Bundestag lässt eMail-Rechnungen ohne eSignatur zu

„Erfolgschancen für E-Postbrief und De-Mail erheblich beeinträchtigt“

01.07.2011 | Redakteur: Manfred Klein

Harald Lemke sieht für den E-Postbrief entscheidende Vorteile im Sicherheitsbereich
Harald Lemke sieht für den E-Postbrief entscheidende Vorteile im Sicherheitsbereich

Ab sofort sind eMail-Rechnungen steuerlich gleichgestellt. Mit Wirkung zum 1. Juli dürfen Unternehmen auch für elektronische Rechnungen, die ohne elektronische Signatur versendet wurden, ihr Recht auf Vorsteuerabzug geltend machen. Bislang hatten die Finanzämter keine Rechnungen zum Vorsteuerabzug akzeptiert, die per „einfacher“ Email versendet worden waren.

Der Deutsche Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation meint dazu: „Nahezu geräuschlos hat der Deutsche Bundestag im Zuge des Steuervereinfachungsgesetzes 2011 die elektronische Übermittlung von Rechnungen auch ohne die Verwendung einer elektronischen Signatur in eine umsatzsteuerliche Gleichstellung verabschiedet.“

Der Gesetzgeber habe damit eine notwendige Klarheit zur derzeitigen Praxis geschaffen und einen wichtigen Beitrag zum Bürokratieabbau geleistet. Die verabschiedeten Änderungen des Umsatzsteuergesetzes, die ab dem 1. Juli gelten, entsprächen im Übrigen den Richtlinien des EU-Rates zu Rechnungsstellungsvorschriften. „Hiernach sind zwingend ab dem 1. Januar 2013 Papier- und elektronische Rechnungen, die zum Beispiel per eMail, als PDF- oder Textdatei (als eMail-Anhang oder Web-Download) übermittelt werden, zum Vorsteuerabzug zu berechtigen, ohne dass es einer Signatur bedürfe. Bislang haben die Finanzämter diese Rechnungen nicht zum Vorsteuerabzug akzeptiert.“

Der Titelschutz-Anzeiger folgert daraus: „Im Umkehrschluss bleibt es Unternehmern künftig selbst überlassen, die Echtheit einer erhaltenen Rechnung und die Identität des Absenders zu prüfen.“

Beim Deutschen Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation geht man davon aus, das die Neuregelung die Erfolgschancen von E-Postbrief und De-Mail schmälern: „Da sowohl die Deutsche Post AG mit dem E-Postbrief wie auch die künftigen Provider der De-Mail in ihren Erwartungen vor allem die Versender regelmäßiger Rechnungen in großen Stückzahlen und sonstiger Regelpost als Umsatzträger erwarten, dürfte sich nach Ansicht von DVPT-Vorstand Elmar Müller dort seit vergangener Woche erhebliche Ernüchterung breit gemacht haben.“

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