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Internet – Grundlage der modernen Vergabe eVergabe ist mehr als eine Plattform

| Autor / Redakteur: Dr. Heiko Schinzer / Gerald Viola

Das Vergaberecht verfolgt mit seinen Regelungen das Ziel, das der öffentliche Einkauf ordnungsgemäß, transparent und wirtschaftlich zu erfolgen hat. Die Etablierung der elektronischen Vergabe folgt einem fast typischen Muster im eGovernment. Der Gesetzgeber will es, keiner macht es und plötzlich kann man es sich nicht mehr ohne vorstellen.

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Einkaufen im Internet – die elektronische Beschaffung ist etwas komplizierter
Einkaufen im Internet – die elektronische Beschaffung ist etwas komplizierter
( Archiv: Vogel Business Media )

Lange Zeit war das Internet auch nur ein neuer Kommunikationskanal zwischen Vergabestelle und der Wirtschaft. Inzwischen nutzt der Normgeber das Medium auch zur gezielten Unterstützung der obigen Punkte.

Gerade in den Neuerungen der VgV und VOL, die in den kommenden Wochen in Kraft treten, basieren fast alle wesentlichen Neuerungen auf den Einflüssen des Internet. Ziel des Beitrags ist es, hier exemplarisch einige Einflüsse aufzuzeigen.

Beschaffung mit Profil und Offenheit

Zu den wesentlichen Aufgaben des Vergaberechts zählt es, dass der öffentliche Einkauf transparent abgewickelt wird. Die möglichst offene Abwicklung der Vorgänge verspricht wirtschaftliche Ergebnisse im Sinne aller Steuerzahler. Aber oftmals überrascht der öffentliche Auftraggeber den Markt dann doch mit einer kurzfristigen Bekanntmachung, sodass viele Unternehmen in der Kürze der Zeit keine qualifizierten Angebote erstellen können oder Unternehmen, die über bessere Kontakte zum Einkauf verfügen, hier Startvorteile haben. Mehr Offenheit des Einkaufs, mehr Information über den Einkauf und über deren Einkaufsrichtlinien, das alles kann mit einem Beschafferprofil erreicht werden.

Daher sollte der Einkauf bei der Errichtung eines solchen Profils sich nicht zu eng an den neuen §15 EG Abs.5 der VOL/A halten, sondern diese Möglichkeit als Chance für den Einkauf begreifen, sich hier mit seiner Gesamtleistung am Markt zu präsentieren.

Zum Beschafferprofil gehören einerseits die Vorinformationen über geplante Vergabeverfahren, um eine weitere Fristenverkürzung in Anspruch nehmen zu dürfen, andererseits aber auch die Ex-Post-Bekanntmachungen über vergebene Aufträge.

Spannend wird es, wenn der Einkauf hier auch weitere Informationen, beispielsweise über die Struktur der Eignungsnachweise bei Ausschreibungen, über die Existenz von Präqualifikationssystemen, allgemeine Einkaufsbedingungen etc. für die Wirtschaft bereitstellt, damit sich die Vertriebsbereiche auf diesen Auftraggeber besser einstellen können.

Neben der Information des Marktes über geplante, laufende und abgeschlossene Verfahren bietet das Beschafferprofil auch eine gute Möglichkeit, verstärkt die Kommunikation zwischen Unternehmen und den öffentlichen Auftraggebern über diese Plattform abzuwickeln.

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