Corona-Pandemie EU-Gateway für Impfzertifikat gestartet

Autor: Julia Mutzbauer

Das Reisen im Sommer könnte wieder leichter werden. Die EU-Kommission hat jetzt die elektronische Plattform für das EU-Impfzertifikat gestartet – einen Monat früher als geplant.

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Die EU-Plattform für den digitalen Impfpass ist rechtzeitig vor der Reisesaison gestartet
Die EU-Plattform für den digitalen Impfpass ist rechtzeitig vor der Reisesaison gestartet
(© U. J. Alexander – stock.adobe.com)

Mit dem EU-Impfzertifikat sollen Bürger nachweisen können, dass sie gegen das Coronavirus geimpft sind, negativ getestet wurden oder genesen sind. Um die Echtheit der Zertifikate zu überprüfen, hat die EU-Kommission eine elektronische Plattform eingerichtet. Über die EU-Plattform können die im QR-Code der Zertifikate enthaltenen Sicherheitsfunktionen geprüft werden. Wie die EU-Kommission berichtet, startet das EU-Gateway nun einen Monat früher als geplant.

Seit 10. Mai haben bereits 22 Länder die Plattform erfolgreich getestet, heißt es weiter. „Die Verordnung gilt zwar erst ab 1. Juli, aber alle Mitgliedstaaten, die die technischen Tests absolviert haben und Zertifikate ausstellen und prüfen, können das System nun auf freiwilliger Basis nutzen“, erklärt die EU-Kommission.

Laut der Kommission haben bereits sieben Mitgliedstaaten beschlossen, sich an das Gateway anzuschließen und das EU-Zertifikat auszugeben – darunter auch Deutschland. Andere wiederum wollen das digitale COVID-Zertifikat der EU erst dann einführen, wenn alle Funktionen auf der nationalen Ebene geschaffen wurden. Daher werden in den kommenden Tagen und Wochen mehr Länder hinzukommen, heißt es weiter.

Der für den Binnenmarkt zuständige EU-Kommissar Thierry Breton appelliert an die anderen Länder sich möglichst bald anzuschließen. „Wenn die Vorbereitungen rechtzeitig abgeschlossen werden, kann das System vom 1. Juli an, ab dem die vorgeschlagene Verordnung gilt, uneingeschränkt in Betrieb gehen, und die EU wird bis zum Sommer wieder offen sein.“

Stella Kyriakides, EU-Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, sieht das ähnlich: „Die Mitgliedstaaten sollten unbedingt in den kommenden Wochen ihre nationalen Systeme zur Ausstellung, Speicherung und Prüfung von Zertifikaten fertigstellen, damit das System rechtzeitig zur Ferienzeit funktionsfähig ist.“

Datenschutz

Wie die EU-Kommission versichert, können über das Gateway die digitalen Signaturen in den QR-Codes geprüft werden, ohne dass personenbezogene Daten weitergegeben oder gespeichert werden. Die erforderlichen Signaturschlüssel sind auf Servern auf nationaler Ebene hinterlegt. Über das Gateway können lediglich nationale Apps und Systeme in der ganzen EU zu Prüfzwecken auf diese Schlüssel zugreifen.

Hintergrund

Am 17. März 2021 legte die Europäische Kommission einen Vorschlag für ein COVID-Zertifikat der EU vor, damit EU-Bürgerinnen und -Bürger ihr Recht auf Freizügigkeit in der EU während der Pandemie auf sichere Weise ausüben können. Am 20. Mai erzielten das Europäische Parlament und der Rat eine vorläufige Einigung über den Vorschlag. Das EU-Gateway wurden von T-Systems und SAP entwickelt und ist im Rechenzentrum der Kommission in Luxemburg angesiedelt.

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Redaktion, eGovernment Computing