Bremen hat Vorreiterrolle

eRechnung: Stand der Einführung in den Bundesländern

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Leuchtturmprojekt Bremen

Bremen hat in puncto eRechnung eine Vorreiterrolle. Als Leuchtturmprojekt des IT-Planungsrates und mit Unterstützung des IT-Gipfelprozesses wird die eRechnung hier konsequent umgesetzt. Da es Bremen sehr wichtig ist, die Unternehmen der Region in den Prozess einzubinden, wird die eRechnung für den B2G-Bereich in einer Kooperation zwischen der Handelskammer Bremen, der Handwerkskammer Bremen und der bremischen Verwaltung eingeführt.

Vorbild Österreich

Angedacht ist die Etablierung eines zentralen Unternehmensportals mit verschiedenen Zugangskanälen nach österreichischem Vorbild. Dabei setzt die Freie Hansestadt nicht auf eine Individualentwicklung, sondern plant hierfür einen Dienstleister zu suchen, so dass auch der Einsatz in anderen Bundesländern und Kommunen ermöglicht wird. Je einheitlicher die Zugänge zu den Behörden sind, desto einfacher ist die Handhabung für die Unternehmen.

Die Einführung der eRechnung wird in Bremen bereits vor Abschluss des Normierungsverfahrens der EU und Veröffentlichung der Syntaxliste beginnend in 2016 pilotiert werden. Daher wird bezüglich des Datenformats auf vorhandene Standards gesetzt, deren Aufnahme in die Syntaxliste der EU zu erwarten ist. Durch einen engen Austausch mit der in Bremen angesiedelten Koordinierungsstelle für Standards in der IT (KoSIT), die die Verwaltungen Deutschlands im europäischen Normungsverfahren vertritt, können die Entwicklungen auf europäischer Ebene frühzeitig im Projekt berücksichtigt werden. Gleichzeitig lassen sich die Erfahrungen aus Bremen über eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe in den europäischen Normierungsprozess zurückspielen.

Verwaltungsintern wird mit einem festzulegenden Datenformat die weitere Bearbeitung der Rechnung in einem digitalen Workflow durchgeführt. Das Vier-Augenprinzip wird über einen im Webbrowser durchlaufenden Genehmigungsprozess im Intranet abgebildet und in eine Anordnung im SAP-System überführt. Die Lösung wird parallel für die kameral buchende Kernverwaltung sowie für doppisch buchende Anstalten und Eigenbetriebe entwickelt.

Einsparungen und Optimierungen

Bei einem Eingangsrechnungsvolumen von 250.000 Stück pro Jahr allein im Bereich der Kernverwaltung ist ein Einsparpotenzial durch Prozessoptimierungen und -automationen gegeben. Neben solchen Kosteneinsparungszielen auf Verwaltungs- und Unternehmensseite stehen aber auch Transparenz- und Prozessqualitätsziele durch ein zentrales Rechnungseingangsbuch und nachvollziehbare Prozessabläufe im Fokus. Mittels Integration des verwaltungsinternen elektronischen Bestellkatalogs und den Verfahren der e-Vergabe in den Bearbeitungsprozess lassen sich weitere Automationen und die Vermeidung von Medienbrüchen realisieren.

Finanzstaatsrat Henning Lühr betont die Bedeutung der eRechnung als Projekt zur Effektivierung der Aufgabendurchführung in der bremischen Verwaltung. „Bremen wird die beschriebenen, ambitionierten Ziele engagiert verfolgen, um die Umsetzung der eRechnung in Deutschland aktiv voranzutreiben.“ Gelingt in Bremen die Etablierung der eRechnung in der Breite, dürften die Weichen für eine bundesweite Umsetzung gestellt sein.

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