Praktikumsplattform

Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integrieren

| Autor: Ira Zahorsky

Der bürokratische Aufwand bei der Beschäftigung von Flüchtlingen ist derzeit noch zu hoch
Der bürokratische Aufwand bei der Beschäftigung von Flüchtlingen ist derzeit noch zu hoch (Bild: © Coloures-pic/ Fotolia.com)

JOIN ist eine Praktikumsplattform, die die schnelle Integration von Flüchtlingen unterstützen soll.Praktikums-Anbieter und -Suchende können unkompliziert und rechtlich sicher zusammenfinden.

Wie kann eine schnelle Integration von Geflüchteten in unsere Gesellschaft gelingen? Wie werden begleitend zu einem Praktikum zusätzliche Sprachkenntnisse vermittelt? Und wie können Geflüchtete einfach und verständlich ihre Qualifikationen nachweisen? Die Praktikumsplattform JOIN, die gemeinsam vom Bundesinnenministerium, dem Bitkom und von zahlreichen Unternehmen unterstützt wird, soll Unternehmen und Flüchtlinge schnell und vor allem unkompliziert zusammenbringen.

Pilotprojekt JOIN

JOIN wird seit Anfang November im Pilotbetrieb getestet und versteht sich dabei als Pilotprojekt, bei dem bestehende berufsbezogene Initiativen und eLearning-Angebote eingebunden werden können. So kann für Geflüchtete langfristig ein zentraler Anlaufpunkt für die ersten Schritte auf dem Arbeitsmarkt und für eine Weiterbildung aufgebaut werden.

„Mit der Praktikumsplattform JOIN leisten wir gemeinsam mit der Wirtschaft einen Beitrag zur frühzeitigen Integration von Flüchtlingen mit Bleibeperspektive. Wer über JOIN Praktika anbietet oder einen Praktikumsplatz annehmen möchte, wird Schritt für Schritt durch die notwendigen Prozesse geführt und kann sich sicher sein, alle notwendigen und vor allem korrekten Formulare zu erhalten“, sagte Klaus Vitt, Staatssekretär im Bundesinnenministerium.

Aktuell hat einer Bitkom-Umfrage zufolge jedes zweite Unternehmen (51 Prozent) in den vergangenen zwölf Monaten bereits einem Flüchtling ein Praktikum angeboten oder kann sich das in Zukunft vorstellen.

Hinderungsgründe für die Vergabe von Praktikumsplätzen sind:

  • fehlende Sprachkenntnisse der Flüchtlinge (81 Prozent),
  • der hohe bürokratische Aufwand, um eine Arbeitsgenehmigung zu erhalten (46 Prozent) sowie
  • die Möglichkeit, geeignete Flüchtlinge anzusprechen (24 Prozent).

Entsprechend wünschen sich neun von zehn Unternehmen (89 Prozent), dass der bürokratische Aufwand bei der Beschäftigung von Flüchtlingen reduziert wird, etwa durch Service-Angebote der Verwaltung. „Jedes zweite Unternehmen in Deutschland ist bereit, Flüchtlingen ein Praktikum anzubieten. Das ist ein riesiges Potenzial und eine große Chance, um die Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, in unseren Arbeitsmarkt zu integrieren“, sagte Bitkom-Präsidiumsmitglied Karl-Heinz Streibich.

Runder Ablauf

JOIN soll es Unternehmen ermöglichen, innerhalb von wenigen Minuten einen Praktikumsplatz online bereitzustellen. Gleichzeitig können sich Flüchtlinge registrieren, eine Einstufung ihrer Sprachkenntnisse vornehmen und ihre Qualifikation und Vorbildung angeben. Wenn Unternehmensanforderung und Bewerberprofil zusammenpassen, kann sich der Flüchtling per Klick bewerben, ohne dazu noch einmal ein Anschreiben oder einen Lebenslauf erstellen zu müssen. Die Unternehmen können die passenden Kandidaten einladen und bekommen alle relevanten Informationen zu rechtlichen Rahmenbedingungen. Zusätzlich werden für die Praktikanten während des Praktikums begleitend Online-Sprachkurse durch JOIN Partner angeboten.

Die Idee für das Konzept zu JOIN entstand im vergangenen Jahr im Rahmen der Plattform „Digitale Verwaltung und Öffentliche IT“ des Nationalen IT-Gipfels. Innerhalb von vier Monaten wurde die Pilotversion der Online-Plattform programmiert. In der Weiterentwicklung und im weiteren Betrieb wird JOIN insbesondere durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) unterstützt, um den frühestmöglichen Einstieg von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt zu fördern. Unternehmen, die Praktikumsplätze anbieten, und Geflüchtete, die einen Praktikumsplatz suchen, können sich unter www.join-now.org registrieren.

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