Schengener Informationssystem

Fahndungssystem SIS II startet jetzt mit sechs Jahren Verspätung

| Redakteur: Gerald Viola

Ab 9. Mai 2013 ist die IT-Agentur (eu-LISA) für den Betrieb des Zentralsystems zuständig
Ab 9. Mai 2013 ist die IT-Agentur (eu-LISA) für den Betrieb des Zentralsystems zuständig (Bild: VBM-Archiv)

167,8 Millionen Euro hat die EU-Kommission in den vergangenen elf Jahren in das SIS-II-Projekt gesteckt. Gestern begann die Umstellung des Schengener Informationssystem der zweiten Generation. Einen Monat lang werden das alte und neue Fahndungssystem parallel arbeiten, dann sollen die Fahnder europaweit mehr Möglichkeiten haben.

Das SIS II (geplanter Projektstart war 2007) ermöglicht es den Grenzkontroll‑, Zoll‑ und Polizeibehörden der Mitgliedstaaten, Informationen über mutmaßlich Beteiligte an schweren Verbrechen auszutauschen.

Es enthält zudem Vermisstenausschreibungen, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, sowie Informationen zu Gegenständen wie Banknoten, Personenkraft‑ und Lieferwagen, Schusswaffen und Ausweisdokumenten, die gestohlen oder auf sonstige unrechtmäßige Weise erworben sein könnten oder abhanden gekommen sind.

Neue Funktionen sind:

  • Die Möglichkeit der Eingabe biometrischer Merkmale (Fingerabdrücke und Lichtbilder),
  • neue Arten von Ausschreibungen (gestohlenen Flugzeuge, Wasserfahrzeuge, Container, Zahlungsmittel) oder
  • die Möglichkeit der Verknüpfung verschiedener Ausschreibungen (beispielsweise eine Personenausschreibung und eine Fahrzeugausschreibung).

Die EU-Kommission: „Im SIS II sind darüber hinaus direkt bei den Ausschreibungen von zwecks Verhaftung, Übergabe oder Auslieferung gesuchten Personen Kopien des Europäischen Haftbefehls (EuHB) abgelegt, was es den zuständigen Behörden erlaubt, problemlos und schnell zu reagieren.“

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