9. Kongress des IT-Planungsrates Experten beraten Digitalisierung in Behörden

Redakteur: Manfred Klein

Wie kann ich von zu Hause eine beglaubigte Kopie einer Geburtsurkunde beantragen? Kann ich mein Auto elektronisch an- oder ummelden? Muss ich vor Ort im Amt erscheinen, wenn ich ein Gewerbe anmelden will? Digitale Verwaltung hat viele Facetten und wird dringend flächendeckend in Deutschland gebraucht.

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Der Fachkongress des IT-Planunsgrats findet in diesem Jahr coronabedingt virtuell statt, mit spannenden Diskussionen ist gleichwohl zu rechnen – auch wenn die Stuhlreihen leer bleiben, so rechnet man im Gastgeberland Sachsen mit mehr als 2.000 Teilnehmern.
Der Fachkongress des IT-Planunsgrats findet in diesem Jahr coronabedingt virtuell statt, mit spannenden Diskussionen ist gleichwohl zu rechnen – auch wenn die Stuhlreihen leer bleiben, so rechnet man im Gastgeberland Sachsen mit mehr als 2.000 Teilnehmern.
(© marog-pixcells – stock.adobe.com)

Viele Fragen und Lösungsansätze rund um die Verwaltung der Zukunft diskutieren die Expertinnen und Experten am 17. und 18. März 2021 beim 9. Fachkongress des IT-Planungsrates. Die diesjährige Veranstaltung findet für die Teilnehmenden erstmals als rein digitaler Kongress statt und wird aus der MESSE Dresden übertragen. Das virtuelle Publikum besteht aus Digitalisierungs- und Verwaltungsfachleuten sowie politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern aus Bund, Ländern und Kommunen. Sie sollen dank professioneller Technik den Fachkongress von ihren jeweiligen Standorten aus ganz Deutschland live verfolgen können.

An beiden Kongresstagen gibt es zu den Schwerpunktthemen „Onlinezugangsgesetz“, „Digitale Souveränität“ und „Verwaltung der Zukunft“ fachkundige Keynote-Speaker, Diskussionen und über 30 Einzelvorträge.

„Dieser Kongress fordert uns als Veranstalter erheblich heraus“, sagt der sächsische Staatssekretär für Digitale Verwaltung und Verwaltungsmodernisierung Thomas Popp, der gleichzeitig Gastgeber dieser digitalen Premiere ist. „Es haben sich über 2.000 Gäste angemeldet, die das Programm gleichzeitig verfolgen werden – das braucht professionelles technisches Equipment, enorme Übertragungskapazitäten und eine gute Regie. Zudem probieren wir neue interaktive Werkzeuge aus, mit denen die Zuschauerinnen und Zuschauer auch Bewertungen abgeben, Fragen stellen und sich an Live-Umfragen beteiligen können.“

Beim Fachkongress diskutieren die Fachleute aus der Verwaltung zudem darüber, welche digitalen Erfahrungen bisher in der Pandemie gemacht wurden. Aktuelle Trends und Erfolge, aber auch Versäumnisse und Fehlentwicklungen bei der Digitalisierung sollen erörtert werden.

„Die Corona-Pandemie beeinflusst Alles und Jeden. Sie stellt uns vor enorme Herausforderungen, hat manche Pläne über den Haufen geworfen und verlangt von uns allen Anpassungsbereitschaft“, sagt Staatssekretär Thomas Popp. „Mobiles Arbeiten, digitale Teilhabe und veränderte Führungskultur - was bisher häufig nur theoretisch diskutiert wurde und nach Zukunftsmusik klang, ist nun flächendeckend notwendig und zügig umzusetzen. Wir müssen uns jetzt festlegen, wie der öffentliche Dienst in einer digitalen Welt aussehen soll, und die Verwaltung noch bürgernäher und wirtschaftsfreundlicher gestalten.“

„Die zurückliegenden Monate haben gezeigt, dass Digitalisierung helfen kann, das Leben auch unter den Bedingungen einer Pandemie zu organisieren“, erklärt Staatsrat Jan Pörksen, Chef der Hamburger Senatskanzlei und derzeitiger Vorsitzender des IT-Planungsrates. „Das gilt im wirtschaftlichen wie im privaten Bereich und hat der Entwicklung neuen Schub gegeben. Diesen sollten wir jetzt nutzen, um auch die Modernisierung der öffentlichen Verwaltung konsequent voranzutreiben. Die damit verbundenen Herausforderungen sind vielfältig: Es gilt, rechtliche, verwaltungsorganisatorische und technische Fragestellungen zu lösen. Deshalb ist es gut, dass sich Bund und Länder im IT-Planungsrat über alle relevanten Themen der Digitalisierung in Deutschland abstimmen.“

Dr. Markus Richter, CIO des Bundes und Staatssekretär im Bundesinnenministerium, hält am ersten Kongresstag einen Impuls: „Für die Digitalisierung der Verwaltung brauchen wir den vollen Einsatz aller Fachkräfte aus Bund, Ländern und Kommunen. Dieser Kraftakt wird gelingen, wenn wir arbeitsteilig vorgehen, Probleme offen ansprechen und bereit sind, voneinander zu lernen. Der IT-Fachkongress ist der perfekte Ort für diesen Austausch. Ich freue mich auf einen offenen, kritischen Dialog mit engagierten Mitstreiterinnen und Mitstreitern aus ganz Deutschland.“

Insbesondere im Schwerpunktthema „Onlinezugangsgesetz – OZG“ wird der Fortschritt bei der Bereitstellung von digitalen Verwaltungsleistungen in ganz Deutschland dargestellt. Das OZG verpflichtet die Verwaltung dazu, bis Ende 2022 rund 2.000 Verwaltungsleistungen über Verwaltungsportale auch digital anzubieten. Ein wichtiger Grundsatz für schnelle Erfolge ist das arbeitsteilige Prinzip „Einer für Alle“, mit dem OZG umgesetzt wird. So soll eine digitale Verwaltungsleistung, die in einem Bundesland federführend entwickelt wurde, allen anderen Bundesländern zur Nachnutzung angeboten werden. Der Fachkongress bietet den Bundesländern eine geeignete Bühne, bereits Erreichtes einem möglichst großen Expertenpublikum zu präsentieren.

Hier gibt es weitere Informationen zum Kongress.

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