Thema: Warum eHealth am Scheideweg steht

erstellt am: 23.11.2017 09:15

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Diskussion zum Artikel


Neue Akzente bei der Digitalisierung des Gesundheitswesen
Warum eHealth am Scheideweg steht


2,2 Milliarden Euro hat die elektronische Gesundheitskarte laut dem Bund der Steuerzahler bereits verschlungen. Die Einführung ist jedoch nach wie vor ungewiss. Unser Autor, Staatssekretär a.D. Prof. Dr. Wilfried Bernhardt, analysiert, wie es im eHealth weitergehen muss.

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nicht registrierter User


Kommentar zu: Warum eHealth am Scheideweg steht
23.11.2017 09:15

Die Einführung ist jedoch nach wie vor ungewiss
Falsch. Erste Produktkette (CGM) ist zugelassen. Pressemitteilungen dazu bereits am 10.11.2017. Artikel somit de facto obsolet.

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nicht registrierter User


RE: Warum eHealth am Scheideweg steht
24.11.2017 14:12

Endlich ein der Bedeutung des Themas angemessen fundierter Artikel, auch wenn die Überschrift etwas anderes vermuten ließ. Schließlich stehen wir alle nicht vor der Frage ob, sondern wie und wenn überhaupt noch, was sind wir bereit auf dem Altar der Bequemlichkeit und Technikverliebtheit an Sicherheit zu opfern. Solange den meisten Entscheidern bei Krankenkassen und Versicherten die möglicherweise lebenslangen, negativen Auswirkungen eines zu lässigen Umgangs mit Gesundheitsdaten offenbar nicht deutlich genug sind, obliegt es der Politik und den Verantwortungsbewussten der Branche, die Handlungsräume zu definieren und zu behaupten. Auch durchaus mal gegen den Mainstream. Schließlich schnallt sich wohl niemand gern an, trotzdem zwingt das Gesetz uns zu unserem Schutz dazu - mit Erfolg.
Vielleicht sollte man es mal ein ganz neuer Exportschlager, wenn wir als Land der Denker und Ingenieure vernünftigen und prozessverbessernden Umgang mit den privatesten aller Daten und praxistaugliche Verfahren für jeden nutzbar machen können. Da wird dann aus German Angst viel eher German Sicherheit.
Dafür sind noch viele Gespräche mit den Entscheidern und sehr viel Aufklärung bei den Betroffenen zu führen - und viele vernünftige Artikel zu schreiben....

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woksoll





dabei seit: 14.03.2012

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RE: Warum eHealth am Scheideweg steht
29.11.2017 07:44

Wie beim E-Government wird eine Karte in den Vordergrund gestellt anstatt der Prozesse. Wie beim E-Government wird wieder nicht ins Ausland geschaut. Schon bei den Anwälte ist es verdächtig, dass nur deutsche Anwälte eine QualSig brauchen, wenn Sie elektronisch Schriftsätze bei Gericht einreichen wollen. Ihre Kollegen in UK und USA brauchen das nicht. Die deutsche Notwendigkeit ist nicht begründet. Weder verfassungsmäßige Verhältnismäßigkeit ist dargelegt worden, noch eine ordentliche WiBe vorgelegt worden, sondern nur unbewiesene Behauptungen ohne empirische Sicherung in den Raum zur Begründung gestellt worden.
In Spanien und Estland sehen wir gerade, wie die Mehrkosten von Kartenlösungen explodieren, wenn die Kartensoftware unsicher ist. 20 Mio Karten in Spanien rück gerufen ohne prozessualen Nutzen.
In Dänemark wissen wir, dass 80% der Versicherten mindestens einmal im Jahr in ihr Gesundheitskonto rein schauen. Die Akteure sind alle am Netz: Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte, Versicherte, Krankenkassen. Patientenakte existiert seit langem. Und in Deutschland wird nur über Datenschutz und Sicherheit diskutiert ohne seit Jahrzehnten Nutzen zu bringen. Wie bei Jamaika geriert sich die FDP als Showstopper, aber eine lauffähige Lösung wurde nach 2009 nicht präsentiert.
Die deutsche, nationale Trennung der Schriftform nach Medium, andere Gesetze für Papier als für Elektronik, die es im Ausland auch nicht gibt, wird hier kritiklos übernommen. Sie ist nutzlos und hat bei uns dazu geführt, dass der Normenkontrollrat festgestellt, dass bei uns kein E-Government stattfindet statt Bürokratie abzubauen, wie es Pflicht gewesen wäre.
der Hinweis auf eIDAS verstärkt das Problem: 500 Mio € werden raus geschmissen, weil Deutschland sich europäisch nicht auf Standrds einigen wollte (seit SigG 1997) und nun 12.000 Kommunen mit jeweils 500 Fachverfahren davor geschützt werden müssen, dass sie von 27 EU-Ländern jeweils deren spezifische ID-Lösungen anerkennen muss und pflegen (im Schnitt jede Woche ein Update in 12.000 Kommunen bei 500 Fachverfahren?). Wieder gilt, dass man in USA und UK den Technoschnickschnack nicht braucht und in Spanien und Estland nun viel Geld ausgeben muss, nur um die Karten a jour zu halten ohne jeden Nutzen.
Wenn wir weiter auf diesem Kartenansatz, den außer uns keiner so intensiv verfolgt, beharren, werden wir noch weiter Jahrzehnte ohne IT-Lösungen in E-Government und E-Health verbringen und nur reden statt zu handeln, was schon Aristoteles falsch fand.
Nach den Analysen von McKinsey für den NKR müsste eigentlich ein Herzogscher Ruck durchs Land gehen. Ein immer weiter und immer mehr auf dem nicht funktionierenden Ansatz wird uns weiter die rote Laterne bescheren und Wutbürger produzieren, die nicht verstehen, warum der Staat in Deutschland nicht schafft, was im Ausland normal ist. Die Gesundheitskarte, die mit Anwendungen 2006 fertig sein sollte, ist ein besonders krasses Beispiel für irrige IT-Systeme, die von Juristen in die Unmöglichkeit geführt wurde. So kann das nicht weiter gehen. Hier müssen Personen und Ideologien getauscht und auf internationales Niveau gebracht werden. Deutsche Beamte sollten Pflichtpraktika im Ausland machen müssen.

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