliche Intelligenz in Europa sein. Um dieses Vorhaben zu verwirklichen, fördern die Länder nun fünf Projekte, die neue KI-Lösungen mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit entwickeln.

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Durch die deutsch-französische Zusammenarbeit im Bereich der Künstlichen Intelligenz wollen die Länder die europäische Wettbewerbsfähigkeit in diesem Sektor steigern
Durch die deutsch-französische Zusammenarbeit im Bereich der Künstlichen Intelligenz wollen die Länder die europäische Wettbewerbsfähigkeit in diesem Sektor steigern
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Vor etwa einem Jahr gab es einen Förderaufruf aus Deutschland und Frankreich. Die Länder wollten, auf Basis des Vertrags von Aachen, mit gemeinsamen Innovationsprojekten ihre Zusammenarbeit im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) vertiefen und stellten dazu Fördermittel von jeweils zehn Millionen Euro zur Verfügung

Im internationalen Kampf um KI hat die Europäische Union sehr starke Ambitionen: Sie will sich Weltklasse-Know-how aneignen, die besten Talente anziehen, Spitzentechnologien entwickeln und KI in Unternehmen, Verwaltungen und allen Gebieten verbreiten. Um dieser Herausforderung zu begegnen, schlagen Deutschland und Frankreich nun eine konkrete Maßnahme zur Förderung eines innovativen Technologieangebots im gemeinsamen europäischen Interesse vor

Bruno Le Maire, französischer Minister für Wirtschaft und Finanzen

Im März und April dieses Jahres war es nun soweit, und die Projekte, die sich im Auswahlverfahren gegen ihre Konkurrenten durchsetzen konnten, gingen an den Start. Die Gewinner werden in den kommenden drei Jahren mit einer Summe von insgesamt 17,9 Millionen Euro gefördert.

Wir müssen das gesamte Potenzial digitaler Spitzentechnologien ausschöpfen, um die Transformation der Wirtschaft hin zu mehr Klima- und Umweltschutz zu unterstützen, die Souveränität der deutschen und europäischen Wirtschaft zu stärken und uns besser auf Epidemien vorzubereiten

Dr. Franziska Brantner, Parlamentarische Staatssekretärin

Im Fokus der Projekte liegt deswegen die Entwicklung von KI-Projekten im Bereich der Nachhaltigkeit sowie zur frühzeitigen Erkennung und Bekämpfung von künftigen Epidemien und Pandemien. Ziel ist es, die Industrie so weniger störanfällig gegenüber Unregelmäßigkeiten in der Lieferkette zu machen.

Die folgenden Projekte mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie beider Länder erhalten in den nächsten Jahren Unterstützung durch das bilaterale Förderprogramm:

AIOLOS – Artificial Intelligence Tools for Breakout Detection and Respons

Das Projekt, zu dessen Partnern die Fraunhofer Gesellschaft zur Förderung der Angewandten Forschung e.V. sowie die CompuGroup Medical gehören, möchte KI-basierte Modelle nutzen, um künftig besser auf Epidemien und Pandemien vorbereitet zu sein. Die KI soll dabei helfen, Krankheitsausbrüche frühzeitig zu erkennen und die Ausbreitung und Entwicklung zu prognostizieren, um Ressourcen effizient und nachhaltig einzusetzen. Somit könnten Epidemien schneller unter Kontrolle gebracht werden.

CONTRAILS – Contrails in the Climate System: from Observation to Impact Modeling and Prediction

Contrails hat sich die KI-gestützte Kondensstreifenüberwachung auf die Fahne geschrieben, wobei ein besonderer Fokus auf der Evaluierung der Streifen liegt, um so ihre Auswirkungen auf das Klima zu untersuchen. Mit den Partnern, darunter der Deutsche Wetterdienst, sollen Lösungen entwickelt werden, die zudem experimentelle Tests zur Flugbahnoptimierung unterstützen.

RenovAlte – Boosting renovation industry with AI

Die Partner wie das Offis – Institut für Informatik und VIA IMC möchten mit einer auf KI basierenden Software helfen, die Renovierung von Wohnungen und Straßen zu optimieren. Dabei sollen nicht nur einzelne Schritte, sondern der gesamte Prozess von dem Programm profitieren; Lösungen von der initialen Datenerfassung bis hin zu Entscheidungshilfen für Planungsbüros sollen integriert werden.

GreenBotAI – frugal and adaptive AI for flexible industrial Robots.

Mit Partnern wie dem Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) und der Hochschule München strebt GreenBotAI die Entwicklung eines intelligenten Systems für Industrieroboter an. So soll sichergestellt werden, dass auch während Pandemien die Produktion weitergeführt werden kann. Zudem sollen auf diese Weise die europäische Souveränität im Bezug auf die Produktionsautomatisierung gewährleistet und der Energieverbrauch von Roboteranwendung signifikant verringert werden.

GANResilRob – Generative Adversarial Networks ans Semantics for Resilient, Flexible Production Robots

Digitale Produktionssysteme und verbesserte Industrieroboter sollen in pandemischen Krisen dafür sorgen, dass menschliche Kontakte weitestgehend vermieden werden können. Dazu nehmen sich die Partner – darunter das FZI Forschungszentrum Informatik – zum Ziel, ferngesteuertes Aufgabenlernen und die automatische Anpassung der Produktion in die Systeme zu integrieren.

Hintergrund

Die deutsch-französische Allianz im Bereich der KI

Bereits im Jahr 2019 unterzeichneten die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie der französische Staatspräsident Emmanuel Macron den Vertrag von Aachen. In diesem bekräftigten die beiden eine enge Abstimmung in der Europapolitik, eine starke gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik und ein Wirtschaftsraum mit gemeinsamen Regeln. Darauffolgend unterschrieben die Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und ihre Amtskollegin Frédérique Vidal sowie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und sein Amtskollege Bruno Le Maire noch im selben Jahr eine Roadmap und – noch wichtiger – die Declaration of Intent für ein deutsch-französisches Forschungs- und Innovationsnetzwerk auf dem Gebiet der KI. Mit dieser Allianz möchten die beiden die Entwicklung und Forschung der KI nicht nur im eigenen Land, sondern europaweit vorantreiben und so die europäische Wettbewerbsfähigkeit stärken.

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