Transfer von Patientendaten

Fachverband FINSOZ schafft allgemeinen Standard

| Autor: Manfred Klein

Sind die Probleme mit der Interoperabilität bei der Übermittlung von Patientendaten nun aus der Welt?
Sind die Probleme mit der Interoperabilität bei der Übermittlung von Patientendaten nun aus der Welt? (Bild: © contrastwerkstatt - Fotolia)

Der Fachverband Informationstechnologie in Sozialwirtschaft und Sozialverwaltung e. V., kurz Finsoz e.V., hat nach eigenen Angaben erstmals einen allgemeinen Standard zum Transfer von Klientendaten geschaffen.

Wenn ein Klient die Einrichtung oder Hilfeart wechselt, etwa von ambulant zu stationär, werden seine Daten oft immer noch aufwändig und fehleranfällig von Hand erneut eingetippt. Schon lange besteht in der Praxis deshalb der Wunsch, bestehende Daten – mit Einverständnis der Klienten – elektronisch zu übertragen.

Interoperabilität, also Zusammenarbeit zwischen IT-Systemen verschiedener Her-steller ist hier gefordert. Dies scheiterte bisher jedoch an inkompatiblen Datenformaten und fehlenden Standards für den Austausch.

Mit KLIDAS 1.02 (Klientendaten-Schnittstelle) hat FINSOZ e.V. nun als Fachverband für Informationstechnologie in der Sozialwirtschaft erstmals einen Standard geschaffen, der es allen Software-Anbietern ermöglichen soll, eine solche Schnittstelle zu entwickeln.

Das Format soll so konzipiert sein, dass es über alle Hilfearten einsetzbar ist, also bei-spielsweise auch beim Wechsel von einer Behinderten- in eine Altenhilfeeinrichtung greift. Laut Finsoz basiert das Format auf etablierten internationalen Standards im Gesundheitswe-sen (HL7) und wurde für die Belange der deutschen Sozialwirtschaft angepasst.

Zusammen mit dem ebenfalls erarbeiteten „Kochbuch für HL7 Entwickler“ stehe so nun ein leicht nutzbarer Referenzrahmen bereit, der Softwarehersteller bei der Implementierung unterstütze und Anwender bei der Nutzung der Schnittstelle zur Seite stehe, heißt es bei Finsoz.

Im nächsten Schritt will man sich bei Finsoz nun mit FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources) – einem völlig neuen Gesundheitswesen-Standard beschäftigen. Auf der Basis von Web-Technologien soll damit sowohl die Zusammenarbeit zwischen IT-Systemen verschiedener Einrichtungen als auch mit Mobil-Apps für Mitarbeiter oder Klienten vereinfacht werden.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44395566 / Infrastruktur/Kommunikation)