Mobiler Anfallsdetektor

Epileptische Anfälle im Alltag erkennen und dokumentieren

| Redakteur: Ira Zahorsky

Für das ambulante Monitoring von Epilepsiepatienten besteht großer Bedarf.
Für das ambulante Monitoring von Epilepsiepatienten besteht großer Bedarf. (Bild: © ralwel - stock.adobe.com)

Monikit entwickelt ein System zur sensitiven und automatischen Erkennung und Dokumentation von generalisierten und fokalen epileptischen Anfällen im Alltag. Zur weiteren Forschung hat sich das Tübinger Ausgründungsprojekt jetzt Gelder und Experten-Unterstützung gesichert.

Monikit entwickelt ein System zur sensitiven und automatischen Erkennung und Dokumentation von generalisierten und fokalen epileptischen Anfällen im Alltag. Die dafür erforderliche Technologie basiert auf einem mobilen Sensorsystem und einem eigens entwickelten Algorithmus. Mit dem von Monikit entwickelten Produkt soll es erstmalig möglich sein, objektive Informationen über das Auftreten und die Art epileptischer Anfälle während des täglichen Lebens des Patienten zu registrieren. Für den behandelnden Arzt ist es dadurch einfacher, die Medikation der Patienten individuell einzustellen und damit schnellere und bessere Therapieerfolge zu erzielen. Darüber hinaus kann die Monikit-Technologie auch zur Alarmierung von Angehörigen bei einem schweren Anfall genutzt werden.

Die Idee von Monikit kam von den beiden Gründern Florian Lutz und Kevin Klett während ihres Masterstudiums. Auch Prof. Dr. Yvonne Weber, wissenschaftliche Beraterin von Monikit und Leitende Oberärztin der Abteilung Neurologie mit Schwerpunkt Epileptologie am Universitätsklinikum Tübingen sowie Wissenschaftlerin des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung, erkannte sehr schnell das Potenzial eines mobilen Anfallsdetektors. Am Universitätsklinikum Tübingen forschte das Projektteam erfolgreich nach Merkmalen in Gesundheitswerten, die durch epileptische Anfälle verändert werden. Diese Merkmale bilden nunmehr die Grundlage für den innovativen Anfallerkennungsalgorithmus von Monikit.

Monikit erhält nun am Life Science Inkubator (LSI) für die weitere Forschungs- und Entwicklungsarbeit in den kommenden drei Jahren rund 1,86 Millionen Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Damit kann das Team die nächsten Schritte in der weiteren Technologie- und Produktentwicklung umsetzen.

„Wir sehen großen Bedarf für einen mobilen Anfallsdetektor sowohl im Bereich der personalisierten Therapie als auch im ambulanten Monitoring von Epilepsiepatienten“, erklärt Kevin Klett. Florian Lutz ergänzt: „Mit der Finanzierung werden wir zunächst unser Team in den Bereichen Computer- und Data-Science verstärken sowie umfangreiche klinische Datenerhebungen an Epilepsie-Patienten durchführen.“

„Wir freuen uns sehr, diesem ambitionierten Projekt und dem sehr engagierten Projektteam nicht nur die weitere Projektfinanzierung, sondern darüber hinaus auch unser gesamtes Netzwerk und Know-how im Bereich Medizintechnik anbieten zu können“, sagte Dr. Jörg Fregien, Geschäftsführer des LSI.

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