Digitale Notfallhelfer

Feuerwehr testet Bodycams im Einsatz

| Autor: Ann-Marie Struck

Mehrere Bodycams senden Bilder an die Leitstelle, um einen Gesamteindruck vom Unfallort zu liefern
Mehrere Bodycams senden Bilder an die Leitstelle, um einen Gesamteindruck vom Unfallort zu liefern (© Vodafone)

Als Vorreiter in Deutschland plant die Feuerwehr Darmstadt ­zukünftig den Einsatz von Bodycams an Unfallorten. Im Rahmen eines Pilotprojekts der Digitalstadt Darmstadt GmbH und Vodafone sollen die kleinen Kameras Rettungskräfte unterstützen.

Die wasserfesten, stoßsicheren ­„digitalen Helfer“, die zudem kaum Gewicht haben und kleiner als manches Smartphone sind, sollen den Rettungskräften vor Ort ­helfen, die Lage schneller und besser einzuschätzen. Denn Einsatzkräfte müssen innerhalb weniger ­Minuten unter oftmals starker emotionaler Belastung die Lage am Unfallort schnell und direkt analysieren, ­einschätzen und entsprechende Maßnahmen einleiten. Die Bodycams sollen in diesen Notfall­situationen die Rettungskräfte bei der Arbeit unterstützen.

Schnelles Handeln in Extremsituationen

Die Körperkameras sollen der Leitstelle ein besseres Gesamtbild der Unfallsituation darstellen. Insbesondere bei großen und unübersichtlichen Unfallstellen dürfte dies hilfreich sein: Die vernetzten Bodycams an mehreren Rettungskräften senden Livebilder verschiedener Positionen an die Zentrale, wo diese auf einer Benutzerplattform zusammengefügt werden.

Die Einsatzzentrale kann auf Grundlage dieser Bilder die ­Rettungskräfte am Einsatzort ­besser koordinieren und weitere Maßnahmen wie das Nachfordern von Einsatzkräfte anleiten. Zudem lassen sich Ressourcen und ­Gerätschaften vor Ort besser ­zuordnen. Hannes Ametsreiter, CEO des Kooperationspartner ­Vodafone Deutschland, erläutert: „Wir wollen unseren Rettungskräften helfen zu helfen. Zeit rettet ­Leben. Bodycams helfen, Extremsituationen am Unfallort einzuschätzen, um schnellstmöglich strukturierte Rettungsmaßnahmen einzuleiten.“ Der Rettungseinsatz soll durch den Gebrauch der Kameras nicht nur besser und effizienter gestaltet ­werden, sondern den Bürgern gleichzeitig ein Gefühl der Sicherheit in Notsituationen vermitteln.

Vier Bodycams sind bereits im Testbetrieb der Feuerwehr Darmstadt
Vier Bodycams sind bereits im Testbetrieb der Feuerwehr Darmstadt (© Feuerwehr Darmstadt)

Livebilder per Mobilfunk

Aktuell sind vier vernetzte Bodycams im Testbetrieb der Feuerwehr Darmstadt. Diese sollen auch über mehrere Monate bei Einsätzen ­genutzt werden. Bei der Anwendung der Kameras werden Live­bilder vom Ort des Geschehens ­verschlüsselt per Mobilfunk in die Feuerwehrzentrale gesendet. Die Kameras funken aufgrund ihrer speziellen SIM-Karten im sogenannten „Internet der Dinge“.

Der Datenschutz spielt dabei ­natürlich eine wichtige Rolle. Die Aufnahmen sollen ausschließlich der Leitstelle und speziellen Administratoren der Feuerwehr zugänglich sein und zur besseren ­Einschätzung der aktuellen Gefahrensituationen und einer rück­blickenden Analyse dienen.

Joachim Fröhlich, Geschäftsführer der Digitalstadt Darmstadt GmbH, betont ebenfalls die Relevanz des Datenschutzes: „Aufnahmen ­werden im Rahmen von Gefahrensituationen und deren Auswertung gemacht. Das dabei entstehende Bildmaterial dient ausschließlich zur besseren Lageeinschätzung für die Einsatzkräfte und zielt in ­keinem Fall auf eine Personenüberwachung ab. Als Digitalstadt Darmstadt legen wir auf Datenschutz ­besonderen Wert.“ Nach einer ­erfolgreichen Testphase sollen die Mini-Kameras auch in den ­Arbeitsalltag von Einsatzkräften integriert werden.

Roboter sollen Rettungskräfte unterstützen

Deutschen Rettungsrobotik-Zentrum

Roboter sollen Rettungskräfte unterstützen

16.11.18 - Zwölf Partner aus Gefahrenabwehr, Forschung und Industrie, darunter das Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE, beteiligen sich am Aufbau des Deutschen Rettungsrobotik-Zentrums (A-DRZ) in Dortmund. lesen

Förderung von eHealth-Projekten

Hessen

Förderung von eHealth-Projekten

11.12.18 - Der hessische Gesundheitsminister Stefan Grüttner hat die ersten fünf vom Land geförderten Innovationsprojekte im Rahmen der eHealth-Initiative Hessen vorgestellt. lesen

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 45651663 / Standards & Technologie)