eGovernment Summit 2011 beginnt heute

Experten diskutieren den Weg „Von eGovernment zu Open Government“

16.11.2011 | Redakteur: Manfred Klein

Die Teilnehmer des eGovernment Summit 2010. Auch in diesem Jahr wird die Runde wieder hochkarätig besetzt sein.
Die Teilnehmer des eGovernment Summit 2010. Auch in diesem Jahr wird die Runde wieder hochkarätig besetzt sein.

Open Data und Open Government werden mit ihren neuen an Politik und Verwaltung herangetragenen Forderungen das Selbstverständnis der Öffentlichen Hand entscheidend verändern. Auf dem Weg dorthin wird die Verwaltung auf allen Ebenen dramatische Umgestaltungen bewältigen müssen. Wie dieser Anpassungsprozess im Sinne einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft erfolgreich gestaltet werden kann – auch das wird heute und morgen auf dem eGovernment Summit diskutiert.

Doch ehe ein Reformprozess angestoßen werden kann, werden die Teilnehmer zunächst versuchen zu klären, wo die größten Probleme und Herausforderungen für die Öffentliche Hand liegen.

Für Prof. Dr. Jörn von Lucke vom Lehrstuhl für Verwaltungs- und Wirtschaftsinformatik der Zeppelin University in Friedrichshafen stellt sich die Herausforderungen so dar: „Beide Bereiche – eGovernment und Verwaltungsmodernisierung – müssen zunehmend ineinandergreifen. eGovernment, das Internet und soziale Medien werden in den kommenden Jahrzehnten die wichtigsten Treiber für Verwaltungsmodernisierung und Innovation im Öffentlichen Sektor sein. Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Bürger müssen dies erkennen und ihr Handeln auch daran ausrichten.“

Bayern-CIO Franz Josef Pschierer legt den Schwerpunkt seiner Überlegungen in diesem Zusammenhang auf globale Zusammenhänge: „Die größten Herausforderungen für unsere Gesellschaft sind zweifellos die des globalen Wandels. Diese reichen von der Finanzkrise, instabilem Wachstum und der Überschuldung öffentlicher Haushalte über einen verschärften globalisierten Wettbewerb, rasanten technischen Fortschritt und Klimawandel bis hin zu demografischen Verschiebungen und einer wachsenden Nachfrage nach Fachkräften. eGovernment und Verwaltungsmodernisierung müssen und werden einen wichtigen Beitrag leisten, um diesen Herausforderungen entgegenzutreten.“

Ähnlich sieht das auch der Kollege aus Baden-Württemberg, Dr. Herbert Zinell. Der derzeitige Vorsitzende des IT-Planungsrates schätzt die Situation so ein: „Für besonders wichtig halte ich es, das deutsche eGovernment stärker an den europäischen Trends auszurichten und für transparentes Regierungshandeln zu sorgen.“

Dagegen rückt Dr. Martin Schallbruch, IT-Direktor im Bundesinnenministerium, die Problematik der Projektabstimmung im Föderalismus in den Mittelpunkt: „eGovernment-Projekte sind heute in der Regel komplexe Integrationsprojekte: IT-Systeme unterschiedlicher Stellen werden miteinander verbunden, die Kommunikation mit Unternehmen oder auch den Bürgerinnen und Bürgern erfolgt elektronisch unter Nutzung verschiedenster Wege und Formen. Die Komplexität der Projekte nimmt zu, gleichzeitig auch die Kritikalität der eGovernment-Anwendungen für den Standort Deutschland.“

Schallbruch weiter: „Große Herausforderungen sehe ich bei der Sicherheit der öffentlichen IT, der Interoperabilität der Systeme und der Entwicklung einer gemeinsamen öffentlichen IT-Infrastruktur durch Bund, Länder und Kommunen. Eine Schlüsselfrage wird das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die IT des Staates und den Umgang mit Bürgerdaten sein.“

Das Wechselspiel von Sicherheitsanforderungen und Kostenentwicklung betont der Bremer Staatsrat Hans-Henning Lühr: „Die Anforderungen an Sicherheit und Leistung der IT werden stark steigen. Die Vernetzung der IT-Anwendungen innerhalb der Verwaltungen und über die Grenzen der Gebietskörperschaften hinweg verspricht eine Effizienzsteigerung, die dringend benötigt wird, um die öffentlichen Aufgaben auch unter den Bedingungen des Konsolidierungskurses – Stichpunkt: Einhaltung der Schuldenbremse bis 2020 – erledigen zu können. Eine vernetzte Verwaltung darf aber nicht anfällig werden für Hackerangriffe, und muss praktisch rund um die Uhr oder zumindest zu den Öffnungs- und Bürozeiten verfügbar sein. So gibt es einerseits große Einsparpotenziale durch effektivere Prozesse, andererseits aber auch voraussichtlich steigende Kosten für die IT.“

Die Rolle der Nationalen eGovernment-Strategie

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