Thema: KIX für eine Uni-Verwaltung

erstellt am: 10.12.2019 09:41

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Universität Bayreuth
KIX für eine Uni-Verwaltung


Nach Problemen mit OTRS wollte eine Abteilung der Universität Bayreuth eine für die Anwender ähnlich zu nutzende Alternative, und zwar mit Support. Nun nutzt sie KIX – nicht für den klassischen User-Helpdesk, sondern zur Erledigung von Verwaltungsaufgaben im Unibetrieb.

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nicht registrierter User


Kommentar zu: KIX für eine Uni-Verwaltung
10.12.2019 09:41

Ein für die Kürze bemerkenswert widersprüchlicher Artikel:

• „KIX“ ist kein eigenständiges Produkt, sondern ein modifiziertes OTRS. Was die »ähnlich zu nutzende Alternative« erklärt.

• Das OTRS-Upgrade 4 auf 5 scheitert, weshalb KIX statt dessen eingesetzt wurde, wofür zum Umstieg eine gelungene Aktualisierung von OTRS auf Version 5 die Voraussetzung war (!). Das Problem war demnach keineswegs OTRS.

• Da KIX aus Software-Sicht weitestgehend „aus OTRS besteht“, sind zumindest technische Gründe für den Umstieg kein haltbares Argument.

• Unterstützung gibt es auch für OTRS. Dessen Hersellter kann Fehler im Kern reparieren, was bei dem mittlerweile stark veralteten OTRS-Code in KIX (Version 5) problematisch ist. OTRS-Anwender nutzen mittlerweile Version 7, während die 2017 für 2018 angekündigte neue Version von KIX auch 2019 noch niemand in der freien Wildbahn gesehen hat.Was beim beschriebenen Einsatz-Szenario unter dem Gesichtspunkt „Aktualität der Software und DSGVO“ zumindest Fragen aufwirft.

• Die „umständliche Umwandlung in PDF“ erledigen moderne Betriebssysteme mit Bordmitteln: Es liegen offenkundig frappierende Schulungsmängel vor. Was naheliegt, wenn es erklärtes Ziel war, sich Schulungen der Mitarbeiter zu sparen. Das Geld fließt statt dessen in eine Individualentwicklung, die ohne Schulung Nutzer ebenfalls scheitern lassen wird.

Fazit 1: Ein umlackiertes, altes Auto bleibt ein altes Auto.

Fazit 2: Wer Unfälle vermeiden will, sollte statt ins Auto in die Fahrer investieren.

Wer schreibt? Siehe: https://buoa.de/wiki/kix-18-alpha

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Ira Zahorsky





dabei seit: 30.09.2009

Beiträge: 19

RE: KIX für eine Uni-Verwaltung
11.12.2019 07:16

Sehr geehrter Leser,
ich habe Ihre Einwände und Anmerkungen an die ausführende Firma Cape IT weitergeleitet. Sobald ich eine Antwort bekomme, werde ich sie hier einstellen.
Mit freundlichen Grüßen,
Ira Zahorsky (Redaktion)

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Ira Zahorsky





dabei seit: 30.09.2009

Beiträge: 19

RE: KIX für eine Uni-Verwaltung
12.12.2019 11:10

Sehr geehrter Leser,
uns liegt nun die Antwort von Cape IT vor. Diese lautet wie folgt:
Ein für die Kürze bemerkenswert widersprüchlicher Artikel:
• „KIX“ ist kein eigenständiges Produkt, sondern ein modifiziertes OTRS. Was die »ähnlich zu nutzende Alternative« erklärt.
Antwort: Diese Aussage ist nicht korrekt. KIX ist seit 2016 ein sich eigenständig entwickelndes Produkt. Da es sich um einen Fork von OTRS Community Edition (damals noch OTRS5free) handelt, ist die Ähnlichkeit in der Bedienung und auch in großen Teilen der Architektur gegeben.
Es wurde und wird nie abgestritten, dass KIX ein Fork von OTRS Community Edition ist. KIX ist mittlerweile auch nicht der einzige Fork [1]. Für Open Source Software ist dies eine natürliche Entwicklung, vor allem wenn das Ursprungsprojekt sein Charakter als Open Source Software mehr und mehr zu verlieren droht.
[1] https://ofork.de/
• Das OTRS-Upgrade 4 auf 5 scheitert, weshalb KIX statt dessen eingesetzt wurde, wofür zum Umstieg eine gelungene Aktualisierung von OTRS auf Version 5 die Voraussetzung war (!). Das Problem war demnach keineswegs OTRS.
Antwort: Je nachdem was man mit OTRS meint, ist diese Aussage korrekt oder falsch. Das Problem im genannten Fall war keineswegs das Produkt, wie die problemlose Umsetzung durch cape IT belegt. Das Problem lag vielmehr darin, dass aus hier nicht näher darlegbaren Gründen es leider nicht möglich war, die erforderliche Dienstleistung vom Hersteller zu beziehen.
Im ZKI werden Erfahrungen und Wissen zwischen Hochschulen ausgetauscht. Da positive Erfahrungen mit den Dienstleistungen und Produkten der cape IT bestanden, wurde dieser Weg ausprobiert und in diesem Kontext auch auf die besser passende Alternative KIX gewechselt.
• Da KIX aus Software-Sicht weitestgehend „aus OTRS besteht“, sind zumindest technische Gründe für den Umstieg kein haltbares Argument.
Antwort: Dieser Aussage kann man insofern zustimmen, als dass signifikante Komponenten von KIX aus OTRS stammen. Das technische Produkt OTRS ist jedoch nur ein Aspekt des Gesamtpakets. Die notwendige Dienstleistung und Unterstützung sowie die Gesamtkosten gehören ebenfalls in die Betrachtung.
• Unterstützung gibt es auch für OTRS. Dessen Hersteller kann Fehler im Kern reparieren, was bei dem mittlerweile stark veralteten OTRS-Code in KIX (Version 5) problematisch ist. OTRS-Anwender nutzen mittlerweile Version 7, während die 2017 für 2018 angekündigte neue Version von KIX auch 2019 noch niemand in der freien Wildbahn gesehen hat. Was beim beschriebenen Einsatz-Szenario unter dem Gesichtspunkt „Aktualität der Software und DSGVO“ zumindest Fragen aufwirft.
Antwort: Hier fassen Sie mehrere Punkte zusammen. Diese möchten wir gern einzeln betrachten:
Sie „unterschagen“, dass das Produkt KIX aktiv von cape IT gepflegt wird und damit diese Frage durchaus beantwortet ist. So wie die OTRS AG als Hersteller das eigene Produkt unterstützt und Fehler im Kern repariert, tut dies auch die cape IT für das gesamte Produkt KIX. Es werden nicht nur Fehler korrigiert, sondern auch aktiv neue Funktionen ergänzt oder gemeinsam mit Kunden vorgenommene Erweiterungen in das Produkt KIX überführt.
So ist das Produkt OTRS zwar bereits in Version 7 verfügbar, jedoch hat auch dieses noch niemand in freier Wildbahn gesehen. Das liegt daran, dass die sog. OTRS Community Edition auf Grund eines Strategiewechsels nun einige Jahre hinter der Entwicklung des kostenpflichtigen Produkts hinterherläuft [2]. Die OTRS Community Edition ist jedoch genau das von Hochschulen eingesetzte Produkt. Würden Sie also die gleichen Kriterien anwenden, die Sie an KIX und cape IT anlegen, stellen sich die Fragen an OTRS unter dem Gesichtspunkt Aktualität der Software und DSGVO durchaus.
[2] https://blog.otrs.com/2018/04/18/opensource-strategy-changes/
• Die „umständliche Umwandlung in PDF“ erledigen moderne Betriebssysteme mit Bordmitteln: Es liegen offenkundig frappierende Schulungsmängel vor. Was naheliegt, wenn es erklärtes Ziel war, sich Schulungen der Mitarbeiter zu sparen. Das Geld fließt statt dessen in eine Individualentwicklung, die ohne Schulung Nutzer ebenfalls scheitern lassen wird.
Antwort: Die Behauptung, dass jedes Betriebssystem eine solche Funktion mitbrächte, müssten Sie noch belegen. In der Tat gibt es zumindest im Linux-Bereich entsprechende Erweiterungen, die man einfach und schnell (aber eben zusätzlich) installieren kann. Damit allein ist jedoch nichts gewonnen, denn es gilt noch die Applikation zu überzeugen diese Funktionen zu nutzen und die relevanten Daten in eine PDF-Datei zu bringen. Natürlich kann man die Nutzer anlernen, die dafür erforderlichen einzelnen Schritte manuell zu erledigen. Das ist aber weder zeitgemäß noch bei mangelnden Mitarbeiterressourcen eine anwendbare Lösung - eine Automatisierung schon. Der Vorschlag einer Schulung ist daher interessant, aber in diesem konkreten Fall nicht zeitgemäß.
In diesem konkreten Fall der PDF-Erstellung und Archivierung im DMS zeigt sich ein Vorteil von Open Source Software. Eine ähnliche Lösung wurde bereits für andere Anwender entwickelt. Diese dient als Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung. Entgegen Ihrer Unterstellung handelt es sich nicht um eine Individualentwicklung. Die Weitergabe solcher Erweiterungen, insb. unter den Hochschulen wird von cape IT nicht untersagt, sondern erlaubt und aktiv unterstützt. Cape IT folgt dem Ansatz Public Money - Public Code.
Fazit 1: Ein umlackiertes, altes Auto bleibt ein altes Auto.
Fazit 2: Wer Unfälle vermeiden will, sollte statt ins Auto in die Fahrer investieren.
Wer schreibt? Siehe: https://buoa.de/wiki/kix-18-alpha
Antwort: Fazit 1 mag stimmen, wenn der Blick des Beobachters oberflächlich bleibt und technisch kein Hintergrund besteht. Im KfZ-Kontext schafft es der Blick nicht bis unter die Wagenfarbe. Bauform, Motorisierung, Ausstattung und Service des Herstellers machen aber auch einen Unterschied.
Fazit 2 stimmt in keinem Fall. Zwar sind technische Lösungen nicht der alleinige Weg, jedoch nutzt ein Fahrertraining nichts, wenn die Servicewerkstatt das Auto nicht reparieren kann, will oder dafür intransparente Preise veranschlagt. Für technische Lösungen gibt es bei Autos freie Werkstätten. Im Kontext von Software sind das alternative Dienstleister oder, als zusätzliche Option bei Open Source Software, Produktabzweigungen (sog. Forks). Diese Produktabzweigungen werden dann eigenständig weiterentwickelt.
* zuletzt geändert von: Ira Zahorsky am 12.12.2019 um 11:12 Uhr *

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