Digitale Bildung Fehlendes Know-how bremst Einsatz von KI an Schulen aus

Autor: Julia Mutzbauer

Die Mehrheit der Verantwortlichen bei den Schulträgern hält es für notwendig, dass Schüler den Umgang mit KI lernen. Doch das fehlende Know-how der Lehrkräfte bremst den Einsatz an Schulen aus. Das geht aus einer Studie im Auftrag des IT-Dienstleisters Rednet und seines Technologiepartners Intel hervor.

Firmen zum Thema

Schulen benötigen fachliche und finanzielle Unterstützung für den Einsatz von künstlicher Intelligenz
Schulen benötigen fachliche und finanzielle Unterstützung für den Einsatz von künstlicher Intelligenz
(© phonlamaiphoto – stock.adobe.com)

87 Prozent der Verantwortlichen bei den Schulträgern halten es für notwendig, dass Schüler den Umgang mit künstlicher Intelligenz (KI) lernen, um für die spätere Arbeits- und Alltagswelt vorbereitet zu sein. So das zentrale Ergebnis einer Befragung unter 100 Personen, die für die IT-Ausstattung oder strategische Planung von Zukunftsprojekten an Schulen verantwortlich sind.

Neue KI-Techniken weniger verbreitet

Zwar geben sieben von zehn Befragten geben an, dass die Schulen in ihrem Zuständigkeitsbereich mindestens ein KI-gesteuertes System nutzen, doch dazu gehören auch nicht für den Unterricht vorgesehene Anwendungen wie Smart-Building-Technologien zur Steuerung von Heizung und Licht. 38 Prozent der Schulträger setzen diese Technik bereits ein. „Wenn die Schüler KI nutzen dürfen, dann vor allem Übersetzungstools“, heißt es in der Studie. So sagen 42 Prozent der Befragten, dass ihre Schulen solche Tools derzeit verwenden.

Neuere KI-Technologien sind hingegen nicht sehr verbreitet. Immerhin 29 Prozent der Schulträger nutzen Lernprogramme, die den individuellen Kenntnisstand der Schüler auswerten können, und 16 Prozent verwenden Spracherkennungssysteme wie Siri, Alexa und Co. Am Einsatz von KI in Schulen dürfte sich so bald auch nicht viel ändern: Nur jeder zehnte Befragte plant derzeit die Anschaffung weiterer KI-Technologien.

Fehlende Unterstützung

Laut Umfrage ist die größte Barriere für den Einsatz von KI in den Schulen das fehlende Wissen der Lehrkräfte bei der Anwendung. 85 Prozent der Befragten sagen, dass es an entsprechenden Fortbildungen mangelt. Sieben von zehn Verantwortlichen geben aber zu, momentan keine Schulungen in diesem Bereich zu planen.

Doch es fehlt nicht nur an Know-how, sondern laut 69 Prozent auch an der technischen Ausstattung. So hat zum Beispiel knapp jeder fünfte Befragte an den Schulen in seinem Zuständigkeitsbereich nicht genug Serverleistung oder W-LAN zur Verfügung. Auch am Geld für die Systeme mangelt es. 70 Prozent der Verantwortlichen sagen, sie bräuchten finanzielle Unterstützung bei den Anschaffungen. Den Bedarf für die Schaffung der technischen Voraussetzungen schätzen sie für eine weiterführende Schule oder Berufsfachschule auf durchschnittlich 258.000 Euro.

„Digitale Technologien sind heute in Beruf und Alltag nicht mehr wegzudenken. Deshalb gehört der souveräne Umgang mit ihnen zu einer zeitgemäßen Bildung dazu“, betont Walter Steffens, Mitglied der Geschäftsleitung bei Rednet. „Doch ohne entsprechende fachliche und technische Voraussetzungen kann eine Zukunftstechnologie wie künstliche Intelligenz weder vermittelt noch eingesetzt werden. Darum ist es wichtig, deutschlandweit Hürden für den Einsatz von KI an Schulen abzubauen“, schließt Steffens.

(ID:47494373)

Über den Autor

 Julia Mutzbauer

Julia Mutzbauer

Redaktion, eGovernment Computing