Thema: Der Teufel steckt wie immer im Detail

erstellt am: 25.07.2018 10:19

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„TR RESISCAN“
Der Teufel steckt wie immer im Detail


Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat mit der technischen Richtlinie „TR 03138 RESISCAN“ Vorgaben für das ersetzende Scannen festgeschrieben. Das vor zwei Jahren veröffentlichte Dokument bedarf laut Ulrich Gerke dringend einer Überarbeitung.

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nicht registrierter User


Kommentar zu: Der Teufel steckt wie immer im Detail
25.07.2018 10:19

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch folgendes Urteil: VG Wiesbaden, Urteil vom 28.2.2014-6 K 152114.WI.A. Hier hat das Verwaltungsgericht festgestellt, dass das BAMF insoweit keine ordentlichen Akten führt, als schwere Mängel im Scan-Prozess festzustellen sind und die Nachvollziehbarkeit von Asyl-Entscheiden nur unter Zuhilfenahme der Originale möglich war.
Insgesamt aber teile ich die Erfahrung, dass TR-Resiscan und TR-Esor enorm sperrige, kaum handhabbare Machwerke sind, die vor allem geeignet sind, Beratungsfirmen zu füttern und weniger, real existierende Probleme zu lösen. In den meisten Fällen wird es billiger sein, die Dokumente - in angemessener Qualität - zu scannen und die Originale (meist nur die Urkunden dritter Parteien) so wegzupacken, dass man Sie im extrem unwahrscheinlichen Fall, dass Sie im Streitfall vom Gericht im Original angefordert werden, zur Not mit erheblichem Aufwand wiederfinden kann.
Auch inhaltlich halte ich die Notwendigkeit der qualifizierten Signatur für angreifbar. Die Signatur bescheinigt schließlich nur, dass ein Mitarbeiter zum Zeitpunkt des Signierens gemeint hat, dass das Original mit dem elektronischen Faksimile übereinstimmt. Dies ist jedoch spätestens seit dem XEROX-Bug (https://www.heise.de/tp/features/Xerox-Software-veraendert-eingescannte-Zahlen-3961586.html) angreifbar und unterliegt natürlich der freien Beweiswürdigung des Gerichts.
Man versucht hier mit hohem technischen Aufwand ein Problem zu lösen, dass nie wirklich befriedigend lösbar sein wird. Solange Urkunden auf Papier erzeugt werden, wird man sie auch in Teilen physisch vorhalten müssen. Die einzige Lösung besteht darin, papierlose Prozesse zu konzipieren, in denen der Ausduck keinen Urkundencharakter hat sondern nur noch Hardcopy eines born digital Dokuments ist.

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