Benchmark-Studie der EU zu eGovernment

„Es wartet noch eine Menge Arbeit auf uns“

| Redakteur: Manfred Klein

Ebenfalls hat sich gezeigt, dass Deutschland in der Lebenslage „Arbeit suchen oder finden“ stark ist. Hier liegen wir in allen Kategorien über dem EU-Schnitt. In der Praxis bedeutet das, dass die BA auch international eine aktivere Rolle übernimmt und kürzlich gemeinsam mit uns einen europäischen Austausch unter den Sozialversicherungen initiiert hat.

Ansonsten zeigen die Erhebungen dieses Jahres, dass Deutschland im EU-Vergleich die Belange der Unternehmen schon überdurchschnittlich gut adressiert. Im Gegensatz dazu zeigt sich bei der Nutzerfreundlichkeit der eGovernment-Services für Bürger und vor allem im Bereich Transparenz eine Menge Nachholbedarf. In Summe kommt Deutschland jedoch auch im aktuellen Benchmark nicht über eine Position im Mittelfeld hinaus.

Zudem wurden im Rahmen der „Mystery Shopping“-Untersuchung die eGovernment-Dienstleistungen in fünf großen deutschen Städten untersucht. Der Benchmark belegt auch dieses Jahr wieder eindrücklich, wie heterogen die eGovernment-Landschaft bei uns ist. Keine Stadt ist durchgängig in allen Lebens- und Unternehmenslagen stark, aber es finden sich sehr gute Beispiele unter den vorhandenen Angeboten – nur muss man diese derzeit noch gezielt suchen.

So schneidet Köln im Bereich der Körperschaftssteuererklärung gut ab, während sich Hamburg insbesondere bei der Informationsbereitstellung im Bereich Mehrwertsteuererklärung schwerer tut. Auch bei der Kfz-Anmeldung bekommen die Städte aus NRW gute Noten, während ihnen im Bereich der „regelmäßigen Anmeldung zum TÜV“ – eine Serviceleistung der gleichen Lebenslage – Nachholbedarf attestiert wird.

Wenn es uns gelänge, das Niveau der eGovernment-Nachzügler zu heben und öfter die Lösungen der Spitzengruppe zum Standard zu machen, würde Deutschland im eGovernment einen spürbaren Sprung nach vorne machen.

Die Ergebnisse zeigen zudem, dass Deutschland zwar an vielen Stellen wichtige Voraussetzungen für eGovernment geschaffen hat und über viele gute Umsetzungsbeispiele verfügt, jedoch hinsichtlich der Nutzerorientierung und der medienbruchfreien Abwicklung von Transaktionen noch viel Optimierungspotenzial besteht. Die Digitale Agenda könnte hier wichtige Impulse setzen.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 42777998 / Projekte & Initiativen)