Thema: Warten oder starten?

erstellt am: 11.06.2016 17:56

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eIDAS-Verordnung wird für Behörden relevant
Warten oder starten?


Die eIDAS-Verordnung der EU betrifft die Öffentliche Verwaltung nicht direkt. Dennoch stellt eIDAS Behörden vor einige grundlegende Fragen: Wie lange lassen sich die schon im Einsatz befindlichen Vertrauensdienste weiter nutzen? Welche neuen, auf eIDAS basierende Dienste und Services sind für Behörden relevant? Und: Lohnt sich die Umstellung überhaupt und wann?

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woksoll





dabei seit: 14.03.2012

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Kommentar zu: Warten oder starten?
11.06.2016 17:56

Das ist aber eine lustige technozentrierte Sichtweise.
Seit zwei Jahrzehnten basteln wir mit technozentrierten Sichtweisen und kommen mit dem E-Government nicht zurecht: QualSig, eID und De-Mail (gestartert als Bürgerkonto wurden als Heilslehren verlufte und laufen regelmäßig gegen den Baum. Erst letzte Woche wurde das beA von den Anwälten mit der QualSig erst mal wieder auf unbestimmte Zeit verschoben. Zur Erinnerung: Anwälte in UK und USA laden ihre Schriftsätzen mit User und Paswort den Gerichten auf den Webserver. In Deutschland werden sie dagegen zu halbgaren Technoschnickschnack verdonnert: Juristen boykottieren Jurist bei der Digitalisierung. In Deutschland.
Die EU-Dienstleistungsrichtlinie haben wir hinterfotzig in Deutschland boykottiert: QualSig, eID uDe-Mail gibt es nicht für EU-Ausländer im EU-Ausland. Damit pfeiffen wir prollig auf EU-DLR Artikel 8. Jetzt kommt die Rache der EU: wenn wir uns schon bei der EU-Signáturrichtlinie kompromisslos gezeigt haben (D wollte mit dem Kopf durch die Wand mit der QualSig besonders in Bayern, während UK eine einfach Signatur mit eingescannter Unterschrift reicht), dann müssen wir eben jetzt jeden Technoschnickschnack von allen anderen akzeptieren. Kosten spielen keine Rolle, am Besten im Wochenrhytmus neue Software anschaffen, wenn Portugal esoterische Siegel einführt oder Griechenland Gewische auf dem Tablett notifiziert.
Mit diesem Chaos an technischen Möglichkeiten nach eIDAS, das Länder, die in der Digitalisierung führend sind wie die USA, nicht brauchen, weil die keine Zeit zum Spielen haben, sondern lieber mit Amazon, Google, Microsoft, Facebook, Netflix usw. Geld verdienen wollen, ist sichergestellt,. dass wir in Deutschland auch das nächste Jahrzehnt wie in den letzten beiden kein ernsthaftes E-Government machen.
Wie als Beweis gibt es ja noch nicht einmal Gesetzentwürfe für das öffentliche und private Recht (BGB; VwVfG, AO, SGB) wie man mit dem neumodischen Schnickschnack umgehen soll, obwohl eIDAS schon in Kraft ist. Wir haben uns maßlos verzettelt und zerfasert und da wird es wohl eher zwei Jahrzehnte dauern, bis der Gesetzgeber einigermaßen aufgeschlossen hat und dann ist wieder alles veraltet, wie jetzt mit dem Signaturgesetz, dass das BMWi wegen eIDAs aufgehoben wissen will.
Parallel dazu sind die Länder immer noch nicht so weit, zum EGovG des Bundes von 2013 aufgeschlossen zu haben und basteln an Chaos in 16 Bundestaaten. Zwei haben sich schon geoutet, dass die die gescheiterte Idee von De-Mail mit dem Bürgerkonto noch mal recyclen möchten. Das bringt uns bestimmt noch mal zusätzlich 5 Jahre Boykott des Neulandes. Bald werden wir wohl neue Wände bauen müssen, bei den vielen EGov-Projekten, die wir davor fahren, wie zuletzt beA. Besonders süß ist, dass beA auf das Signaturgesetz baut, das nun wegen eIDAS abgeschafft werden soll. Rechtssicherheit für unsere Juristen
Aber klar, wenn wir wie die letzten 20 Jahre technozentriert ohne jeden Business Case ohne jede vorgeschriebene WiBe den Mund wässerig reden, können wir noch viele Jahrzehnte nach dem Neuland lechzen, das andere wie in USA seit Jahrzehnten nutzen. Beispiel: seit 1999 kann man in Texas seinen Führerschein online verlängern lassen. Eine nPA online zu bestellen wird bei uns fast 20 Jahre später noch nicht mal diskutiert.
Na, jetzt ist erst mal Fußball und das EGov in D kann weiter schlummern.

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