Thema: Tipps für erfolgreiche Online-Behördenangebote

erstellt am: 10.08.2015 12:04

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Kommentar zum eGovernment Monitor
Tipps für erfolgreiche Online-Behördenangebote


„Der jüngst veröffentlichte eGovernment Monitor 2015 zeichnet für die eGovernment-Landschaft in Deutschland ein katastrophales Bild“, meint Thilo Schuster, Geschäftsführer der cit GmbH. In seinem Kommentar analysiert er die Hintergründe und gibt Tipps für erfolgreiches eGovernment.

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woksoll





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Kommentar zu: Tipps für erfolgreiche Online-Behördenangebote
10.08.2015 12:04

ein katastrophales Bild
Genau so. Aber wir kommen nicht dahinter, wer die deutsch Verwaltung behindert, boykottiert, in die Steinzeit zurück wirft.
Beispiel ePayment: vor über 10 Jahren hat der Bund eine E-Payment-Lösung individuell entwickelt. Sie hat sich in den Ländern nicht durchgesetzt, in den Kommunen schon gar nicht. Aber in der gleichen Zeit können die gleichen Bürger bei Buch.de, Bahn.de, den Banken problemlos online zahlen. Seit vielen Jahren.

Ich will noch zwei absurde Beispiele sagen: Hamburg wollte keine qual. Signaturen, sie wollten User/Passwort auf ihrem Service-Portal. Aber der Bund hat ihnen für bestimmte Verfahren qualifizierte Verfahren vorgeschrieben.
In Berlin muss man qualSigs für die Gewerbeonline-Meldung haben. Die bekommt man aber kaum noch. Mit nPA und De-Mail aber geht es nicht.

5 Mio € hat Berlin ausgegeben, um elektronisch fit für die EU-Dienstleistungsrichtlinie zu werden. Aber die EU-DLR wurde boykottiert durch die deutschen Gesetzgeber: sie verlangen qualSigs nach §3a VwVfG. Die aber kann kein EU-Ausländer im EU-Ausland bekommen. Damit ist der Artikel 8 der EU-DLR ausgebremst: einfach und online sollte es gehen.
Mittlerweile gehe ich nicht mehr nur von Dummheit aus, sondern von bösem Willen. Ich habe mit mehreren Leuten aus den Umsetzungsprojekten zur EU-DLR gesprochen. Alle wussten, dass das deutsche Recht EU-widrig ist. Keiner hat seinen Gesetzgeber dazu gebracht compliant zu werden. Das Unrecht wurde beschwiegen, selbst von Juristen, die mehr Aufwand betreiben, sich mit jungen Frauen zu umgeben, als der Sache zu dienen und den Mund auf zumachen. Fachartikel dazu werden hinter einer Paywall vor einer breiten Öffentlichkeit versteckt. Mittlerweile glaube ich, dass es Krise gibt, die E-Government erfolgreich sabotieren.
Angesichts des fehlenden Dialogs mit den Bürgern, ist die Nachricht, es fehle nur an Nachrichten über E-Government, sonst wäre vieles gut, ein blanke Verhöhnung des Bürgers und Steuerzahlers.
Wir werden wohl warten müssen, bis die jetzige Generation Juristen, die Deutschlands Digitalisierung sabotiert, außer Dienst geht. Der GBA ist ja schon mit seinem ebenfalls absurden Rechtsauffassungen über unabhängige Staatsanwälte und anderen Blödsinn.

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RE: Tipps für erfolgreiche Online-Behördenangebote
12.08.2015 08:38

Den bisherigen Statements kann ich nur zustimmen. Ich könnte (als Projektleiter eines eGovernment - Projektes) Romane zu diesem Thema schreiben.
Die Republik versinkt in in förderaler Kleinstaaterei und behindert damit vernünftige, schlanke und effektive Anwendungen.

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nicht registrierter User


RE: Tipps für erfolgreiche Online-Behördenangebote
12.08.2015 21:45

Als positives Beispiel: eine Terminreservierungsmöglichkeit einschl. ePayment flexible -Funktion unter https://termin.rhein-kreis-neuss.de/belehrungen/termine-buchen.html. Gesundheitsämter sind froh, eine solche online-Lösung für Hygiene-Belehrungen zu besitzen!

Michael Dörr

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woksoll





dabei seit: 14.03.2012

Beiträge: 352

RE: Tipps für erfolgreiche Online-Behördenangebote
13.08.2015 15:09

Ja, schön, dass die Bürger im Kreis Neuss online einen Termin beantragen können, in denen sie belehrt werden, dass sie mit Typhus kein Speiseeis verkaufen können. Aber das ist kein echtes Online-Angebot. Das wäre es, wenn die Belehrung online erfolgen würde als E-Learning-Paket und der Bürger nicht für so einen Quickie von weniger als 90 Minuten extra zum Kreisgesundheitsamt müsste.

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