Der Bau macht es vor: GAEB als Vorbild

eVergabe braucht inhaltlichen Standard

| Autor / Redakteur: Dr. Heiko Schinzer / Gerald Viola

eVergabe macht alte Probleme transparenter
eVergabe macht alte Probleme transparenter (© ISO K° - photography - Fotolia.com)

Die elektronische Abwicklung der Ausschreibung bei den öffentlichen Auftraggebern schafft Möglichkeiten zur Erhöhung der Transparenz, des Wettbewerbs und der Wirtschaftlichkeit. Dies ist bei richtiger Anwendung unbestritten und die erreichbaren Potenziale werden auch mehr und mehr umgesetzt ...

Doch je größer die digitale Verfügbarkeit von Ausschreibungen im Internet wird, desto transparenter werden auch Probleme, die bereits schon lange existieren.

In Europa, in Deutschland aber auch in jedem Bundesland kaufen Vergabestellen Feuerwehrautos, lassen Gebäude reinigen oder führen Software ein; verwenden dafür aber unterschiedliche Formularsätze und entwickeln immer andere inhaltliche Beschreibungen. Der elektronische Einkauf fordert und fördert standardisierte Leistungsverzeichnisse: den xLV-Standard!

Bedingt durch die große Komplexität, die ein Leistungsverzeichnis auch schon bei recht einfachen Baumaßnahmen erhält, ist der Wunsch nach einer Unterstützung eines elektronischen Austauschformats in der Bauindustrie schon seit einigen Jahrzehnten vorhanden und inzwischen aus dem Alltag der Ausschreibung und Durchführung von Baumaßnahmen auch nicht mehr wegzudenken.

Der GAEB-DA-Standard dient dem vereinfachten Austausch zwischen allen am Bau beteiligten Parteien, seien es Fachplaner, öffentliche Auftraggeber oder ausführenden Bauunternehmer und verfügt einerseits über eine Struktur für den Aufbau von Leistungsverzeichnissen andererseits aber auch über ein (inzwischen XML-basierendes) Regelwerk zum elektronischen Austausch von Leistungsverzeichnissen.

Der GAEB wird von allen Be­tei­lig­ten getragen; die Geschäftsstelle ist beim Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung angesiedelt.

Auf diesem soliden Fundament ist es Bietern auch schon vor der Inbetriebnahme von eVergabe-Systemen möglich gewesen, elektronische Leistungsverzeichnisse auf Datenträger in Ergänzung des Papierangebots abzugeben und damit der Vergabestelle die Auswertung der Angebote zu erleichtern.

Trotz aller Bemühungen ist GAEB aber dabei auf den Baubereich beschränkt geblieben und konnte sich daher nicht weit in den Bereich von Liefer- und Dienstleistungsausschreibungen ausbreiten.

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