Studie

Epidemien mit Hilfe von Suchanfragen vorhersagen

| Redakteur: Ira Zahorsky

Wenn Epidemien vorausgesagt werden können, erleichtert dies die Arbeit der Hilfskräfte. Möglich werden soll dies durch die Analyse von Suchanfragen in einem Unterstützungssystem für klinische Entscheidungen
Wenn Epidemien vorausgesagt werden können, erleichtert dies die Arbeit der Hilfskräfte. Möglich werden soll dies durch die Analyse von Suchanfragen in einem Unterstützungssystem für klinische Entscheidungen (Bild: Pixabay)

Die Möglichkeit, Epidemien durch die Analyse von Suchanfragen in einem Unterstützungssystem für klinische Entscheidungen vorherzusagen, stand beim 6. IMED-Kongress in Wien auf der Agenda.

Können Daten über die Nutzung des evidenzbasierten Online-Unterstützungssystems UpToDate durch Kliniker eine Rolle bei der Erkennung und der Verfolgung der Ausbrüche von Infektionskrankheiten spielen? Das Wissenschaftlerteam um Dr. Anna Thorner (MD, stellvertretende Lektorin für Infektionskrankheiten und Ko-Direktorin Lektoratsprojekte bei UpToDate) wollte herausfinden, ob ein signifikanter Anstieg der Suchaktivität zu spezifischen Infektionskrankheiten in UpToDate Ausbrüchen vorausgeht oder mit ihnen korreliert.

Die Wissenschaftler verglichen die Suchdaten mit tatsächlichen dokumentierten Fällen zu bestimmten Zeitpunkten und kamen zu folgendem Ergebnis: Die Suchanfragen zeigten eine Korrelation mit dokumentierten Fällen, denn die Anzahl der Anfragen lag deutlich höher als in einer Kontrollgruppe.

Anna Thorner, MD, stellvertretende Lektorin für Infektionskrankheiten und Ko-Direktorin Lektoratsprojekte bei UpToDate
Anna Thorner, MD, stellvertretende Lektorin für Infektionskrankheiten und Ko-Direktorin Lektoratsprojekte bei UpToDate (Bild: UpToDate)

Im Unterschied zu Suchanfragen in Google ist die Suche von Medizinern in einer professionellen Ressource durch die tatsächliche Untersuchungssituation mit Patienten motiviert. Dies erhöht die Genauigkeit und zeigt weniger Einfluss durch Medien oder durch Befürchtungen hinsichtlich eines Ausbruchs in der Öffentlichkeit, so Dr. Thorner.

Die Abfragen von Medizinern in einer Online-Lösung wie UpToDate könnten somit laut Dr. Thorner als „Frühwarnsystem“ eine große Bedeutung für Gesundheitsämter haben, die mit neuen Methoden Ausbrüche früh erkennen und Gegenmaßnahmen ergreifen wollen. Ihr Team arbeitet daran, die Biosurveillance-Fähigkeiten von UpToDate als Werkzeug für diese Ziele verfügbar zu machen. Ergänzend zu bestehenden Methoden könnten mit ihnen künftig öffentliche Einrichtungen ebenso wie Nichtregierungsorganisationen Ausbrüche früher erkennen, rascher auf Bedrohungen reagieren, die Lage genauer einschätzen sowie insgesamt besser vorbereitet sein.

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