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Nutzung sozialer Netzwerke zur Bürgermeisterwahl in NRW

Facebook & Co.als Wahlhelfer

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Die Beispiele sollen die Möglichkeiten, Chancen und die daraus resultierende Aufwertung verdeutlichen, die durch eine Ergänzung des traditionellen Wahlkampfs mit digitaler Kommunikation entsteht, nämlich auch junge Wähler mitzunehmen, zu integrieren und wieder für die Kommunalpolitik zu begeistern.

Oft resultiert die „Null-Bock-Haltung“ der Jugendlichen aus der Nutzung von Kommunikationsmitteln, die sie nicht ansprechen und oft gar nicht mehr nutzen weil sie schlicht „out“ sind. Welcher Jugendliche liest noch die Lokalzeitung oder bleibt am Parteistand stehen, um sich das Wahlprogramm erklären zu lassen? Sie leben und kommunizieren online und schon sechsjährige nutzen Smartphone und Tablets mit einer Selbstverständlichkeit, die erahnen lässt, dass dieser Trend anhalten und sich verstärken wird.

Die Lebenswelt von morgen wird digital sein, was sich auch heute schon in immer stärkerem Maß abzeichnet. Man denke nur an Onlinebanking, die tendenzielle Verlagerung des Soziallebens in soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter, das unentbehrlich gewordene Smartphone oder das aktuell umstrittene Thema des Sammelns von digitalen Gesundheitsdaten über die Apple Watch.

Chance Digitalisierung

Indem Kommunen und Kommunalpolitiker das Thema Digitalisierung und soziale Netzwerke ignorieren oder nur halbherzig angehen, tun sie sich keinen Gefallen und riskieren, die Wähler von morgen zu verlieren und das Vorurteil der „verstaubten Verwaltung“ zu bestätigen.

Der Bürgermeister der Stadt Arnsberg, Hans-Josef Vogel, zieht aus dem Problem im Rahmen des Projekts „Generation Zukunft Arnsberg“ eine zentrale Botschaft für seine Stadt und wählt deutliche Worte, um die Dringlichkeit des Handlungsbedarfs zu betonen: „Wir werden zukünftig online und mobil mit jungen Leuten kommunizieren. Wenn wir dies nicht tun, diskriminieren wir Jugendliche.“

In dieser Aussage steckt die wichtige Erkenntnis, dass Webpräsenz heutzutage zum Repertoire des modernen Kommunalpolitikers zählen sollte. Dies gilt umso mehr im Wahlkampf, wenn es um jede einzelne Stimme geht.

Social Media will gepflegt werden

Jedoch bedeutet Webpräsenz nicht, eine Website, einen Facebook- und/oder Twitteraccount oder einen Blog zu erstellen und dann sich selbst zu überlassen. Eine Homepage, die nicht auf dem neusten Stand oder eine „pro forma“ Facebookseite, die praktisch inaktiv ist und auf der keine regelmäßigen Postings, persönliche Kommentare oder das Teilen von Artikeln zu finden sind, werden für die Nutzer schnell unattraktiv.

Es gilt, sich komplett auf das Medium einzulassen, das heißt auch, aktiv zu kommunizieren. Nicht umsonst heißt es „soziales Netzwerk“. Es muss regelmäßige Kommunikation und Interaktion stattfinden, um sein Potenzial voll auszuschöpfen. Gerade im Wahlkampf bieten soziale Netzwerke die Möglichkeit, in kürzester Zeit eine große Anzahl von Menschen über beispielsweise Veranstaltungen zu informieren.

Nicht zuletzt sind soziale Netzwerke sehr gut geeignet, um Bürgernähe zu praktizieren, etwa durch das individuelle Eingehen auf Nutzerkommentare. Auch Lerneffekte für die Kandidaten sind aus der Kommunikation sozialer Netzwerke nicht zu unterschätzen.

Generell gilt: Ein bisschen Facebook gibt es nicht. Sonst besteht die Gefahr, das geweckte Bürgerinteresse wieder zu verlieren. Der digitale Wahlkampf muss mit dem gleichen Enthusiasmus und Herzblut geführt werden, wie der „Straßenwahlkampf“. Dann wird es möglich, wirklich alle Wählergruppen zu erreichen und so die Basis für eine erfolgreiche Kommunalwahl zu schaffen, bei der die Wahlbeteiligung vielleicht wieder an die „Spitzenwerte“ vergangener Tage erreicht.

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