EU-Kommission fordert einheitliche Cloud-Regelng

EU-weite Zertifizierung vertrauenswürdiger Cloud-Anbieter

| Redakteur: Florian Karlstetter

Statements von Verbänden und aus der Industrie

Der Hightech-Verband BITKOM hat die in Brüssel präsentierte Strategie der EU-Kommission zum Cloud Computing begrüßt. „Wir brauchen europaweit einheitliche Standards für das Cloud Computing, damit diese innovativen Dienste schnell und in aller Breite eingesetzt werden können. Dazu zählen EU-weite Vorgaben zum Datenschutz und zur Datensicherheit sowie einheitliche Vertragsbedingungen“, sagte BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Der Flickteppich rechtlicher Vorschriften hat die stärkere Nutzung von Cloud-Diensten in der EU bisher gebremst. Die Cloud-Strategie der Kommission muss hier gegensteuern.“

Reformvorhaben der EU

Aktuell haben eine Reihe von Reformvorhaben der EU Auswirkungen auf das Cloud Computing. Dazu zählen u.a. die EU-Datenschutzverordnung, die Modernisierung des Urheberrechts sowie neue Regelungen im allgemeinen Vertragsrecht („Europäisches Kaufrecht“). „Mit der Cloud-Strategie sollen die Anforderungen der Cloud-Technologie in den unterschiedlich Politikbereichen stärker berücksichtigt werden“, sagte Rohleder. „Das ist ein wichtiger Schritt, um die Cloud-Dienste in der EU voranzutreiben.“ Insbesondere die Datenschutzverordnung und damit die Vereinheitlichung des Datenschutzrahmens in Europa sei wichtiger Schritt für mehr Rechtssicherheit beim Cloud Computing. „Inhaltlich wird man in Bezug auf Cloud Computing und die Auftragsdatenverarbeitung noch über den einen oder anderen Punkt diskutieren müssen“, sagte Rohleder.

Fokus on: Public Sector

Positiv bewertet der BITKOM auch die Schaffung einer Europäischen Cloud-Partnerschaft, um Cloud-Dienste für den öffentlichen Sektor attraktiver zu machen. „Im öffentlichen Sektor steckt ein großes Potenzial, die IT-Ausgaben durch Cloud-Services zu senken und gleichzeitig Angebote für die Bürger zu verbessern“, sagte Rohleder.

BSA: Politik ist gefordert

Auch die Business Software Alliance bezeichnet die aktuelle Cloud-Strategie der EU als Schritt in die richtige Richtung. Allerdings kann das Ziel nicht eine "Europäische Cloud" sein, weil das größte Potenzial in der globalumspannenden Cloud liegt.

"Bei der Umsetzung der EU-Strategie muss die Politik eine Modernisierung der Regeln von Datenschutz und Sicherheit vornehmen", so Thomas Boué, Director of Government Relations EMEA der BSA. So müsse sichergestellt sein, dass Daten grenzüberschreitend frei fließen können. Daten quasi an den EU-Außengrenzen zu blockieren würde zu unnötigen Behinderungen führen und europäischen Firmen von den Cloud-Märkten in Asien abschneiden, welche weltweit am schnellsten wachsen.

Nach Ansicht der BSA ist der Markt für Cloud Computing in Europa im Wesentlichen national geprägt. Dies führe zu einem Mosaik inkompatiber Cloud-Netzwerke, wodurch die breite Annahme von Cloud Computing-Diensten in Europa behindert wird. Eine aktuelle Analyse der BSA ergab, dass weniger als ein Viertel (24 Prozent) aller europäischen PC-Anwender Cloud-Dienste nutzen. Im Vergleich: weltweit sind es 34 Prozent.

Der Erfolg der EU-Strategie hänge davon ab, dass verschiedene Ämter sich koordinieren und zusammen arbeiten. Zwar gäbe es bereits einige Stellen, die an entscheidenden Akten zum Thema Cloud arbeiten. Diese müssen jedoch vorausschauende Regeln erlassen, da die Innovation stets schneller vonstattengehen wird als die Gesetzgebung.

Das sagt AMD

Auch der Chip-Hersteller AMD begrüßt die Cloud Computing Strategie der EU: "Wir begrüßen die Cloud Strategie der Europäischen Union, vor allem die Priorität auf erweiterten Wettbewerb durch den Einsatz offener, nicht proprietärer Standards", so Darren Grasby, Vizepräsident bei AMD und Geschäftsführer EMEA. "Der Fokus der Europäischen Kommission auf Interoperabilität und Wettbewerb unter Cloud-Anbietern wird dabei behilflich sein, vor allem kleine und mittelständische Unternehmen zu fördern und Anwendern einen breiten Zugang zu den Vorteilen von cloud-basierten Diensten wie E-Mail, Videos und sonstigen Services sicherzustellen."

Zusammen mit anderen Unternehmen engagiert sich AMD bereits in der Arbeitsgruppe "Connect" im Rahmen der Digitalen Agenda der EU. Die Abteilung beschäftigt sich primär mit Themen rund um Communications Networks, Content und Technologie.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 36022940 / Standards & Technologie)