Hessen

Förderung von eHealth-Projekten

| Autor: Susanne Ehneß

Notfallsanitäter sollen via Datenübertragung und Videotelefonie durch Hintergrundärzte in ihren Entscheidungen im Einsatz unterstützt werden
Notfallsanitäter sollen via Datenübertragung und Videotelefonie durch Hintergrundärzte in ihren Entscheidungen im Einsatz unterstützt werden (© benjaminnolte - stock.adobe.com)

Der hessische Gesundheitsminister Stefan Grüttner hat die ersten fünf vom Land geförderten Innovationsprojekte im Rahmen der eHealth-Initiative Hessen vorgestellt.

„Mit dem Landesprogramm zur Förderung von Innovationsprojekten in Telemedizin und eHealth stellt die Hessische Landesregierung seit diesem Jahr mit rund 6 Millionen Euro so viel Geld wie noch nie für die Digitalisierung des Gesundheitswesens zur Verfügung“, betonte Grüttner bei der Präsentation der Projekte.

„Wichtig ist zu vermitteln, dass Telemedizin den Menschen nicht ersetzen kann oder soll. Sie ist immer nur eine sinnvolle Brücke und Unterstützung“, betonte Grüttner. „Die Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Im Mittelpunkt der eHealth-Initiative steht der Mensch, die Technologie ist das Mittel zum Zweck. Daher stehen Patientennutzen und der Datenschutz immer im Mittelpunkt“, so der Gesundheitsminister.

Folgende fünf Projekte wurden für die Förderung ausgewählt:

  • Etablierung und gesundheitsökonomische Evaluation einer telemedizinischen Epilepsieversorgung in Hessen (Epilepsie-Netz Hessen Evaluation): Mit dem Projekt soll die Expertise, die im Epilepsiezentrum Frankfurt Rhein-Main vorhanden ist, durch die Bereitstellung telemedizinischer Konsile in die Fläche gebracht werden. Das Ziel ist, verspätete Diagnosestellungen und Therapieeinleitungen, Fehldiagnosen und Fehlbehandlungen zu minimieren. Hessen wird dieses Projekt bis 2020 mit rund 380.000 Euro fördern. Ab 2019 soll das Projekt durch den Einschluss der Neuropädiatrie sowie dem Universitätsklinikum Gießen und Marburg ausgeweitet werden, die Mittel werden auf etwa 730.000 Euro aufgestockt. „Durch die Anbindung der beiden neuen Projektpartner gelingt in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Neurologen eine flächendeckende Epilepsieversorgung“, heißt es aus Hessen.
  • Telemedizin im Rettungsdienst Mittelhessen, (Telenotärztliche Unterstützung im Rettungsdienst per Videokonsultation): Mit der Förderung dieses Rettungsdienst-Piloten der Landkreise Marburg-Biedenkopf und Gießen unterstützt die Landesregierung die Einführung von Telemedizin im hessischen Rettungsdienst. Bei nicht lebensbedrohlich erkrankten oder verletzten Notfallpatienten soll der Umfang der medizinischen Maßnahmen damit auch ohne persönliche Anwesenheit eines Notarztes erweitert werden. In den zwei Landkreisen werden die Rettungswagen mit neuen EKG-Geräten ausgestattet, die alle aufgezeichneten Werte und Kurven in Echtzeit übertragen können. Die Notfallsanitäter sollen via Datenübertragung und Videotelefonie durch Hintergrundärzte in ihren Entscheidungen ohne Zeitverzögerung unterstützt werden. Hessen wird dieses Projekt bis 2021 mit rund 580.000 Euro fördern.
  • Projekt Frankini der Kasseler Stottertherapie: Das Institut der Kasseler Stottertherapie begleitet seit 1996 stotternde Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf ihrem Weg zu einem flüssigeren Sprechen. Über 2.500 Patienten haben die krankenkassenfinanzierten Intensivkurse mit systematischer Nachsorge bereits durchlaufen. Die bereits international anerkannte Online-Therapie der Altersgruppe ab 13 Jahren soll nun für die bisher qualitativ schlecht versorgte Altersgruppe der Drei- bis Sechsjährigen ausgeweitet werden. Das Land fördert dieses Projekt bis 2020 mit rund 490.000 Euro.
  • Tele-Intensiv-Medizin Hessen: Ziel des Projektes des Universitätsklinikums Frankfurt und des Klinikums Kassel ist die Verbesserung der Versorgung von Intensivpatienten. Damit zukünftig Informationen und Daten zwischen den intensivmedizinischen Einrichtungen schnell und problemlos fließen können, entwickeln die Forscher definierte Schnittstellen für ein mobiles Telemedizinsystem. Geplant ist, Patientendaten, Bilddaten und Laborergebnisse in Echtzeit unter Berücksichtigung des Datenschutzes auszutauschen. Über Telemedizin wollen die beiden Hauptversorger ihre Expertise in der Behandlung von schwerkranken Patienten künftig mit zuweisenden Krankenhäusern und Rehakliniken teilen. Gefördert wird das Projekt mit insgesamt rund 900.000 Euro.
  • Projekt Warts-Ab: Für 2019 plant das Land gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse eine Förderung der Technischen Hochschule Mittelhessen zur Entwicklung der Smartphone App „Warts-Ab“. Gefördert wird dieses Projekt mit rund 319.000 Euro. Mit der App sollen künftig lange Wartezeiten in Gesundheitseinrichtungen vermieden werden, indem mittels eines von der Arztpraxis vergebenen Barcodes die Patienten ihren Wartestatus abrufen. Die App informiert also, wann der Arzttermin wirklich stattfindet und sie in der Praxis sein sollen.

Stefan Grüttner, Hessischer Minister für Soziales und Integration
Stefan Grüttner, Hessischer Minister für Soziales und Integration (© HMSI)

„Wir bringen die Digitalisierung des Gesundheitswesens intensiv voran, um die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu meistern und auch in ländlichen Regionen die medizinische Versorgung sicherzustellen“, versichert Gesundheitsminister Grüttner.

Die eHealth-Initiative Hessen finden Sie online als PDF HIER.

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