Benchmark-Studie der EU zu eGovernment

„Es wartet noch eine Menge Arbeit auf uns“

| Redakteur: Manfred Klein

Laut der aktuellen EU-Studie hat Deutschland bei eGovernment aufgeholt. Aber noch liegt manches im Argen
Laut der aktuellen EU-Studie hat Deutschland bei eGovernment aufgeholt. Aber noch liegt manches im Argen (Foto: shutterstock.com)

Die neue eGovernment-Benchmark-Studie bescheinigt Deutschland gute Ergebnisse. Nennt aber sowohl auf nationaler wie auch EU-Ebene zahlreiche Probleme – etwa im Bereich der Nutzerorientierung. Interessante Ergebnisse förderte auch die Neukonzeption und -Ausrichtung der Studie zu Tage.

Mit Marc Reinhardt, Senior Vice President und Leiter Public Sector, Capgemini Deutschland, sprach eGovernment Computing über die Studie.

Marc Reinhardt, Senior Vice President und Leiter Public Sector, Capgemini Deutschland
Marc Reinhardt, Senior Vice President und Leiter Public Sector, Capgemini Deutschland (Foto: cap gemini)

Wie hat sich die Positionierung der untersuchten Staaten seit der letzten Studie verändert? Wer konnte sich verbessern, und wer fiel im Ranking zurück?

Reinhardt: Mit der diesjährigen, elften Ausgabe des EU eGovernment-Benchmarks liegt zum ersten Mal eine vollständige Bilanz unter dem neuen, auf Nutzerorientierung ausgerichteten Studien-Design vor. In der zehnten Ausgabe wurden drei ausgewählte Lebens- und Unternehmenslagen untersucht, nun sind vier weitere hinzugekommen.

So liegt für die untersuchten Kategorien Nutzerorientierung, Transparenz, Grenzüberschreitende Mobilität und Einsatz von Schlüsseltechnologien erstmals ein vollständiges Bild entsprechend des Studien-Designs vor. Vergleiche sind daher erst ab dem nächsten Jahr möglich, und erst dann wird sich zeigen, wie sich die Staaten entwickelt haben.

Bereits jetzt fällt aber auf, dass sich die Schwerpunkte der verschiedenen Staaten im Bereich eGovernment in den Ergebnissen widerspiegeln. Deshalb fasst der aktuelle Benchmark die Staaten in Clustern zusammen. Die Zuordnung berücksichtigt auch, ob der Fokus eher auf Lebens- oder auf Unternehmenslagen, also auf eGovernment-Services für die Bürger oder für die Unternehmen liegt.

Wie hat sich das Ranking von Deutschland entwickelt?

Reinhardt: Generell hat sich durch die Auflösung der Gesamtrankings der Fokus von einer reinen „Platzierungsdiskussion“ hin zum themenspezifischen „Benchlearning“ verschoben – also der Frage: In welchem Thema kann ich von wem was lernen. Das ist sinnvoll und entspricht auch einer langjährigen Forderung aus Deutschland.

Die beiden vergangenen Reports zeigen aber, dass die Neuausrichtung des Untersuchungsdesigns Deutschland zugutekam: Bei der Gesamtbewertung der Nutzerorientierung liegt Deutschland mit 65 Prozent nur knapp hinter dem EU-Durchschnitt von 70 Prozent. Und beim Einsatz von Schlüsseltechnologien liegt Deutschland sogar exakt gleichauf mit dem EU-Durchschnitt. Bei der Online-Bereitstellung von Informationen ist Deutschland schon länger gut unterwegs, was der Spitzenplatz mit 90 Prozent bei der Bereitstellung von Formularen und Dokumenten im Internet belegt.

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