Thema: Mit Cloud Computing können Behörden Kosten sparen

erstellt am: 02.04.2015 17:35

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Diskussion zum Artikel


Grundlagenstudie
Mit Cloud Computing können Behörden Kosten sparen


Laut einer Studie der Unternehmensberatung Bearingpoint ist der Weg in die Wolke für die Öffentliche Verwaltung eine attraktive Alternative zum klassischen Outsourcing von IT-Dienstleistungen. Doch es fehlen einheitliche Rechtsgrundlagen innerhalb der EU und standardisierte Lösungen.

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nicht registrierter User


Kommentar zu: Mit Cloud Computing können Behörden Kosten sparen
02.04.2015 17:35

In Ihrem Artikel schreiben Sie von den Datenschutzzielen: Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit. Dies sind aber die klassischen IT-Sicherheitsziele, siehe BSI Grundschutz etc.

Hauptprinzipien des Datenschutzes sind aber:
• Datensparsamkeit und Datenvermeidung,
• Erforderlichkeit,
• Zweckbindung

Haben Sie schon einmal die strafrechtliche Problematik des § 203 Strafgesetzbuch (StGB) -Verletzung von Privatgeheimnissen- für Behörden betrachtet? Das geht weit über den Datenschutz hinaus.

(2) Ebenso wird bestraft, wer unbefugt ein fremdes Geheimnis, namentlich ein zum persönlichen Lebensbereich gehörendes Geheimnis oder ein Betriebs- oder Geschäftsgeheimnis, offenbart, das ihm als
1. Amtsträger,
2. für den öffentlichen Dienst besonders Verpflichteten,…
anvertraut worden oder sonst bekanntgeworden ist…“

Siehe dazu auch das „ Thesenpapier 7 – Schweigepflicht bei der Auslagerung von IT-Dienstleistungen“ vom Kompetenzzentrum Trusted Cloud.

http://trusted-cloud.de/media/content/150129_Thesenpapier_Schweigepflicht_gesamt_RZ_Ansicht_EZ.pdf

Matthias Hoffmann
Stadt Braunschweig

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woksoll





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Kommentar zu: Mit Cloud Computing können Behörden Kosten sparen
02.04.2015 17:45

Ist das jetzt ein redaktioneller Artikel oder Werbung? Cloudcomputing ist seit den Anfängen für die deutsche Verwaltung nutzbar, wenn man sich auf nationale Rechenzentren mit nationaler Jurisdiktion beschränkt. Dataport hatte schon im Geschäftsbericht 2010 aufgeführt, dass Microsoft ihnen Office350 zur Verfügung gestellt hatte, so dass man damit Cloudservices für die Dataport-Gesellschafter in Deutschland anbieten konnte. Aber dann grätschte das BMWi dazwischen, dass man erst mal 5 Jahre forschen müsse über Trusted Cloud, woran dann gegen Geld Bearingpoint beteiligt war. Es gab aber keinen rationalen Grund, auch ausländische Cloudknoten einbinden zu müssen, wie der Artikel suggeriert.
http://www.bearingpoint.com/de-de/7-5017/kompetenzzentrum-trusted-cloud-fuer-cloud-computing-forschungsprogramm-etabliert/
Etwas mehr Unabhängikeit in der Berichterstattung wäre schon schön.

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nicht registrierter User


RE: Mit Cloud Computing können Behörden Kosten sparen
02.04.2015 21:32

@Matthias Hoffmann
das Beispiel mit dem §203 StGB zeigt sehr schön, wie blödsinnig die Angstmacherei der vom BMWi gedungenen Juristen ist. Nehmen Sie als Beispiel den Steuerberater, der die Buchführung im Auftrage seines Mandaten bei der Datev in Nürnberg macht. Da gilt seit hunderten von Jahren der §203 StGB, wo im Absatz 1, Nummer 2 der Steuerberater namentlich genannt ist. Und? Seit Jahrzehnten muss dafür Sorge getragen, dass der Administrator nicht dazu führt, dass der Steuerberater wegen §203 ins Gefängnis geht. Tausende von Steuerberatern nutzen das seit Jahrzehnten. Und wenn jetzt die Datev vom Mainframe in eine Cloud mit 3 RZ in Deutschland sich ausweitet bricht plötzlich der juristische Notstand aus? Absurder Unsinn, der im Auftrag des BMWi zusammengeschrieben wurde.
Wenn die Datev Jahrzehnte nationale einen guten nationalen Job macht, müssen die wegen Bearingpoint jetzt auch französisches und spanisches Recht beachten? Absurd. Kommen Sie auf die Erde zurück und werden sachlich.
Das BMWi hat erneut ein paar Mio € in die Hand genommen, um den nationalen Markt abzuschotten. So wie wir das fortwährend beim E-Government erleben.
Versuchen Sie doch einfach mal zu erklären, warum wir alle auf die Umsetzung des Artikel 8 der EU-Dienstleistungsrichtlinie verzichten und keiner Klage wegen des Verstoßes gegen EU-Recht mit dem §3a VwVfG erhebt. Wir haben tausende sonst arbeitsloser Juristen, denen es Spaß macht, den Staat zu boykottieren und Sand ins Getriebe zu werfen. Auch völlig unsachlich.
Der §203 StGB ist keine echter Hinderungsgrund. Sonst könnte kein Arzt seine Praxis IT durch einen externen Admin betreuen lassen. Zudem gibt es technische Maßnahmen, dass weder der lokale, noch der Admin im RZ oder der Cloud verschlüsselte Patientendaten sehen kann.
Sachkunde wäre hilfreich, scheint das BMWi-Auftragsgeschwätz. Die Wettbewerbshüter sollten sich statt dessen um diese wahrscheinlich rechtswidrige Abschottung der Märkte kümmern.
woksoll

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woksoll





dabei seit: 14.03.2012

Beiträge: 355

RE: Mit Cloud Computing können Behörden Kosten sparen
02.04.2015 21:34

@Matthias Hoffmann
das Beispiel mit dem §203 StGB zeigt sehr schön, wie blödsinnig die Angstmacherei der vom BMWi gedungenen Juristen ist. Nehmen Sie als Beispiel den Steuerberater, der die Buchführung im Auftrage seines Mandaten bei der Datev in Nürnberg macht. Da gilt seit hunderten von Jahren der §203 StGB, wo im Absatz 1, Nummer 2 der Steuerberater namentlich genannt ist. Und? Seit Jahrzehnten muss dafür Sorge getragen, dass der Administrator nicht dazu führt, dass der Steuerberater wegen §203 ins Gefängnis geht. Tausende von Steuerberatern nutzen das seit Jahrzehnten. Und wenn jetzt die Datev vom Mainframe in eine Cloud mit 3 RZ in Deutschland sich ausweitet bricht plötzlich der juristische Notstand aus? Absurder Unsinn, der im Auftrag des BMWi zusammengeschrieben wurde.
Wenn die Datev Jahrzehnte nationale einen guten nationalen Job macht, müssen die wegen Bearingpoint jetzt auch französisches und spanisches Recht beachten? Absurd. Kommen Sie auf die Erde zurück und werden sachlich.
Das BMWi hat erneut ein paar Mio € in die Hand genommen, um den nationalen Markt abzuschotten. So wie wir das fortwährend beim E-Government erleben.
Versuchen Sie doch einfach mal zu erklären, warum wir alle auf die Umsetzung des Artikel 8 der EU-Dienstleistungsrichtlinie verzichten und keiner Klage wegen des Verstoßes gegen EU-Recht mit dem §3a VwVfG erhebt. Wir haben tausende sonst arbeitsloser Juristen, denen es Spaß macht, den Staat zu boykottieren und Sand ins Getriebe zu werfen. Auch völlig unsachlich.
Der §203 StGB ist keine echter Hinderungsgrund. Sonst könnte kein Arzt seine Praxis IT durch einen externen Admin betreuen lassen. Zudem gibt es technische Maßnahmen, dass weder der lokale, noch der Admin im RZ oder der Cloud verschlüsselte Patientendaten sehen kann.
Sachkunde wäre hilfreich, scheint das BMWi-Auftragsgeschwätz. Die Wettbewerbshüter sollten sich statt dessen um diese wahrscheinlich rechtswidrige Abschottung der Märkte kümmern.

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