Thema: Viele Kommunen sind nicht bereit für die eRechnung

erstellt am: 13.11.2018 07:37

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Digitalisierung
Viele Kommunen sind nicht bereit für die eRechnung


Laut Gesetz müssen Kommunen ab April 2020 in der Lage sein, Rechnungen vollständig digital empfangen und weiterverarbeiten zu können. Die Zeit bis zum Stichtag sollte rege genutzt werden, denn laut einer Studie des Instituts ibi research – im Auftrag von GiroSolution und giropay – sind 39 Prozent der befragten Kommunen noch nicht bereit für die eRechnung.

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nicht registrierter User


Kommentar zu: Viele Kommunen sind nicht bereit für die eRechnung
13.11.2018 07:37

Der Kosten/Nutzen-Faktor stellt sich einfach für viele Kommunen. Die Einführung der eRechnung kostet den Kommunen zwischen 20.000 bis 30.000 Euro. Dafür das am Ende vielleicht 4 oder 5 eRechnungen eintreffen, stellt sich die elektronische Verarbeitung den Kommunen nicht. In Zeit wo für viele Handwerker Word und Excel die Werkzeuge der Rechnungslegung sind, ist die eRechnung am Ende nur ein eins - ein Hype der Firmen um nach der Doppik Geld zu machen und die teuren Berater durch die Gegend zu schicken.

In der eRechnungsverordnung gibt es auch keine Pflicht für die Kommunen, wenn dort steht nach pflichtgemäßen Ermessen

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Dina Haack





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RE: Viele Kommunen sind nicht bereit für die eRechnung
13.11.2018 10:02

Ich hatte die Gesetzestexte ehrlich gesagt anders verstanden: Ich gehe davon aus, dass Kommunen verpflichtet sind bzw. sein werden, die Annahme und Verarbeitung von elektronischen Rechnungen sicherzustellen – ganz unabhängig davon ob sie elektronische Rechnungen erhalten oder nicht. Das heißt die Kosten-Nutzen-Frage stellt sich nicht. Es geht um die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen, daran geht kein Weg vorbei.

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Dina Haack





dabei seit: 08.08.2018

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RE: Viele Kommunen sind nicht bereit für die eRechnung
13.11.2018 10:13

Hallo Frau Ehneß,

vielen Dank, dass Sie auch direkt den Link zur Studie geteilt haben. Die Zahlen sind wirklich interessant!

Die Studie drückt sich aber an einigen Stellen in meinen Augen missverständlich aus, z.B. wird die E-Rechnungs-Verordnung thematisiert – diese bezieht sich aber nur auf öffentliche Auftraggeber des Bundes, für Kommunen ist diese so weit ich weiß gar nicht relevant.

Im Rahmen der Studie wäre für mich auch noch eine Frage interessant gewesen: Haben die Kommunen überhaupt das richtige Verständnis von der E-Rechnung? Es ist häufiger die Rede von Emails und PDFs und eingescannten Papierrechnungen – das alles sind ja gerade KEINE E-Rechnungen.

Viele Grüße
Dina Haack, WMD Group

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nicht registrierter User


RE: Viele Kommunen sind nicht bereit für die eRechnung
13.11.2018 11:57

Wie verhält sich die genannte gesetzliche Bestimmung im Kontext zum aktuellen Umsatzsteuergesetz, wonach Rechnungen die elektronisch übermittelt werden fürs menschliche Auge lesbar sein sollen!

Gilt Lex spezialis und falls ja, welches ist dann das spezielle Gesetz? Das Gesetz für die Austellung und Austausch von Rechnungen oder das Gesetz zum Verwaltungshandeln?

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nicht registrierter User


RE: Viele Kommunen sind nicht bereit für die eRechnung
14.11.2018 07:16

Frau Haack,
haben Sie sich die eRechnungsverordnung mal durchgelesen. Verpflichtend ist es für Institutionen des Bundes, für alle anderen steht in der Verordnung NACH PFLICHTGEMÄßEN ERMESSEN..
Also bitte keine Halbwahrheiten verbreiten.

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Dina Haack





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RE: Viele Kommunen sind nicht bereit für die eRechnung
14.11.2018 09:11

Guten Tag,
meine Absicht war es nicht, Halbwarheiten zu verbreiten. Ich wollte nur anmerken, dass ich es anders verstanden habe. Ich habe daraus gelesen, dass bestimmte öffentliche Auftraggeber des Bundes nach eigenem Ermessen entscheiden können, wie sie elektronische Rechnungen verarbeiten. Die Annahme ist meiner Ansicht nach davon nicht betroffen, diese ist verpflichtend.
Aber ich bin keine Juristin und natürlich könnte ich das auch falsch interpretiert haben.
Viele Grüße
Dina Haack

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Dina Haack





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Beiträge: 10

RE: Viele Kommunen sind nicht bereit für die eRechnung
14.11.2018 09:30

Ich meine, dass die KoSIT auch einen Viewer für XRechnungen bereitstellen wird, bin mir aber nicht ganz sicher.

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nicht registrierter User


RE: Viele Kommunen sind nicht bereit für die eRechnung
14.11.2018 10:12

die eRechnungsverordnung tritt für Bundesbehörden bereits in 4 Wochen in Kraft - für alle subzentralen öffentlichen Auftraggeber (und damit auch Kommunen) ein Jahr später (November 2019).

siehe Quelle BMI: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/gesetztestexte/e-rechnungsverordnung.pdf?__blob=publicationFile&v=3

...um die vollständige Wahrheit wirklich vollständig zu machen

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nicht registrierter User


RE: Viele Kommunen sind nicht bereit für die eRechnung
15.11.2018 07:50

§6 (2)

(2) Rechnungsempfänger, die nicht an das HKR-Verfahren des Bundes angeschlossen sind, haben die gemäß § 4 Absatz 3 übermittelten elektronischen Rechnungen nach pflichtgemäßem Ermessen zu verarbeiten.

Ich sehe dort keine Pflicht für die Kommunen. Das heisst wenn ich pflichtgemäßes Ermessen mit ausdrucken oder per Hand buchen definiere, kann ich weiter arbeiten wie bisher.

Wie gesagt, ich sehe die große Welle an xRechnungen/eRechnungen noch nicht, wenn die Handwerker ihre Rechnungen mit Word und Excel oder einem Lexware aus dem Jahre 2010 schreiben.

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