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EU Open Data Report 2019 Europa setzt bei offenen Daten auf Qualität

| Autor: Manfred Klein

Der fünfte von der EU-Kommission vorgelegte „Open Data Maturity Report 2019“ verdeutlicht die Evolution von Open Data in Europa und den zunehmenden Fokus auf die Qualität der Daten.

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Open Data nimmt in der EU Fahrt auf
Open Data nimmt in der EU Fahrt auf
(© monsitj – stock.adobe.com)

Open Data macht Fortschritte in der EU. So konnte man das Ergebnis des jährlich erscheinenden Reports in wenigen Worten zusammenfassen. Allerdings – und auch das macht die Capgemini koordinierte Studie deutlich – setzen die einzelnen Länder dabei mitunter sehr unterschiedliche Prioritäten. Das wird auch in den vier – von den Autoren des Reports als wesentlich eingestuften Trends – deutlich.

Vom Ausbau zur Konsolidierung

Nachdem in Europa mehrere Jahre der Reifegrad von Open Data vorangetrieben wurde, befinde man sich nun in einer Phase der Konsolidierung, so die Autoren. So sei der Reifegrad seit dem Start der Umfrage 2015 jedes Jahr maßgeblich gestigen, bis 2017 ein Höhepunkt erreicht wurde. Diese Steigerung habe sich mittlerweile zu einem fortlaufenden Trend von Optimierung und Konsolidierung weiterentwickelt. Ausgehend von belastbaren Open-Data-Richtlinien, Steuerungsmodellen und optimierten Portalen, würden die Länder momentan ihre Bemühungen in den komplexeren Bereichen von Open Data intensivieren.

Von Quantität zu Qualität

Durch die zunehmende Reife der Open-Data-Vorhaben würden die Länder nun auch zunehmend auf die Qualität der Daten achten. Das zeige sich unter anderem daran, dass Open-Data-Teams auf nationaler und lokaler Ebene zunehmend mit Nutzergruppen in Kontakt treten und deren Feedback und Bedürfnisse zu berücksichtigen versuchen.

Den EU28+ Ländern gehe es auch nicht länger nur um die Veröffentlichung von Open Data und um die Berücksichtigung der übrigen Richtlinien zur Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen Sektors, so die Autoren. Vielmehr werde versucht, Daten bestmöglich nutzbar zu machen, um eine größere Effektivität zu erzielen. Entsprechend würden vermehrt Maßnahmen unternommen, um zu verstehen, wie Daten einen Mehrwert liefern können und wie sich die Anforderungen und Bedürfnisse der Nutzer besser ermitteln lassen.

Meilenstein gemeinsame Datennutzung

Die Regierungen würden zudem zunehmend erkennen, welche Möglichkeiten durch die gemeinsame Datennutzung entstehen. Denn, so die Autoren: „Selbst wenn ein Datensatz nicht als Open Data veröffentlicht werden darf – etwa durch Beschränkungen aufgrund geistigen Eigentums oder von Vertraulichkeit – kann dieser in anderen Modellen einen Mehrwert liefern.“

Dies gelte etwa für die gemeinsame Datennutzung („Shared Data“) zwischen dem öffentlichen und privaten Sektor. Hier engagierte Staaten würden derzeit daran arbeiten effektive und sichere Wege zur gemeinsamen Datennutzung zwischen Regierungen und anderen Organisationen zu etablieren, die dem geistigen Eigentum und dem Datenschutz Rechnung tragen.

„Da die Open-Data-Angebote der Mitgliedsstaaten sich zunehmend etablieren, sehen wir eine Verschiebung des Fokus auf die Nutzer von Open Data“, stellt Marc Reinhardt, Leiter Public Sector bei Capgemini in Deutschland, fest. „Die Bewegung von der reinen Datenbereitstellung hin zur stärkeren Nutzenorientierung ist richtig und wichtig. Dies zeigt sich auch an den Gedanken zu, beziehungsweise dem Interesse an GAIA-X.“

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