Thema: De-Mail kämpft weiter um Anerkennung

erstellt am: 15.07.2015 07:28

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Akzeptanzprobleme bei den Bundesbehörden
De-Mail kämpft weiter um Anerkennung


Bis Ende 2015 sollen die Bundesbehörden an das eMail-System „De-Mail“ angeschlossen sein. Derzeit steckt man aber noch mitten in den Vorbereitungen zur Anbindung an das Gateway. Bundestagsabgeordneter Jan Korte spricht nun klare Worte.

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nicht registrierter User


Kommentar zu: De-Mail kämpft weiter um Anerkennung
15.07.2015 07:28

Herrn Korte ist nicht beizupflichten, DE-Mail sei viel zu umständlich. Wohl aber seiner Feststellung, dass das Vorhaben gescheitert ist.

Sieht man sich diverse Richtlinien für elektronische Kommunikation an, so zieht sich wie ein Roter Faden erschreckende Fachinkompetenz hindurch, aber auch Klein-Klein zur Verteidigung eigener Gemeinde-Selbständigkeiten bis hin zu den Länder- und Bundesbehörden. Nicht ganz unbeteiligt daran dürfte auch die zahllosen externen Berater sein, die wie die Maden im Speck der öfftl. Verwaltung ein prächtiges Auskommen finden, meist nur auf Grund von Freihandvergaben durch Beschaffungsstellen, denen ordentliche Ausschreibungen und ein korrektes Auswahlverfahren zu lästig fallen.

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nicht registrierter User


RE: De-Mail kämpft weiter um Anerkennung
15.07.2015 08:57

zu umständlich? Nein! Weder für den Endanwender und erst recht nicht für eine Behörde mit Gateway-System ist die Benutzung wirklich schwierig. Eigentlich liegt in der (gesetzlich verankerten) Sicherheit i.V.m. einfacher Nutzung gerade die Stärke der De-Mail.
Aber der Versuch, ein weitgehend national begrenztes System zu etablieren, dürfte von vornherein als gescheitert gelten. Dazu die leidige Konkurrenz eID (und deren Benutzung ist wirklich umständlich) vs. De-Mail: Das dürfte die potentiellen Nutzer eher verschrecken als ermuntern.
Ich vermute, dass alleine die (Mit-) Nutzung etablierter Infrastrukturen für sichere Kommunikation Aussicht auf Erfolg haben dürfte; maximal könnten (wenn man national denkt) noch vorhandene Banken-Sicherheitssysteme (HBCI, besser mtan-Verfahren) in der Fläche umsetzbar sein. Warum muss im Behördenumfeld die Sicherheit immer neu erfunden werden und das angesetzte Sicherheitsniveau gefühlt noch deutlich über alle sonst akzeptierten Standards hinausgehen?

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woksoll





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RE: De-Mail kämpft weiter um Anerkennung
15.07.2015 09:32

De-Mail ist viel zu umständlich und nicht zu gebrauchen.
Es ist ein proprietäres Mail-System, das nicht mal primitivsten Mail-Standards genügt. Man kann es nicht mit einem E-Mail-Client als Bürger nutzen (POP3, IMAP4). Man hat nur Zugang über einen Webbrowser. Meine Implementierung bei GMX unterstützt nicht, eine Benachrichtigung an ein erwachsenes Mailsystem zu schicken, wenn eine deutschnationale, proprietäre Sonderbehandlungsnachricht über De-Mail trifft. Zusammen mit der rechtlichen Konstruktion müsste man bei Nutzung von De-Mail sich jeden Tag händisch über Web in De-Mail einloggen, um keine Fristigkeit zu verpassen. Solche absurden Techniken können sich nur Spinner einfallen lassen. Und das in einer Zeit, wo man bequem und automatisch mit einem gebrauchten Billighandy über Maileingänge informiert wird. Wenn sie internationalen Standards gehorchen. Aber De-Mail ist zu allem inkompatibel und damit auch gegen Europa gerichtet. Wie Zugferd auch, wie die QualSig, wie die eID. In einem globaliserten Zeitalter, die Verwaltung hinter deutschnationalen Standards verstecken, die weder vom Bürger noch von der Verwaltung akzeptiert werden, ist absoluter Unsinn. Wenn De-Mail so eine Technikruine bleibt an internationalen Standards vorbei, werde ich auf gar keinen Fall den Mist für irgendwas wichtiges nutzen. Ich habe da keine Zeit für, mich 365 Mal im Jahr für drei Mails (womöglich auch noch gesichert mit MTAN) einzuloggen. Das können gerne die Spinner machen, die für solche unerträglichen Basteleien Zeit haben. Aber es ist rufschädigend für die Erzeuger.
woksoll

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nicht registrierter User


RE: De-Mail kämpft weiter um Anerkennung
15.07.2015 12:04

Es liegt auch an der vorherrschenden Lamorjanz, dass in Deutschland erst einmal alles schlecht geredet wird. Aus welcher Motivation auch immer.
Lasst die Behörden an das DE-Mail Netz gehen und die Bürger werden folgen, weil es dann sinnvoll erscheint und den beabsichtigten Zweck erreicht.
Welche brillianten Alternativen hat denn Herr Korte im Sinn ?
Da wäre ich ja mal gespannt !

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woksoll





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RE: De-Mail kämpft weiter um Anerkennung
20.07.2015 14:31

Die vorherrschende Lamorjanz? Süß.
Aus Wikipedia dazu:
Das später in De-Mail umbenannte Projekt Bürgerportale reagierte auf die ausbleibende Akzeptanz für das Gerichts- und Verwaltungspostfach EGVP. Schon 2006 wurde kritisiert, dass die behaupteten Sicherheitsvorteile des EGVP-Systems auf Basis des (XML-basierten) OSCI-Protokolls auch mit E-Mail-Spezifikationen (SMTP/S/MIME) erreichbar sind und insofern kein Bedarf für eine staatlich verordnete Zwangskommunikation über ein EGVP-System bestehe.
https://de.wikipedia.org/wiki/De-Mail
Die ersten 10 Jahre vergingen wie im Fluge. Ich habe 1998 mit S/MIME angefangen. In SAGA waren technisch nicht mögliche S/MIME-abweichungen als Pflichtstandard verbindlich vorgeschrieben für MailTrusT V2.
Man kann das nationale Basteln an internationalen Standards vorbei nennen wie man will: es kommt nichts bei raus. Steuerverschwendung. In anderen Ländern gibt es nicht so eine systematischen E-Governmentboykott wie in Deutschland. Was dabei herauskommt nach 10 Jahren Frickelei an Bürger, Wirtschaft und Verwaltung vorbei schreibt der SPIEGEL:
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/de-mail-bislang-von-keiner-bundesbehoerde-akzeptiert-a-1042994.html
Am Rande: die Bürgelr sind längst millionenfach in De-Mail drin, die Behörden trauen sich mal wieder nicht: Also bitte nicht die Tatsachen verdrehen für eine absurde Ideologie.
woksoll
* zuletzt geändert von: woksoll am 21.07.2015 um 13:58 Uhr *

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nicht registrierter User


RE: De-Mail kämpft weiter um Anerkennung
21.09.2015 17:01

De-Mail braucht eine Notbremse, die Gesundheitskarte braucht schon längst eine Notbremse, eGovernment ? - keiner fragt die Bürger, was sie brauchen ...

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