Thema: Bewerben für den Öffentlichen Dienst

erstellt am: 24.06.2015 08:55

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Recruiting
Bewerben für den Öffentlichen Dienst


Der demographische Wandel ist in der Öffentlichen Verwaltung längst angekommen: Rund 75 Prozent der Beschäftigten sind älter als 35 Jahre, parallel grassiert Stellenabbau. Damit geht Know-how verloren, und der Ruf nach Fachkräften wird laut. Welche Anforderungen stellen Personaler an Bewerber in Öffentlichen Verwaltungen?

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nicht registrierter User


Kommentar zu: Bewerben für den Öffentlichen Dienst
24.06.2015 08:55

Arme Behörden, die sich eines Recruiting-Experten bedienen müssen, noch dazu eines von der Sorte, die Bewerber nach Krawatte und Megabytes einstufen! Verfügt er wenigstens über Fachkompetenz bei der Beurteilung eines IT-Bewerbers? Oder wird dies dem Parteisekretär, allenfalls auch dem Wohnortpfarrer überlassen?

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nicht registrierter User


RE: Bewerben für den Öffentlichen Dienst
12.07.2015 11:06

Das auch der öffentliche Bereich Recruiting-Experten zur Bewerberauswahl einschaltet ist sicher richtig und oft notwendig. Gerade wenn auf eine Stelle 30 oder mehr Bewerbungen eingehen, ist es gut auch eine Bewertung eines Dritten in die Auswahl mit einzubeziehen. Die Einstellungsentscheidung tritt zum Schluss immer noch der Personalbereich nach Auswahlgespräch und Zustimmung Personalvertretung.
Die Probleme liegen in anderen Ebenen:
Recruiting-Experten die nur wenig oder keine echten Erfahrungen im Bereich öffentliche Verwaltung haben und somit die Feinheiten und Besonderheiten des Personal- und Dienstrechtes viel zu wenig kennen um diese bei der Auswahl zu berücksichtigen.
Bewerber, die sich im Vorfeld ebenfalls viel zu wenig mit den Besonderheiten des Personalrechtes der öffentlichen Verwaltung beschäftigt haben
Personalverwaltungen, die oft die wirklichen persönlichen und fachlichen Anforderungen der Einsatzstelle nicht hinreichend kennen und im wesentlichen eine Stelle nach Stellenplan möglichst kostengünstig besetzen möchten.

Besonders offenkundig werden die Probleme dieses subjektiven Beziehungsdreiecks bei der Besetzung nicht typischer Stellen in der öffentlichen Verwaltung - insbesondere Positionen für IT, Kommunikation und eGovernment. Da sprechen Bewerber von Erfahrungen im Bereich von Cloude, Cluster und Security, Personalverantwortliche von Tarifvertrag, Eingruppierung und Stellenstrukturen und der Recruting-Experte lobt den Aufbau des Anschreibens - was bitte soll aus dieser Gemengelage herauskommen ?

Die Beschäftigung in der öffentlichen Verwaltung ist von Besonderheiten geprägt. Es wäre insbesondere für Bewerber auf Stellen der technischen Aufgabenbereiche wichtig im Vorfeld der Bewerbung mehr Kenntnisse zu dem spezifischen Personal- und Dienstrecht zu erhalten, um die Erwartungen hinsichtlich Personal- und Einkommensentwicklung richtig einschätzen zu können. Hier könnte auch eine Publikation wie eGovernment Computing wertvolle Informationsarbeit leisten.
Nur wer vorher bewusst bei der Bewerbung zur Kenntnis genommen hat, das es schon im ÖD einen großen Unterscheid gibt, ob der IT-Administrator im Angestelltenverhältnis oder als Beamter beschäftigt ist, wird später die ungleiche Entwicklung zwischen den Mitarbeitern mit vergleichbaren Aufgabenfeldern verstehen und eher akzeptieren. Oder ein anderes Beispiel: eine Administratorenstelle wird als E10 oder bei bestehenden Voraussetzungen als A11 ausgeschrieben - was bedeutet das jetzt und für die nahe Zukunft ? Hier zeigen Bewerber gerade aus technischen Bereichen immer wieder erhebliche Kenntnisdefizite. Es reicht eben nicht sich im Vorfeld allgemein über den zukünftigen Arbeitgeber im ÖD zu informieren - mehr Wissen zum konkreten Rechtsgefüge von Personal- und Dienstrecht, Laufbahn du Tarifrecht sind notwendig.
Viele Bewerber verkennen, dass die Handlungsfreiheiten der Personalverwaltung im ÖD bei weitem nicht den Handlungsfreiraum hat, wie vergleichbare Personalbereiche der freien Wirtschaft (- und das wird in Zeiten von fehlenden Fachkräften immer mehr zu einem Problem!).
Vielleicht ist dieses spezifische Spannungsfeld für IT-Fachkräfte im ÖD der eGovernment Computing eine besondere Rubrik wert - den nur mit den richtigen, leistungsbereiten Fachkräften werden die Themen von eGovernment und IT-Entwicklung im ÖD erfolgreich umzusetzen sein, hier gibt es noch viel Entwicklungspotential !

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