Erfolge im ersten Jahr

Fortschritte beim eGovernment des Bundes

19.12.2007 | Autor / Redakteur: Martin Schallbruch,IT-Direktor des BMI / Gerald Viola

Freischaltung des Digitalen Bildarchivs am 11. September 2007 durch Prof. Dr. Hermann Schäfer und Prof. Dr. Hartmut Weber (
Freischaltung des Digitalen Bildarchivs am 11. September 2007 durch Prof. Dr. Hermann Schäfer und Prof. Dr. Hartmut Weber (

Im September 2006 leitete die Bundesregierung mit dem Programm eGovernment 2.0 die zweite Generation des eGovernment in der Bundesverwaltung ein. Ziel ist ein konsequent service- und nutzerorientiertes eGovernment. Die Umsetzung des Programms erfolgt in enger Zusammenarbeit mit vielen Akteuren auf mehreren Ebenen. Im ersten Jahr konnten bereits Erfolge erzielt werden.

Das Programm eGovernment 2.0 zielt auf die qualitative Optimierung des eGovernment-Angebots des Bundes. Ein klarer Schwerpunkt liegt auf der Vereinfachung der Verwaltungskontakte für Unternehmen. Sie tragen mit geschätzten 46 Milliarden Euro und durchschnittlich 130 Verwaltungskontakten im Jahr die Hauptlast der Bürokratiekosten. Eine Reduktion der Bearbeitungszeiten sowie der Kosten wird vor allem von durchgängig elektronischen Prozessketten erwartet. Sie führen Geschäftsabläufe von Unternehmen und Behörden über standardisierte Schnittstellen und Austauschformate elektronisch zusammen. Fünf von 25 Modellprojekten im ersten Umsetzungsplan des Programms betreffen daher Prozessketten zwischen Behörden und Unternehmen. Die Projekte unterstützen das Ziel des ersten nationalen IT-Gipfels im Dezember 2006, dass der Datenaustausch zwischen Behörden und Unternehmen ab 2012 nur noch auf elektronischem Wege erfolgt.

Nutzer- und bedarfsorientierte Dienstleistungen

Eines dieser fünf Projekte ist die „Elektronische Antragstellung für Pflanzenschutzmittel“. Mit der vollständig elektronischen Bearbeitung des gesamten Antragsverfahrens entfallen pro Jahr mindestens 10.000 Aktenordner. Der „eAntrag PSM“ konnte schon am 1. Juli 2007 vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit online gestellt werden. Wirtschaft und Verwaltung arbeiteten von Anfang an gemeinsam an der Realisierung des Projektes. Gleiches gilt für „IT Food Trace“, ein System zur lückenlosen Dokumentation der Lebensmittelproduktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Mit ihm wird ein nachhaltiges, strukturbruch- und barrierefreies IT-Gesamtsystem zur Rückverfolgung der Produktionskette vom Futtermittel bis zur Ladentheke realisiert. Künftig kann Verdachtsfällen im Bereich der Lebensmittelsicherheit erheblich schneller und zielgenauer nachgegangen werden. Zugleich können die Lebensmittelproduzenten ihre Qualitätssicherung verbessern. Mitte September wurde „IT Food Trace“ in Berlin beim 7. eGovernment-Wettbewerb für Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen mit dem dritten Platz ausgezeichnet – ein schöner Erfolg für das Projekt, an dem mehr als 30 namhafte Unternehmen sowie wissenschaftliche Einrichtungen und Behörden unter Federführung der Universität Hohenheim sowie der IBM Deutschland GmbH gemeinsam arbeiten.

Ein anderes Beispiel für erfolgreiches eGovernment: Seit dem 11. September 2007 steht das „Digitale Bildarchiv“ des Bundesarchivs online zur Verfügung. In einem der größten historischen Bildarchive Europas können Interessenten (beispielsweise Journalisten und Wissenschaftler) in authentischem, historischem Bildmaterial von den Einigungskriegen im 19. Jahrhundert bis zur Wiedervereinigung 1990 stöbern, das gefundene Bildmaterial in hoher Bildqualität herunterladen, direkt bezahlen und sofort weiterverarbeiten. Dadurch wird das Archiv auch für die Tagespresse interessant. Früher dauerte die komplette Abwicklung von der Bildrecherche bis zum Empfang des digitalisierten Bildes per eMail oder auf CD bis zu 14 Tage und band viele Personalressourcen.

Der neue, minutenschnelle Service wird durch die Zahlungsverkehrsplattform ermöglicht, eine im Rahmen von BundOnline 2005 erstellte Basiskomponente, die heute in vielen Webshops von Bundesbehörden verwendet wird.

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