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Test-Infrastruktur für künftige Cloud-Szenarien EU unterstützt Cloud-Initiative mit 9,48 Millionen Euro

| Redakteur: Manfred Klein

Der IT-Dienstleister Atos wurde von der EU-Kommission mit der Leitung eines Konsortiums aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen beauftragt, das mit der Entwicklung des Projekts BonFIRE betraut wurde. BonFIRE ist eine Multi-Cloud-Infrastruktur. Die Initiative ist Teil der Strategie der EU-Kommission, Europa im Cloud Computing eine globale Führungsrolle zu ermöglichen.

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Die EU-Kommission baut am Dach einer europäischen Cloud (Foto: © Alx - Fotolia)
Die EU-Kommission baut am Dach einer europäischen Cloud (Foto: © Alx - Fotolia)

BonFIRE (Building service testbeds for Future Internet Research and Experimentation) umfasst Investitionen von 9,48 Millionen Euro, von denen die Europäische Kommission 7,2 Millionen beisteuert, darunter allein 1,34 Millionen für zwei Ausschreibungen. Das Projekt soll bis November 2013 laufen.

Ziel von BonFIRE ist es, Forschern den Zugang zu einer verteilten Cloud-Infrastruktur zu eröffnen. Diese unterstützt Experimente mit Systemen und Anwendungen sowie die Evaluierung von übergreifenden Infrastrukturen, um das Testen neuer Anwednungsszenarien zu ermöglichen.

BonFIRE unterstützt drei grundlegende Testszenarien:

  • Erweitertes Cloud-Szenario: Vier über Europa verteilte und via Internet verbundene BonFIRE Cloud-Standorte werden im Verbund betrieben.
  • Cloud-Szenario mit kontrolliertem Test-Netzwerk: Dieses Szenario arbeitet mit Rechnerknoten, die über ein benutzergesteuertes, nachgebildetes Internet miteinander verbunden sind. Es basiert auf einer mit Cloud-Funktionen ausgestatteten „Virtual Wall“-Umgebung.
  • Erweitertes Cloud-Szenario mit komplexen Netzwerkverknüpfungen: Ein kontrolliertes Netzwerk verbindet zwei Cloud-Standorte miteinander. Auf diese Weise lassen sich die Auswirkungen des Netzwerkverhaltens auf Services und Clouds untersuchen, und es kann mit neuen Lösungen und Ansätzen experimentiert werden. Dieses Szenario impliziert einen vertikalen Verbund mit einer Schnittstelle für den Übergang von der Cloud zum Netzwerk.

BonFIRE ist eine offene Infrastruktur. Die neue Version 2.0 umfasst nun weitere Cloud-Funktionen, die den IaaS-Anforderungen (Infrastructure as a Service) entsprechend. BonFIRE hat sich Standards wie OCCI (Open Cloud Computing Interface) und OVF (Open Virtualization Format) verpflichtet, um die Interoperabilität zwischen heterogenen Cloud-Standorten zu gewährleisten. Für das Management der virtuellen Infrastrukturen kommt die europäische Open Source-Software OpenNebula zum Einsatz.

Um weitere Nutzer einzubeziehen, werden im Rahmen des Projekts 1,34 Millionen Euro für zwei Ausschreibungen aufgewendet. Die erste Ausschreibung endete 2011; ausgewählt wurden vier von insgesamt 29 eingereichten Bewerbungen. In der zweiten Ausschreibungsrunde, deren Bewerbungsfrist am 7. März endete, werden drei bis vier Testprojekte sowie ein kommerzieller Cloud-Anbieter ausgewählt, um BonFIRE weiter voranzutreiben.

Atos (Spanien) ist Koordinator des Projekts, in das aktuell 20 Mitglieder eingebunden sind: Universidad Complutense de Madrid, i2Cat Foundation (Spanien), University of Edinburgh, IT Innovation Centre, University of Southampton, HP, The 451 Group (Großbritannien), SAP, Universität Stuttgart, Fraunhofer FOKUS, Technische Universität Berlin, IBBT Universität Gent (Belgien), INRIA (Frankreich), Poznan Supercomputing and Networking Center (Polen); Nextworks (Italien).

An den Experimenten der ersten offenen Ausschreibung haben sich das Supercomputing Technology Center of Galicia (Spanien), CETIC (Belgien), University of Manchester (Großbritannien) sowie die beiden irischen Unternehmen Redzinc und Cloudium Systems beteiligt. Nach Abschluss der zweiten Ausschreibungsrunde (ab September 2012) werden voraussichtlich weitere vier bis fünf Partner dem Konsortium beitreten.

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